
Donnerstag, 18.Dezember 2003
"Grubenweihnacht"
Bergknappen
und Stiberer bitten zum Schaustollen "Max"
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Der Bergknappenverein
Sulzbach-Rosenberg und die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein laden gemeinsam
ein zur Gruben-Weihnacht der Bergleute. Am kommenden Sonntag findet sie ab 15
Uhr im Schaustollen "Max" bei der Villa Max statt.
Traditionell trafen sich die Sulzbach-Rosenberger
Bergleute während ihrer letzten Schicht vor dem Weihnachtsfest zu einer
vorweihnachtlichen Feier unter Tage. Ohne sich groß verabredet zu haben,
beteiligte sich jeder daran und brachte etwas zu essen oder zu trinken
mit.
Die Sulzbach-Rosenberger Bergleute laden in
Fortsetzung dieser alten Tradition ein zu ihrer Gruben-Weihnacht im
Bergbaustollen "Max".
Die Weihnachtsfeier der Bergleute unter dem Motto
"Wöis fröiher woar" beinhaltet eine kostenlose Jedermannführung im
Schaustollen, weihnachtliche Weisen der Bergleute und einen gemütlichen Plausch
bei Glühwein und Stollen im neu gebauten Ausstellungsraum.
Im Anschluss bietet sich ein Spaziergang durch
Rosenberg mit seinem Krippenweg an.

Mittwoch, 10. Dezember 2003
"Es kumbt ein Schiff geladen"
Sulzbach-Rosenberger
Weihnachtsmarkt mit Mittelalter-Flair - Stiber-Fähnlein lädt ein
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Mit
"Lusamendtleyn" und "Hyppocras", Fatschenkindln und
Kerzenziehen geht es am dritten Advent-Wochenende auf dem Sulzbach-Rosenberger
Weihnachtsmarkt auf Zeitreise in die Vergangenheit. Vom morgigen Donnerstag bis
zum Sonntag wird das kulturelle Programm in der Budenstadt wesentlich geprägt
und getragen von der Historischen Gruppe Stiberfähnlein.
Der Weihnachtsmarkt startet am Donnerstag, 11.
12., schon mit Mittelalter-Flair: Die "Stiberer" bieten den Besuchern
bemalte Springerla (ein traditionelles Brauchtumsgebäck unserer Region),
Kletzenbrot und Gebildbrot an, und zur innerlichen Erwärmung gibt es Kostproben
vom mittelalterlichen Gewürzwein "Hyppocras".
Außerdem spielen ab 17 Uhr auf der Bühne die
"Stammtischmusikanten" (Hans Reinhardt, Hans Ditrrich und Fritz Luber)
traditionelle Volksmusik, gefolgt um 18 Uhr vom Kindergarten "Guter
Hirte" Rosenberg mit Liedern und Gedichten.
Hyppocras und Kletznbrot
Am Freitag stellt auf dem Weihnachtsmarkt ein Stiber-Handwerker
Holz-Instrumentenbau vor (Ausstellung fertiger Instrumente), zum Kauf angeboten
werden Türharfen und Rührtrommeln. Und beim Betrachten der Schau-Krippen kann
man sich wieder den "Hyppocras" und Kletzenbrot schmecken
lassen.
Neben den "Stiberern" lässt sich am
Freitag ab 17 Uhr der CVJM-Posaunenchor Rosenberg hören, ab 18 Uhr ein
Blockflötensensemble der Städtischen Sing- und Musikschule.
Den Schwerpunkt ihrer Mittelalter-Weihnacht
setzen die Akteure des Stiberfähnleins jedoch am Samstag und Sonntag unter dem
Motto "Sankt Lucia bringt den Menschen das Licht". Bei den "Dillnberch-Schlorchern
(Patenverein der Stiber aus Deberndorf) können Kinder am Samstag kostenlos ihre
eigene Kerze ziehen. Handgefertigte Kerzen und fantastische Seifen hat der
Kulturverein Deberndorf übrigens auch im Angebot. Eine Wachsstöckl-Ausstellung
und prächtig geschmückte "Fatschenkindl" werden die Betrachter
begeistern.
