Programm der HG Stiber Fähnlein am Weihnachtsmarkt
Donnerstag 11.12.: Brauchtumsgebäck
bemalte Springerle, Kletzenbrot, Gebildebrot
- Ausschank: Likör, Hyppokras und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)
Likör - alle Liköre sind selbst hergestellt und sollen das Wissen um die
verschiedenen Anwendungen mit Kräutern weitergeben.
Hyppokras - ist für uns der Ahnherr des Glühweins*.
Anwesende: Ingrid Hausner/Wolfgang Fischer
Freitag 12.12.: Handwerk + Holz
Instrumentenbau (Vorstellen fertiger Instrumente), Türharfe (Verkauf),
Rührtrommeln, Schau-Krippen
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)
Anwesende: "Paganini" Sepp Gallesdörfer
Samstag 13.12.: "Motto: St. Lucia bringt den Menschen
das Licht"
Kinder ziehen ihre eigene Kerze, kostenlos;
Kerzen + Seifen Verkauf, durch die Deberndorfer;
Wachsstöckl, Fatschenkindl Ausstellung;
Restmisteln,
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)
Anwesende: Helmuth u. Ursula Singer
Bühne Samstag: 17 Uhr Sepp Lösch führt durch das
kurze Programm;
Stiber Musikgruppe "Lusamendtleyn", spielt auf alten historischen Instrumenten
(Drehleier und Streichpsalter, Flöte;
Lichtertanz der Gruppe "Laetissime Saltemus" auf zwei
MA Lieder Farandole und An dro
Sonntag 14.12.: "Motto: St. Lucia bringt den Menschen
das Licht"
Kinder ziehen ihre eigene Kerze, kostenlos;
Kerzen + Seifen Verkauf, durch die Deberndorfer;
Wachsstöckl, Fatschenkindl Ausstellung;
Restmisteln,
- Ausschank: Likör, Hyppokras* und Kletzenbrot, (G.Aufschneider)
Anwesende: Klaus u. Maria Faltenbacher
Sonntag: Kindergruppe des Stiber-Fähnlein zeigt lebendige
Marionetten

*Ein Köstlich Lieblich Getränk Und Gewürzter Wein -
Hyppocrass Genannt
Im Mittelalter gab es eine ganze Reihe von gewürzten
Weinen und der Hyppocrass gehörte zu den beliebtesten. Man trank ihn zum
Abschluß eines Bankettes oder im häuslichen Bereich abends warm vor dem zu
Bett gehen.
Hyppocrass ist ein sehr köstlich lieblich anmutig Trank /
wird gemeintlich in allen wohl gerüsteten Apotheken bereitet / nicht allein
für mancherlei Fehl und Gebrechen des Leibes / sondern auch zur Wollust
herrlicher Fürstenbankette / da solch edel Getränk mehr zu einer Pracht und
Überfluß / als zur Erhaltung der Gesundheit unnütz verwendet und vergeudet
wird / wie das köstliche Marzipan und Kraftbrot / samt anderen vielen
kostbarlichen und heilsamen Konfekten. Dieser Trank wird auch gewöhnlich von
denen morgens als eine kalte Suppe getrunken / welche die Nacht in Üppigkeit
und Mutwillen / mit Treffen / Saufen / und anderen Lastern zugebracht / denn
dieser Trank ist sehr schleckerhaftig / und der Zunge anmutig / erwärmt den
erkalteten Magen / bringt wieder Luft zu der Speise / stärkt und bekräftigt
die Verdauung / mag sehr nützlich gebraucht werden als eine heilsame kräftige
Arznei / für alle kalten und feuchten Gebrechen des Hauptes / weißen Adern /
und auch der Glieder / besonders von denen die kalter und feuchter Natur sind /
besonders zur Winterzeit. Aber junge hitzige Leute sollten sich vor solchen und
allen dergleichen hitzigen Getränken / wie Malvlier / Muskateller / Feynfall /
Pinöl / Lautertrank etc. nach Möglichkeit hüten und bewahren.
Quelle: Walter Ryff, Confect Büchlein, Frankfurt am
Main 1544
Brauchtumsgebäck, als Brauchtumsgebäck bezeichnen wir
auch Gebildebrote wie Spekulatius, Russisch Brot und Lebkuchenherzen, es kann
ein süßes oder salziges Gebäck sein, das mit der Hand geformt wird oder unter
Benutzung von Modeln, in die der Teig hineingepresst wird, entsteht.
Modeln oder Springerle überliefern uns als eine Art
bildlicher Informations- quelle das Gedankengut unserer Vorfahren. Modeln aus
Holz und Ton lassen sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen, wo sie
hauptsächlich die menschliche Fortpflanzung (Lebensbaum) darstellen.
Dargestellt wurden, anfangs überwiegend von den Klöstern, auch Heilige, Szenen
der Legende und regionale Motive. Als Bäcker und Konditoren die Herstellung
übernahmen, wurden die Modeln volkstümlicher. Sinnlich, nachdenklich aber auch
satirisch, sollte menschliches dargestellt werden.
Im 19. Jhd war es modern, Werke berühmter Künstler in Modeln
nachzuschnitzen, z.B. Riemenschneiders "Maria im Weingarten".
Das essbare Anschauungsmaterial wurde durch die modernen
Medien überflüssig und war bald nur noch ein beliebter Schmuck für den
Christbaum.
Regionales
Brauchtumsgebäck sind auch die Stutzbockerln, eine „Art Semmelbrod in
Gestalt zweyer Hörner, deren Spitzen auswärts stehen“, oder die Luzienplätzchen,
ein aus Hefeteig und Safran hergestelltes Gebildegebäck

