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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

 

Von Teufeln, Hexen und anderen Masken

Bereits im Mittelalter wurde in der Fastnacht ein Karnevalskönig eingesetzt, der ein Narrenreich regierte, zu dem natürlich auch ein närrischer Hofstaat gehörte. In dieser Tradition steht der heutige Elferrat, die Karnevalsgarden, Tanzgemeinschaften usw. Der Standardnarr aber war der "Schalknarr", ein "normaler" Mensch, dem "natürlichen Narren" (= körperlich oder geistig Behinderten!) nachgebildet: kahlgeschoren, ausgestattet mit der Narrenkappe (Gugel), also Hahnenkamm, Eselsohren, Schelle, Miparti (geteilte Färbung der Kleidung). Er versinnbildlicht den Gottesleugner, die Unkenntnis der Nächstenliebe. Ergänzt wird der Standardnarr durch Teufel, Hexen und Riesen, den Repräsentanten der dämonischen Mächte, die in der civitas diaboli leben und als Weltverführer agieren.

Während die Zuordnung des Teufels zur civitas diaboli eindeutig ist, gilt für die Hexen, dass es sich um Frauen (seltener um Männer) handelt, die sich mit dem Teufel eingelassen haben und geschlechtlich mit ihm verkehren. Die Riesen galten nach der im Mittelalter üblichen Ansicht als Normbrecher und Übertreter des göttlichen Gebotes, weil sie die von Gott festgesetzten Größenordnungen übertraten. Konsequent verkleideten sich die Narren auch in moderneren Zeiten in Kostüme der "Feinde des Christentums": Chinesenkostüme, Indianermasken, Verkleidungen als Neger oder Cowboys stehen in dieser Tradition. Repräsentanten der bösen Welt sind ebenfalls die Träger von Fleckenkostümen, deren Flecken äußeres Zeichen des von Sünden befleckten menschlichen Leibes sind. Die Schellenträger zeigen durch die Schellen ihre Zugehörigkeit zur cupido-Gemeinschaft an. Die Schönmasken, z.B. die barocken Weißnarren, führen die Vergötzung des menschlichen Körpers vor (pulchritudo carnalis), dem die Verderbtheit der Seele entspricht.

Vom Sinn der leeren Schüsseln - Fasten

Das mittelhochdeutsche Wort vasten, althochdeutsch fasten, gotisch fastan, englisch to fast [vgl. fast food!], schwedisch fasta, bedeutete im Gotischen "[fest-] halten, beobachten, bewachen". 
Der christlich-asketische Gehalt in Form der Enthaltsamkeit scheint - ausgehend von der ostgotischen Kirche - mit dem Wort zuerst im Sinn von "an den Fastengeboten festhalten" verbunden worden zu sein und sich im 5. Jahrhundert ausgebreitet zu haben. Substantiviert wurde daraus "das Fasten" und "die Fasten" als Fastenzeit.

Was Fasten bedeutet, hat sich auch in der Umgangssprache festgesetzt. Mit ironischem Charme formulieren die Franzosen: "Danser devant de buffet" = Vor dem (leeren) Küchenschrank tanzen. Parallel heißt es in einer deutschen Redensart: "Vor leeren Schüsseln sitzen" oder "Die Schüssel leer finden".

Fasten - nicht zu verwechseln mit Diät oder Schlankhungern - versteht sich als religiös begründete freiwillige Nahrungsenthaltung in Bußzeiten. Bußzeiten sind alle Freitage des Jahres und die österliche Fastenzeit. An allen Freitagen gilt zudem das Gebot der Abstinenz. Die Enthaltung von Fleischspeisen dient der Erinnerung an den Tod Jesu, dessen an allen Freitagen gedacht wird. Von Aschermittwoch bis zur Ostermette dauert die österliche Fastenzeit, in der die Regeln des Fastens gelten: nur eine volle Mahlzeit pro Tag und zwei kleine Stärkungen. Zwei Tage im Jahr sind Fast- und Abstinenztage zugleich: Aschermittwoch und Karfreitag. An diesen Tagen soll nur eine sättigende Mahlzeit ohne Fleisch eingenommen werden. Die deutschen Bischöfe haben 1978 diese Regelung bestätigt. Für den Freitag haben sie aber auch geistliche Opfer anerkannt wie z.B. Gottesdienstbesuch, Dienst am Nächsten usw. sowie ein Verzichtopfer, bei dem das Ersparte Menschen in Not zukommen soll.