Mittelalter-Klänge
Nach einem "Feurigen Auftakt" beginnt um 17 Uhr der Auftritt der
Historischen Tanzgruppe "Laetissime Saltemus" und der Musikgruppe
"Lusamendtleyn", moderiert von Sepp Lösch alias Albrecht Stiber. Zu
mittelalterlichen Weihnachtsliedern und Weisen mit alten Instrumenten wird u. a.
zu Ehren von St. Lucia ein Lichtertanz gezeigt. Um 18 Uhr folgt die "Birgländer
Flötenmusik".
Auch am Sonntag, 14. 12., können Kinder auf dem
Weihnachtsmarkt bei den "Dillnberch-Schlorchern" wieder kostenlos
Kerzen ziehen. Zur Stärkung gibt es wie an den Vortagen "Hyppocras"
und Kletzenbrot, dazu die Wachssstöckl- und Fatschenkindl-Schau. Außerdem
zeigt die Kindergruppe des Stiber-Fähnleins lebende Marionetten. Auf der Bühne
präsentiert sich am Sonntag um 16 Uhr der Gesang- und Orchesterverein 1847 mit
Weihnachtsliedern, um 17 Uhr folgt darauf der Männergesangverein Edelweiß
Kürmreuth.
Lob für Wechselbuden
Wer vom Weihnachtsmarkt eine Erinnerung mit nach Hause nehmen möchte, sollte
sich die diesjährige Sammeltasse mit Sulzbacher Motiv am Glühweinstand des
"Destillerie"-Teams anlachen. Wesentlich zur Sortimentebreite und zur
Abwechslung im Angebot des Weihnachtsmarktes sorgen heuer erstmals drei
Wechsel-Buden mit jeweils anderer Besetzung. Eine Idee, die auch bei den
Besuchern Anerkennung findet.
Wachsstöckl und Fatschenkindl
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Ein Relikt aus fernen
alten Tagen sind sie, die wunderschön gearbeiteten Wachsstöckl. Vor allem in
Bayern waren sie bis zur Einführung des elektrischen Lichts eine beliebte
Lichtquelle bei Gebet und Andacht, aber auch fromme Votiv- und Liebesgabe. Die
Wachsschnüre waren häufig kranzförmig gerollt oder in Form eines Gebetbuches
zusammengelegt und mir Applikationen aus farbigem Wachs verziert. Beliebt waren
korbartig gewundene Wachsstöckl mit einem aus Wachs modellierten Jesuskind in
der Mitte.
Beim Weihnachtsmarkt in Sulzbach-Rosenberg zeigt
Helga Gebhardt aus Hahnbach am Samstag und Sonntag nicht nur Wachskunst dieser
Art, sondern auch prächtig verzierte "Fatschenkindl", eine besondere
Art der früheren Christkind-Verehrung.

Montag, 2. Dezember 2003
Barock-Juwel im Bibeljahr
Ältesten
Sulzbacher Bibeldruck von anno 1691 ersteigert - In Deutschland nur zwei Exemplare
Sulzbach-Rosenberg. (im) So ein Christkindl
bekommt die Stadt Sulzbach-Rosenberg nicht alle Jahre, und das auch noch
"vorgezogener Weise": ein Exemplar des äußerst seltenen Erstdrucks
einer Sulzbacher Bibel von anno 1691. Am ersten Adventssonntag ging dieses
bedeutende Werk aus den barocken Druckerpressen der Herzogstadt in den Besitz
des Stadtmuseums über - gerade noch rechtzeitig zum "Jahr der Bibel
2003".
Erst kürzlich war die Bibel im Herbstkatalog des
renommierten Auktionshauses Hartung & Hartung entdeckt worden. Die
Münchener Traditionsfirma gilt als eine der besten süddeutschen Adressen für
alte Drucke, Manuskripte, Autographen und Graphik.
