Zur Zeit der Sulzbacher Grafen lebte Gelphrad von Königstein...
GELPHRADUS MILES KOENIGSTEIN
ET DOMINUS DE ROSENBERGIS
MILES GEBEHARDI COMITIS
Gelphrad, Ritter von Königstein
und Herr von Rosenberg,
Ritter des Grafen Gebhard.
Eine frühe Abbildung der Burg Rosenberg aus dem
Jahre 1560 : |
... er erbaute um 1130 die Burg Königstein und die
wappengebende Burg Rosenberg.
Eine verstärkte Siedlertätigkeit im zweiten Viertel des 11. Jahrhunderts gehörte zur Reichslandpolitik der Kaiser. Sie sicherten das Krongut und bauten es weiter aus. Mittelpunkt war die Reichsveste zu Nürnberg, die 1050 erstmals urkundlich erscheint. Den Kaisern diente in der Verwaltung des Reichsguts und dessen Schutzes eine stattliche Reihe von Reichsministerialen, die in der Folge als zuverlässige Stützen der Reichsgewalt ein hohes Ansehen gewannen. Mit an der Spitze dieser kaiserlichen Dienstmannen stand das reichbegüterte Geschlecht der Königsteiner.
Sein Werdegang spiegelt exemplarisch die Geschichte des aufstrebenden Reichs-ministerialenstandes.
Es erscheint 1043 mit dem Dienstmann Pardo im Högenbachtal. Pardo, d.h. Bartholomäus, wurde der Familienheilige. Ein Zweig trat bald in den Dienst der Grafen von Sulzbach, eines der reichsten Geschlechter Deutschlands. Töchter aus dem Grafenhause heirateten Könige und Kaiser. Der Ministeriale Gelphrad erbaute um 1130 die Namengebende Burg Königstein und die Wappengebende Burg Rosenberg unmittelbar östlich von Sulzbach. In der Grafschaft Sulzbach erwarben die Königsteiner ausgedehnten Lehen- und Eigenbesitz, der bis über die Naab reichte.
Nach dem Aussterben der Grafen von Sulzbach 1188 traten die Königsteiner wieder in den Dienst des Reiches. Nun gewannen sie Vogtrechte über Bamberger und Kloster Bergener Besitz im Raum um Hersbruck. Mit Bauleuten aus der Grafschaft Sulzbach schufen sie neue Siedlungen und vergrößerten bereits bestehende. Die Mundartgrenze westlich des Hammerbachtals zeigt noch heute an, wie weit die Macht der Königsteiner reichte. Auf der Bergspitze zwischen Förrenbach- und Kainsbachtal – da, wo der Königsteiner Vogt- und Eigenbesitz dicht gedrängt war – erbaute Ulrich II. von Köngstein vor 1238 die Burg Reicheneck. Der arrogante Name „Reiches Eck“ zeigt das Selbstbewusstsein, aber auch das Ansehen der Königsteiner. INFO
http://www.engelthal-evangelisch.de/html/voit.html Dr. Gustav Voit |