Kletzenbrot: weitere Bezeichnungen: Hutzelbrot,
Früchtebrot, Birnbrot, Birnweck, Das Kletzenbrot ist ein würzig-süßes Brot
bei dem Trockenfrüchte und Gewürze mit dem Brotteig vermischt werden und zu
kleinen länglichen Laiben geformt wird. Das Brot ist dunkelbraun und hat einen
saftigen, festen Teig mit sichtbaren Frucht- und Nussstücken im Anschnitt.
Häufig ist es mit weißen Mandeln verziert. Es ist sehr lange haltbar.

Geschichte des Kletzenbrotes: Das Kletzenbrot ist eines der
ältesten Weihnachtsgebäcke und wird vor allem im bayerischen und schwäbischen
Raum gebacken. "Kletzen" sind mit der Schale getrocknete Birnen, die
schon teigig, also braun, weich und süß geworden sind. Die Birnen und
Zwetschgen wurden in der Nachhitze des Backofens gedörrt und für den Winter
aufbewahrt. Früher wurde Kletzenbrot ohne Honig oder Zucker hergestellt. Seine
Süße erhielt es nur durch die Kletzen oder Hutzeln. Im Gegensatz zu den
Kletzen sind die "Hutzeln" feinere Dörrbirnen, die vor dem Trocknen
geschält wurden. Die Bezeichnung "Hutzeln" leitet sich vom
niederdeutschen "hotten" ab, was so viel wie schrumpfen bedeutet.
Ursprünglich wurden als Trockenfrüchte nur Kletzen u. Hutzeln verwendet, erst
später nahm man mit der Einfuhr südländischer Früchte auch Feigen und
Rosinen dazu. Mit dem Backen des Kletzenbrotes wurde um den Andreastag
(30.November) begonnen. Hier beginnen auch die "Klöpfelnächte", in
denen maskierte Burschen über die Felder sprangen und so Fruchtbarkeit bringen
sollten. Mit Versen bettelten sie um Gaben, die in der Regel aus Kletzenbrot
bestanden. Das Kletzenbrot ist also ein Fruchtbarkeitssymbol.
Angeschnitten wurde das Kletzenbrot am Heiligen Abend oder am
Stephans tag (26. Dezember) vom Hausvater, der es dann verteilte. Auch die
Kinder, Knechte und Mägde bekamen ihren Anteil. Das Anschneiden des Früchte
brotes ist auch ein alter Verlobungsbrauch: Ein rauer Anschnitt des Brotes
bedeutete eine Absage von Seiten des Mädchens. Bei einem glatten Anschnitt war
sie mit der Bewerbung des Jungen einverstanden. Schließlich erhielten auch die
Tiere ihre "Maulgabe" in Form von Kletzen brot. Dies sollte Glück im
Stall bringen.
Sankt Lucia "St. Lucia bringt den Menschen das
Licht"
Sie lebte vor mehr als 1600 Jahren in Syrakus in Sizilien.
Luzia war Christin. Damals hatte sich das Christentum bereits rund um das
Mittelmeer ausge-breitet, aber die Christen wurden verfolgt. Auch Luzia fiel den
Verfolgern in die Hände. Die Legende erzählt, dass sie von Ochsen zu Tode
geschleift werden sollte. Doch die bewegten sich nicht von der Stelle, so sehr
man sie auch antrieb. Da wurde Luzia erstochen.
Die Legende weiß auch zu berichten, dass Luzia ihren
Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände
frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs
Haupt, damit sie in der Dunkelheit den Weg fand.
Ihr Gedenktag, der 13. Dezember war im Mittelalter mit
Mittwinter- und Sonnwendbräuchen verbunden. Bevor der gregorianische Kalender
1582 eingeführt wurde, galt der 13. Dezember als Mittwintertag. Im Mittelalter
wurden an diesem Tag die Kinder beschert, da der 24. Dezember erst ab dem 16 Jhd.
als Gabentag gefeiert wurde.
Auch manche Pfarrgemeinden bei uns feiern die Heilige Luzia
mit einem besonderen Gottesdienst. Nach schwedischem Vorbild zieht Sankt Luzia
im weißen Gewand, umgürtet mit einer weißen Schärpe, gekrönt mit einer
Lichterkrone, begleitet von ihren Gefährtinnen, in die dunkle Kirche hinein.
Sie verkündigt die nahe Geburt Christi, der das wahre Licht der Welt ist.
Quelle Heiligenlexikon
In unserer Gegend war früher die Luzier sehr gefürchtet, wie
ein Gedicht von Fritz Morgenschweis bezeugt:
D`Luzier kummt
Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!
Gestern Nacht scho hob is ghäihat, mei, i war vor Angst
ganz däiat. Unt im Hof is's unegeschlichn: "Wou is da Bou? Durt drobn! I
siech'n!"
Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!
Heit Nacht wird ses Messa wetzn. Soln ma unsan Hund
n'ashetzn, dass as soucht und packt und beitelt wöi a bouchans Ofascheitl?
Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!
Morgn Nacht werd ses umetreibm, tout de Kinna Kopf
oschneidn, afn Goartnzau nafstecka, daß ma in da Fröih daschrecka!
Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!
Gell, du toust me niat vorou'n und n Vodan wegaloun. I wür
brav, du würst a schaua, löiba lou i mi aushaua!
Muadda, richt de Hutzln vür, öitza kummt bal de Luzier!
Fritz Morgenschweis
In unserer jetzige Zeit sind die Bräuche etwas milder, so hat
sich mancherorts eingebürgert, am Luziatag Schiffchen mit Kerzen aufs Wasser zu
setzen und treiben zu lassen.
Fatschenkindl
Lange Zeit gab es geschnitzte Krippenfiguren nur in Kirchen.
Das Landvolk hatte statt dessen sein "Fatschenkindl". Dabei handelt es
sich um ein wächsernes Figürchen, von dem aber nur Kopf und Schultern sichtbar
sind. Der Körper besteht aus einer flachen Stoffwalze. Mit Spitzen, Bändern,
Schleifen, Schnüren, Rüschen und sonstigem Zierrat ist das Ganze eingefatscht,
also eingewickelt. Meist ruht das Fatschenkindl in einem gerahmten Holzkästchen
mit gläserner Schauseite. Die Innenausstattung dieser Kästchen ist oft ein
Kunstwerk. Stoffblumen, Gold- und Silberpapier, Sternchen, Schleifen, Wedel,
Perlen, Flitterkrönchen, kurz alles, was der Zierde dienen kann, findet hier
Verwendung.