Pendant in Stuttgart
Anfang November konnte das wertvolle Buch mit etwas Glück zu einem
verhältnismäßig günstigen Preis ersteigert werden. Der Folioband stammt aus
der ersten Auflage eines deutschen Gesamtbibeldrucks, der 1691 bei Abraham
Lichtenthaler in Sulzbach hergestellt wurde. Bisher war davon nur ein einziges
Exemplar in der Württembergischen Landesbibliothek zu Stuttgart bekannt, wo
sich Deutschlands umfangreichste Bibelsammlung befindet.
Dr. Manfred Finke, ein allzu früh verstorbenes
Gründungsmitglied der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft, hat es
bereits 1995 in seiner Dissertation über "Sulzbach im 17. Jahrhundert"
aufgelistet. Bei der großen Bibelausstellung von 1999,die fast 11.000 Besucher
ins Stadtmuseum zog, konnte diese ein dreiviertel Jahr lang als Sonderleihgabe
besichtigt werden. Nun ist es mit wesentlicher Unterstützung des Stiber-Fähnleins
gelungen, ein Original dieser seltenen Bibelausgabe nach Sulzbach-Rosenberg
zurück zu holen.
Die Ersteigerung gelang mit der fachkundigen
Hilfe von Dr. Winold Vogt (München), der in der Bayerischen Staatsbibliothek
für den Bestandsaufbau "alte Drucke" verantwortlich zeichnet. Beim
Auktionshaus vertrat er Sulzbach-Rosenberg entgegenkommender Weise und ersparte
so den Aufwand für eine persönliche Anwesenheit vor Ort.
Zugunsten der Stadt verzichtete die
Staatsbibliothek darauf, mitzubieten, obwohl dieser Bibeldruck dort noch nicht
vorhanden ist, um den Band möglichst günstig an seinen Ursprungsort zu
bringen. "Es ist uns in München wichtiger, dass so ein Werk dahin kommt,
wo es her stammt, als es selbst zu besitzen" so Dr. Vogt.
Vorbesitzer unbekannt
Das Buch war unter der Versteigerungsnummer 816 als "Sacra Biblia (...).
Sehr seltene Sulzbacher katholische Bibel, ein Druck der ersten dortigen Offizin"
ausgeschrieben. Bislang wurden allerdings weder Mitbieter noch Vorbesitzer
bekannt.
Stiber mit Spendierhose
Sulzbach-Rosenberg. (kök) Helmuth Singer und
Klaus Faltenbacher vom Vorstand der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein, hatten
eine echte Rarität in der Tasche, als am Sonntagnachmittag der Rosenberger
Krippenweg festlich "angeblasen" wurde. Im Rahmen der Eröffnungsfeier
überreichten sie Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer für das Museum in der
Neustadt eine kostbare Barock Bibelausgabe der Sulzbacher Druckerei
Lichtenthaler (siehe dazu unseren Bericht auf dieser Seite). Erst tags
zuvorhatten sichVorstände und Mitglieder des Stiber-Fähnleins bei ihrer
vorweihnachtlichen Feier im Pflasterzollhaus spontan dazu entschlossen, bei der
Finanzierung dieser prominenten Anschaffung entscheidend in die Bresche zu
springen. Zwei private Einzelspenden lagen bereits vor, eine verbleibende kleine
Finanzlücke wird der Förderverein des Stadtmuseums noch schließen.

Samstag/Sonntag 1./2. November 2003
Burg im Brennpunkt des Krieges
Vor
1000 Jahren änderten sich die Machtverhältnisse in Sulzbach grundlegend -
Vortragsreihe
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Der Sommer des
Jahres 1003 markierte einen Wendepunkt in der Herrschaftsgeschichte der heutigen
mittleren Oberpfalz. Am Ende hatte die Burg Sulzbach einen neuen Herren, der
eine erfolgreiche Grafendynastie begründete - genau vor 1000 Jahren.