Das Mittelalter hatte zum Teil außerordentlich strenge Fastenregeln: Verboten waren alle Fleisch- und Milchprodukte, die sogenannten Laktizinien (Milch, Käse, Butter) und Eier, die als "flüssiges Fleisch" galten. 1491 wurden die Fastengesetze erstmals etwas gelockert und Papst Julius III. (1550 - 1555) erteilte allen Christen Dispens für Butter bzw. Öl und Eier, Käse und Milch.

Das Fastengebot hat seit jeher die Phantasie der Menschen angeregt, um das Fasten, wenn schon nicht zu einem kulinarischen Ereignis, dann aber doch zu einer erträglichen Zeit werden zu lassen. Auf "rheinisch-katholisch-schnoddrig" liest sich dies so: "Wer schon fasten muss, soll wenigstens gut essen!" Dass in mittelalterlichen, bayerischen Klöstern die Gans und die Biber zu "Wassertieren" gleich Fischen und damit zur erlaubten Fasten(!)speise gemacht wurden, scheint eine unausrottbare Fama zu sein. Starkbier als Fastengetränk (Fastenbier) war aber in Klöstern normal, weil Bier das einzige Getränk des Mittelalters für einfache Leute war und den Mönchen auch in der Fastenzeit die notwendige Energie für schwere körperliche Arbeit zuführte. 
Wissen muss man dabei, dass es Kaffee und Tee noch nicht gab, (nicht abgekochtes) Wasser zu trinken vielfach unhygienisch war und sich Wein allein schon aus Kostengründen nicht als Alternative anbot. Natürlich blieb die Menge des Bieres pro Mönch aber streng rationiert.
Dennoch ist die Geschichte des Fastens nicht ohne Überraschungen für den modernen Betrachter, der sie ausschließlich unter spirituell-asketischen Gesichtspunkten sieht. Nicht nur vom heiligen Thomas von Aquin ist bekannt, dass er einen außerordentlichen körperlichen Umfang besaß. Von einschlägigen Berechnungen wissen wir heute, dass französische Mönche im Mittelalter täglich durchschnittlich 5.000 - 7.000 Kalorien aufnahmen, an Festtagen auch erheblich mehr, an Fasttagen eben weniger. Hier ging es nicht nur um den Grundsatz, dass auch essen soll, wer arbeitet. Die Speckschicht der Mönche war auch ein Schutz gegen die Kälte in den ungeheizten Schlafräumen und Folge einer permanenten Angst vor dem Hungertod.

Es gibt genügend glaubwürdige Berichte aus der Vergangenheit, die belegen, dass es unsere Vorfahren verstanden haben, den Buchstaben der geltenden Fastenregeln zu entsprechen, zugleich aber ihrem Geist heftig zu widersprechen. Es sind nicht nur Gelage belegt, die jedweden Luxus an Fischgerichten auf den Tisch brachten. Bekannt sind auch zahlreiche scheinbare Fleischgerichte, die aus Fisch hergestellt wurden, z. B. Würstchen aus Fisch, so raffiniert gewürzt, dass sie wie Schweinswürstchen schmeckten. Immer wieder mussten die Gläubigen daran erinnert werden, dass es nicht auf die Buchstaben (der Fastengebote) ankam, sondern auf den Geist. Darum waren kostspielige raffinierte Fischgerichte ebenso zu meiden wie Fleisch (so z.B. das Provinzialkonzil 1536). Die Gläubigen mussten immer wieder neu erkennen, dass Fasten kein Selbstzweck ist, sondern eine disziplinarische Übung, ein Verzicht, der die Sinne frei macht für neue religiöse Erfahrungen. Enthaltsamkeit soll Herz und Seele für den Dienst Gottes freier, lebendiger und williger machen. Nach Augustinus lebt der Mensch gewöhnlich "secundam carnem" (gemäß dem Fleisch); das Fasten aber gestattet ihm "secundam spiritum" (ausgerichtet nach dem Geist Gottes) zu leben. Die geistgemäße Lebensart der Fastenzeit löst darum die fleischorientierte Karnevalszeit ab.

Quelle: http://www.religioeses-brauchtum.de  

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Stand: 25. April 2016     

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