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Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

 

Da wir das Essen am 31.10 angesetzt haben, fällt es mit Halloween zusammen. Als Historischer Verein interessiert uns natürlich wesentlich mehr der alte historische Hintergrund dieses Tages:

Wie ist Halloween entstanden? 

Der Halloween-Brauch stammt ursprünglich aus dem keltischen Raum: in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verabschiedeten sich die Druiden vom Sommer - der Jahreszeit der Göttin- und feierten die Herrschaft des Todesfürsten Samhain, der während des Winters regiert. Im keltischen Kalender symbolisiert dieser Tag den Jahreswechsel. Obwohl dieser Brauch noch aus den Zeiten vor Christus stammt, wurde er auch noch bis in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung exzessiv zelebriert.

Da in dieser Nacht nach keltischem Glauben das Leben (der Sommer) die Herrschaft für ein halbes Jahr an den Tod (den Winter) abgibt, glaubte man, daß es ein besonders günstiger Moment wäre, damit sich die Toten unter die Lebenden mischen können. Man glaubte, daß sich die Toten sich für ein Jahr lang den Körper eines Lebenden suchen. Daher wurden Ihnen Opfer gebracht, damit sie nicht den eigenen Körper auswählten. Außerdem glaubte man, dass die Trennwand zwischen der Welt der Toten und der Lebenden an diesem Abend besonders dünn ist und man daher besonders einfach mit den Toten in Kontakt treten kann. Um diesen Kontakt besonders einfach herstellen zu können, wurde gefeiert und den Toten allerlei Leckereien angeboten, auf dass sie gerne und für kurze Zeit auf die Erde zurück kehren sollten. So wollte man auch nach dem Tod von Verwandten den Kontakt zu ihnen aufrecht erhalten.

 Es war ein großes Fest, mit Lagerfeuer und Festmahl. Aufgrund des Jahreswechsels wurde meditiert und Voraussagungen für das nächste Jahr gemacht: Es ging um Krieg, Frieden, Politik, Ernten und Krankheiten. Den Göttern wurden Opfer dargebracht, um sie möglichst gnädig zu stimmen. 

Die Iren haben diesen Brauch etwas abgewandelt. Sie haben sich in dieser Nacht möglichst schrecklich angezogen und verkleidet, damit die Toten und Geister an Ihnen vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen. Die Masken und Verkleidungen dienten zur Abschreckung. 

Christianisierung Halloweens 

Mittlerweile ist Allerheiligen ein christlicher Brauch geworden. Bis dahin war es allerdings ein langer harter Kampf. Die Menschen waren zwar relativ leicht davon zu überzeugen, die damals neue Religion, das Christentum, anzunehmen, allerdings haben Sie oft an Ihren alten heidnischen Bräuchen und Traditionen festgehalten. Um die Gläubigen vor Sünden zu bewahren wurden die alten Bräuche einfach christianisiert. 

Im Jahre 837 verfügte Papst Gregor IV, dass an Samhain ebenfalls Tote geehrt werden sollten. So setzte man für den 1. November Allerheiligen an und am darauf folgenden Tag Allerseelen. Dies hatte zur Konsequenz, dass sich die einfachen Menschen nicht umstellen mussten und man sagen konnte, man habe erfolgreich die heidnischen Bräuche bekämpft. Gerade im keltischen Raum ließ sich allerdings die Feier im ursprünglichen - heidnischen - Sinne nicht vertreiben. 

Im 16. Jahrhundert entstand der eigentliche Name Halloween. Die protestantische Kirche führte den Namen All Hallowed Evening ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war die eigentliche Halloween-Nacht noch nicht christlich aber durch diese spezielle Betitelung war der Brauch endgültig christianisiert.

In Amerika kehrte man zum alten Brauchtum von Halloween zurück. Das Fest wurde modernisiert und mit der Zeit hat es seine jetzige Form angenommen: ein herzlich wenig christliches Fest, bei dem sehr vielen heidnischen Bräuchen gefrönt wird. Kinder ziehen verkleidet durch die Strassen und Klingen an den Häusern, um Süßigkeiten zu bitten. Hierbei wird der typische Spruch: "Trick or Treats" (Streiche oder Süßes) gerufen. Entsprechend dem Spruch werden den Kindern unterschiedlichste Süßigkeiten zugesteckt, falls nicht wird den Hausbesitzern ein Streich gespielt.

Von jeher war der Herbst die Zeit in der man Wildbret aß, auch heute noch werden in den meisten Gaststätten Herbstwildwochen angeboten, jedoch hat sich die Vielfalt auf einige Wildarten beschränkt. Unsere Vorfahren erlebten das noch völlig anders.

Vom widtpret zemachen 

Wildbret, das Fleisch von wild lebenden Tieren, gehört sicher zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit. Denn schon unsere Ururahnen in der Steinzeit lebten als Jäger vom Fleisch der erlegten Beutetiere. 