Wie der Merseburger Bischof Thietmar (? 1018) als
Zeitgenosse der Ereignisse in seiner Chronik überliefert, erhob sich im Sommer
1003 der mächtige Nordgaugraf Heinrich/Hezilo "von Schweinfurt" gegen
den jungen König Heinrich II. Der König schlug den Aufstand nieder und
änderte die Machtverhältnisse auf dem Nordgau.
Neues Machtzentrum
Die intensiven historischen und archäologischen Forschungen der letzten Jahre
haben Sulzbach als neu entdecktes Herrschaftszentrum der
karolingisch-ottonischen Zeit in den Mittelpunkt der als "Schweinfurter
Fehde" in die Geschichtsforschung eingegangen Auseinandersetzung
gerückt.
Demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass Sulzbach
als "Hauptburg" der Nordgaugrafen des 9. und 10. Jahrhunderts im
Brennpunkt der kriegerischen Ereignisse von 1003 stand.
Somit lässt sich nunmehr mit sehr großer
historischer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass Ende des Jahres 1003 die Familie
der späteren Sulzbacher Grafen nach der Niederlage des Nordgaugrafen Hezilo die
Burg auf dem Sulzbacher Schlossberg, die als Verwaltungsmittelpunkt und
Bestattungsplatz der Nordgaugrafen diente, vom siegreichen König Heinrich
übertragen bekam. Somit jährt sich diese Übernahme heuer zum 1000. Mal.
Junge Historiker
Aus diesem Anlass veranstaltet die Stadt Sulzbach-Rosenberg am 8.
November eine Vortragsreihe, in der junge Historiker und Archäologen ihre
neuesten Forschungen zu diesem Thema vorstellen.
Hubertus Seibert referiert als erster zum Thema
"Herrschaft und Legitimation. Adel in Bayern (10.-12.
Jahrhundert)".
Auf ihn folgt Mathias Hensch, der über seine
Funde bei den Ausgrabungen im Sulzbacher Schloss unter dem Thema
"Herrschaftskontinuität und Neuanfang - Die Burg Sulzbach aus Sicht der
Archäologie" spricht.
Jürgen Dendorfer beendet die
"Trilogie" mit seinem Beitrag: "Aufstieg und Fall. Die Grafen von
Sulzbach im 12. Jahrhundert".
Band zur Tagung
Anlässlich der Vortragsreihe wird auch Band 19 der
Schriftenreihe des Stadtmuseums und Stadtarchivs Sulzbach-Rosenberg vorgestellt.
Er hat den Titel: "Sulzbach und das Land zwischen Naab und Vils im frühen
Mittelalter." In diesem Band sind die überarbeiteten Referate abgedruckt,
die anlässlich der Tagung zum gleichen Thema am 13./14. Juni 2002 in
Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden.
Darin nehmen Archäologen, Historiker und Geographen eine erste Bewertung der
neuen Erkenntnisse vor. Die Veranstaltung findet direkt am Ort des Geschehens,
in der ehemaligen Schlosskapelle des Straßenbauamts Sulzbach-Rosenberg, Zum
Schloss 1, Sulzbach-Rosenberg, statt. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintrittspreis
beträgt drei Euro. Zwischen den Vorträgen wird es kleine Pausen geben, Ende
der Veranstaltung ist gegen 19.30 Uhr.

Riesen-Krabbe am Herbsthimmel
"Fest
der tausend Drachen" des Stiberfähnleins bietet zwei Tage lang prächtiges
Herbstspektakel
Sulzbach-Rosenberg/Hahnbach. (srz)
Großangriff der Drachen: Zwei Tage lang standen die bunten Flugwesen in allen
erdenklichen Farben und Formen am Himmel bei Kötzersricht: Das Stiberfähnlein
Sulzbach-Rosenberg und die Drachengruppe "SGSN" hatten eingeladen, und
an die tausend Besucher genossen weidlich das farbenfrohe
Herbst-Spektakel.