So ein kunstvolles Krippenkästchen gehörte früher zu jeder
Brautausstattung. Manche Familien im Bayerischen Wald besitzen wohl noch so ein
"Krippnkastl" mit dem Fatschenkindl, aber die Figurenkrippe ist auch
in dieser Region an seine Stelle getreten.
Im Mittelalter fand die "Humanitas Salvatoris"
(sozusagen die menschliche Dimension des Erlösers) verstärkt Eingang in die
Weihnachtsliturgie. Schon 1232 baute der Hl. Franziskus zu Greccio eine Krippe
und von dort entwickelten sich viele Christkindbräuche (bis hin zum
Kindlwiegen) über Mitteleuropa
Wachsstock,
Der Wachsstock besteht aus einer tassenförmigen Standfläche,
von der meist ein senkrechter Dorn aufragt, dessen oberes Ende mit einer
Klemmvorrichtung versehen ist.
Um den Dorn ist eine schnurförmige, meist nur etwas
mehr als einen halben Zentimeter dicke Kerze gewickelt, die in der Halterung
fixiert werden kann. Wachsstöcke bestehen für gewöhnlich aus Messing oder
Silber und sind oft mit einem an einem Kettchen hängenden Löschhütchen
bestückt.
Als Wachstöckl bezeichnet werden aber nicht nur die Objekte,
die zur Aufnahme der schnurförmigen Wachskerzen dienen, sondern auch die
Wachslichter selbst. Vor allem in Wallfahrtsorten gab es früher ein reiches
Angebot solcher schnurförmiger Kerzen.



Die Wachsschnüre waren häufig kranzförmig gerollt oder in
Form eines Gebetbuches zusammengelegt und mit Applikationen aus farbigem Wachs
verziert. Beliebt waren auch korbartig gewundene Wachsstöckl. mit einem aus
Wachs modellierten Jesuskind in der Mitte. Solche Exemplare dienten in erster
Linie als Schauobjekte.
Eine wichtige, vom 17. Jh. bis zur allgemeinen Verwendung des
elektr. Lichts gebrauchte Lichtquelle.
Quelle: Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