Im Mittelalter erlebte die Jagd dann eine Blütezeit an den Höfen und auf den Burgen - und mit ihr gelangte auch die Zubereitung zu hoher Meisterschaft. Die Vielfalt der Rezepte und die phantasievolle Kunstfertigkeit der Küchen meister überrascht uns heute ebenso wie die Vielzahl der Tiere, die auf die Tafel kamen. 

Da entdecken wir neben den auch heute noch beliebten Haarwildarten wie Rot-, Dam- und Rehwild, Elch, Gemsen, Schwarzwild und Hasen. Wildarten, die von uns heute sorgsam gehegt werden, wie Stein- und Muffelwild, Bären, Dachse, Ottern und Biber, deren Schwänze besonders in der Fastenzeit, da er als Wassertier zu den Fischen gerechnet wurde, als exquisite - und erlaubte - Delikatesse galten. 

Und auch beim Federwild finden wir alles wieder, was heute noch aus freier Wildbahn auf unsere Teller "fleucht". So standen auf den Speisezetteln neben Wildhühnern wie Rebhuhn, Wachtel, Birk- und Auerhahn oder Schneehuhn auch der erst mit den Kreuzzügen nach Europa eingeführte Fasan. Wilde Tauben, Enten und Gänse wurden ebenso verzehrt wie Pfauen, Reiher, Schnepfen, Kraniche, Möwen. Störche, Trappen und selbst Drosseln (Krammetsvöget oder Weinbergdrosseln), die auch heute noch in Frankreich, Italien und Spanien als eine gesuchte Schlemmerei gelten. 

Ein Beispiel davon, welche Mengen Wild verzehrt wurden, zeigt. der Jagdbericht über zwei Hirschjagden, die im Jahre 1568 anlässlich der legendären Münchner Fürstenhochzeit zwischen Herzog Wilhelm V von Bayern und Renata von Lothringen stattfanden. Für diese als großartigstes und prächtigstes Fest des Jahrhunderts beschriebene Hochzeit brachte man am 3.März stolze 80 und am folgenden Tag sogar 120 Hirsche für die Festmähler zur Strecke. 

Und die Beschreibung des Hochzeitsmahls zeigt uns, nur mit welchem Prunk man damals tafelte und welche großartigen, nicht nur Kochkünstler die Köche waren. Man tafelte im großen Saal der Neuen Veste zu München, und die Tafel war mit 40 Gedecken mit goldbestickten Servietten, 20 silbernen und vier goldenen Salzgefäßen und allerhand herrlichem Tafelgerät gedeckt. Sechs mannshohe Löwen dienten als Kerzenhalter und viele silberne Leuchter umstanden die Tafel, an deren Haupt das Braut -paar unter einem goldbestickten Thronhimmel mit dem bayrischen und lothringischen Wappen saß. Ihnen zur Seite hatten die erlauchten Fürsten mit ihren hochwohlgeborenen Damen und die vornehmsten Gesandten Platz genommen. 

Im großen Rundsaal dann stand die Fürstentafel für die Geschwister des Brautpaares, die übrigen erlauchten Verwandten und die adligen Gäste, die von vier Marschällen, 30 Grafen, 40 Baronen und zahlreichen Edelleuten bedient wurden. Das erste Gericht wurde von den Marschällen, begleitet von sechs Edelknaben mit brennenden Wachslichtern, beim Schall von Pauken und Trompeten aufgetragen. Ihm vorangetragen wurden drei kunstvoll aus Wachs gefertigte Schiffe mit farbig bemalten Figuren, auf denen die zehn Lebensalter des Menschen dargestellt wurden. Die sechste Tracht (Gang) dann besteht aus drei kunstvollen Labyrinthen von Backwerk, in deren Mitte Damen und Ritter beim Gastmahl sitzen, ferner aus drei brennenden Ofen und drei vierspännigen Kutschen mit sich bewegen Pferden. Backwerk ziert. auch die siebente Tracht: drei mit bestem Muskatellerwein beladene, sechsspännige Wagen deutscher Art, dazu drei Kastelle mit den Wappen von Osterreich, Bayern, Lothringen, jedes drei Spannen (etwa 75 cm) hoch 

Danach werden Früchte aufgetragen und mit ihnen Darstellungen von drei paradiesischen Gärten. Im ersten wandelt die Göttin Pomona, im zweiten Ceres und im dritten badet Diana mit drei Nymphen. Während die Hofkapelle hinter der Leitung von Orlando di Lasso die Gäste nut Quartetten erfreut, wird der "Nachtisch" gereicht: Pfauen, Fasanen. Reh- und Haselhühner, Kapaunen, Pasteten, Sülzen und Lammbraten; Ferkel, Wildschweinköpfe, Hirsche, Kaninchen und Enten und vielerlei Arten von Fischen. 

Den "Nachtisch" ziert Zuckerwerk (!) mit alt- und neutestamentarischen Darstellungen. Und natürlich werden zu allen Speisen die erlesensten Weine aus den besten Anbaugebieten der Zeit serviert. Danach wird wie schon zu Beginn des Mahls den Gästen zum Abschluss dieser wahrhaft gargantuesken Schlemmerei wohlriechendes Wasser zum Händewaschen gereicht.<

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Stand: 25. April 2016     

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