Viele Wanderer, Radfahrer und Ausflügler wurden
durch die sich im Wind tummelnden Drachen motiviert, ihre Route nach
Kötzersricht abzuändern, wo das dritte Familien-Drachenfest über die Bühne
ging.
Nicht wenige Väter und Mütter ließen hier mit
ihren Kindern bei erstklassigem Flugwetter farbenprächtige Diamantdrachen oder
Delta-Drachen mit Motiven aus der Tier-, Comic- und Fabelwelt steigen.
Profis mit Flugfiguren
Auf der riesigen Wiese waren auch sehr viele Kinder allein unterwegs, um ihren
Lenkdrachen zu starten, und andere lagen einfach nur im Gras und genossen das
Spiel des Windes mit ihren Einleinern. Zu den Besuchern zählten auch zahlreiche
professionelle Drachenflieger. Sie flogen mit ihren Lenkdrachen oft in
Bodennähe und zeigten Flugfiguren, die das Publikum begeisterten.
Die riesige Wiese war in zwei Flugfeldern
unterteilt worden, damit sich die Einleiner und die Lenkdrachen nicht in die
Quere kamen. Manch einer musste sich zum oberem Ende des Flugfeldes auf den Weg
machen, um für seinen Drachen noch einen Platz am Himmel zu ergattern.
Veranstaltet wurde dieses "Spectaculum Draculum" von der Historischen
Gruppe Stiber-Fähnlein Sulzbach-Rosenberg, die auch für das leibliche Wohl der
kleinen und großen Drachenflieger sorgte.
Sechs Meter Spannweite
Die Drachen-Fachleute von "SGSN" hatten an beiden Tagen alle Hände
voll zu tun. Sie ließen ihre selbstgebauten Großdrachen mit Spannweiten von
bis zu sechs Metern und Figurendrachen in Form einer Krabbe, eines Bären oder
von Fußballerbeinen mit Ball steigen. Gerne standen diese Profis auch den
Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. So konnte sich jeder bei Bedarf Tipps zum
Steuern seines Lenkdrachens oder für eine bessere Einstellung seines Einleiners
holen.
Viel Spaß hatten am Samstag die Kinder. Sie durften den Schwanz eines ca. 50
Meter langen Schlangendrachens bunt bemalen. Der Schlangenkopf in Form einer
Kobra war von den Drachenfreunden im Vorfeld bemalt und mit dem erforderlichen
Gestänge versehen worden.
Am Sonntag gegen 15 Uhr stieg dann dieser
Riesendrachen bei mäßigen Wind kurzzeitig gen Himmel. Lange genug aber, um das
farbenfrohe Werk der Maler vom Vortag zu bestaunen.
Unterstützt wurde dieses "Treffen der
tausend Drachen" durch die Firma Spiel+Freizeit Moedel aus Amberg. Die
Veranstalter bedanken sich auch bei der Familie Rauch aus Kötzersricht, die
freundlicherweise das schöne Flugfeld zur Verfügung gestellt hat.

Vilsbrücken werden in Szene gesetzt
Stadtmarketingverein
testet zum mittelalterlichen Brunnenfest ein Licht- und Farbenspiel
Amberg.
Amberg (sah) Der Stadtmarketingverein bringt
die Vilsbrücken zum Leuchten: Dieses Lichter- und Farbenspiel ist ein Beitrag
zum mittelalterlichen Brunnenfest, das der Verein "Cantus Ferrum" von
Freitag bis Sonntag veranstaltet.
Die Brücken-Beleuchtung hat ihre Premiere heute
um 21.30 Uhr und ist am Samstag- und Sonntagabend nochmals zu sehen. Die fünf
Vilsbrücken in der Altstadt - beim Parktheater, bei den Schulschwestern, die
Krambrücke, der Martinssteg und die Schiffbrücke - werden so angestrahlt, dass
sich Lichteffekte im Wasser spiegeln und auch die Brücken-Überdachungen
akzentuiert werden. Dazu soll auch der große Baum vor dem Rathaus geheimnisvoll
grün leuchten.
