|

| |

|

|
 |
|
 |
|
Der goldene Schlüssel
Gebrüder Grimm - KHM 200
Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag,
musste ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. Wie
er es nun zusammengesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so
erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern erst Feuer anmachen und
sich ein bisschen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den
Erdboden aufräumte, fand er einen kleinen goldenen Schlüssel. Nun glaubte
er, wo der Schlüssel wäre, müsste auch das Schloss dazu sein, grub in der
Erde und fand ein eisernes Kästchen. Wenn der Schlüssel nur passt! dachte
er, es sind gewiss kostbare Sachen in dem Kästchen. Er suchte, aber es war
kein Schlüsselloch da, endlich entdeckte er eins, aber so klein, dass man
es kaum sehen konnte. Er probierte, und der Schlüssel passte glücklich. Da
drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends
aufgeschlossen, und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren,
was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.
Der Junge gab das Kästchen an mich weiter.
Jeden letzten Freitag im Monat öffne ich es im Zollhaus und teile die
darin gefundenen Märchen mit Groß und Klein! |
Über mich!
|
|
Erzähle ich einmal nicht, so bin ich
verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Beruflich bin ich Erzieherin und
als Märchenerzählerin in unterschiedlichen Einrichtungen (Kindergärten,
Schulen, Altenheimen, Stadtbücherei, …) unterwegs.
Wie fand ich nun mit den Märchen den Weg zu den Stibern?
Märchen faszinieren mich seit meiner frühsten Kindheit.
Damit verbunden natürlich, als sie von Oma oder Opa erzählt wurden. Dies
prägte mich in zweierlei Hinsicht, zum einen, dass die Großeltern immer
auch in die Rollen geschlüpft sind und zum anderen die Zeit, die sie beim
Erzählen mit mir verbracht haben.
Als ich dann selbst lesen konnte, habe ich mit Vorliebe
Märchen gelesen. Dann ging die Leidenschaft los, Märchenbücher zu sammeln
und so trug sich ein großer Märchenschatz aus der gesamten Welt zusammen.
Durch ein Seminar, das ich besucht habe wurde ich dann
auf die Erzählarbeit und den Beruf des Erzählers aufmerksam und habe
beschlossen dies zu machen.
So begann ich meine Ausbildung bei Dornrosen e.V. auf
Schloss Henfenfeld.
http://www.maerchenzentrum.de
Diesen Schritt habe ich nicht bereut.
Dann stellte sich die Frage, was nun tun mit dem
erlernten? Angespornt durch ein Gespräch mit unserem Bürgermeister,
Herrn Geißmann fand ich den Weg zur Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein.
So wurde ich denn ein Stiber und erzähle dort als
Tanja die Erzählende einmal im Monat für Kinder und bin mit den
Stibern durchs Jahr unterwegs.
|
Sind Märchen nicht altbacken?
|
|
NEIN!
Mit Märchen vermittelt man Kindern Werte und Normen,
denn der Held muss sich immer auf den Weg machen und erst Hindernisse
überwinden, bevor am Ende alles gut wird. Der Held kann mal groß und stark
sein, aber auch klein und eben nicht stark – kurz er ist jemand, mit dem
sich Kinder identifizieren können. Außerdem muss er zunächst etwas tun,
bevor er seine Belohnung bekommt. Kinder sind es nicht mehr gewöhnt, wenn
sie etwas haben wollen dafür etwas zu tun, aber genau das vermittelt das
Märchen.
Märchen sind auch nicht grausam, das denken nur wir. Für
Kinder ist das Schema, dass das Böse im Märchen bestraft wird sehr
wichtig, denn nur so findet die Erlösung satt und die Gefahr ist gebannt.
Beim Erzählen teile ich Zeit (in der heutigen
Gesellschaft nicht mehr so selbstverständlich), ich nehme den Zuhörer
(egal ob Kind oder Erwachsen) bewusst war. Bei Untersuchungen hat man
festgestellt, dass wenn man Kindern nicht erzählt, ein Teil des Gehirns
nicht ausgebildet wird und es gleich einen Acker brach liegt. Dieser Teil
des Gehirns ist u.a. für abstraktes Denken und mathematische Fähigkeiten
zuständig. Nicht zu vergessen, dass der Erzähler (fast wie nebenbei) die
Sprache vermittelt. Bei meinen Erzählstunden sage ich den Kindern daher,
wir machen Kino im Kopf, denn das Erzählte formt und bildet sich im Kopf
und das bei jedem individuell.
Am wichtigsten aber ist, dass Märchen, Sagen und
Legenden ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur sind. Es ist wichtig
dies zu erhalten. Einer der Gründe warum die Gebrüder Grimm sie gesammelt
(ursprünglich nicht für Kinder) haben. Sie waren aber nicht die ersten und
einzigen Märchensammler. Zeitgleich gab es in unserer Region z.B. Franz
Xaver Schönwerth (es finden sich bei ihn einige Grimms bzw. umgekehrt),
die Gebrüder Grimm haben sich mit ihm auch ausgetauscht. Die Liste der
Märchensammler ist also lang, zu erwähnen sei aber noch Clemens Brentano
oder Ludwig Bechstein.
Schaut man sich älterer Märchensammlungen an, so sind
sie meist nichts für Kinder aber für den Erwachsenen durchaus interessant.
Einige Beispiele: Charles Perault (eigentlich die Ursprungsmärchen der
Gebrüder Grimm), 1001 Nacht (die älteste Märchensammlung der Welt),
Honore´ de Balzac (Tolldreisten Geschichten), Giovanni Boccaccio
(Dekameron), Giambattista Basiles (Pentamerone) um nur einige Beispiele zu
nennen.
Sie sehen Märchen sind nicht nur für Kinder! Gerne
erzähle ich auch vor Erwachsenen. Dann darf´s auch gern mal rotzig, derb,
sinnlich und/oder doch schalkhaft sein. Fragen sie einfach nach einem
Programm oder besuchen sie mich im Zollhaus, denn auch die Märchenstunden
haben für Erwachsene ihren Reiz.
Sie haben weitere Fragen zum Thema Märchen, dann
kontaktieren sie mich unter:
WeissTanja75@t-online.de oder Tel.: 09661/52597. |
Bilder erzählen mehr als Worte? Urteile selbst!
|
| |
Brunnenfest Amberg2011 |
|
|

Pflasterzollhaus 2011 |
| |
|
| |
  |
|