Diese Brückenbeleuchtung ist ein Beitrag des
Stadtmarketingvereins zum großen mittelalterlichen Fest des Vereins für
erlebte Geschichte, "Cantus Ferrum" und zur Landesausstellung
"Der Winterkönig". Andererseits startet der Stadtmarketingverein
damit auch ein Experiment, um eine Diskussion darüber in die Gänge zu bringen,
wie wichtige Objekte oder Plätze nach und nach als effektvolle
"Lichtzonen" gestaltet werden können.
Damit, so die Vorsitzende des
Stadtmarketingvereins, Heidemarie Sander, könnten für die Altstadt funktional
wirkende Stimmungen für ein freundliches, einladendes nächtliches Ambiente
erreicht werden: "Die Atmosphäre einer Stadt ist ein wichtiger
Standortfaktor, der sich relativ rasch und kostengünstig verwirklichen lässt
und sich durch die Wahl unterschiedlicher Hell- und Dunkelzonen plastisch und
dramaturgisch recht effektvoll inszenieren lässt".
Ein offenes Ohr fand der Vorstand des
Marketingvereins bereits bei den Stadtwerken für ein Licht-Sponsoring der
Altstadt, um das historische Rathaus zu einem außergewöhnlichen Blickfang
werden zu lassen. Gedacht ist an eine wirkungsvolle Installation von
Beleuchtungskörpern an der Rathausfront zum Marktplatz und zur Rathausstraße
hin - natürlich ohne eine Beschädigung des wertvollen Baudenkmales und auch
nur als Ergebnis geschulter Lichtplaner und Lichtarchitekten, die Architektur
und Umfeld in Einklang bringen können.
Altstadt Seele einhauchen
Amberg hat eine so reizvolle historische Altstadt: warum soll man ihr nicht mit
einer ausgeklügelten Beleuchtung eine Seele einhauchen? Wenn Freitagnacht die
Brücken zu leuchten beginnen, gibt der Verein für erlebte Geschichte - dem
Spektakel noch zusätzlich Glanz: mit Feuerspuckern, Gauklern, Rittern,
Bogenschützen und Marketenderinnen. Und wenn die mittelalterlichen Gruppen
rück zum Maxplatz ziehen, werden die Brücken immer noch leuchten, ihr Schein
sich im Wasser spiegeln und den Blick in die Altstadt ziehen.
Passend zu Jahreszeiten
Mit Absicht wurden für die Beleuchtungen verschiedene Farben gewählt, denn
angedacht ist, die Brücken jahreszeitlich verschieden zu illuminieren: passend
zum Frühjahr, zum Sommer, zum Herbst und Winter. Lediglich der Baum auf dem
Marktplatz soll im Sommer grünes Licht, und im Winter gelbes Licht gesetzt
bekommen - Letzteres, um die kahlen Zweige voll zur Geltung zu bringen.
Wenn die Brückenbeleuchtung auf Gefallen
stößt, wird der Stadtmarketingverein anschließend bei der Stadt einen
Bauantrag zur Beleuchtung der Vilsbrücken stellen, Sponsoren suchen und die
Stadtwerke (die für das Lichtsponsoring in der Altstadt die wesentliche
Vorreiterrolle übernehmen) zu unterstützen: Dadurch soll schon im Herbst,
spätestens aber zum Beginn des Weihnachtsmarktes, das Rathaus, und damit
"die gute Stube der Stadt" nicht nur flach angestrahlt, sondern
plastisch-differenziert ins rechte Licht gerückt werden.

Mittwoch, 06.08.2003
Handylos zurück ins Mittelalter
Historisches
Brunnenfest mit "Cantus Ferrum" am Amberger Maxplatz - Stiberfähnlein
mit dabei
Amberg-Sulzbach. (eik) Wenn sie ihrem Hobby frönen,
bleibt das Handy zu Hause: Im Mittelalter, jener Zeit, der sich der Verein
"Cantus Ferrum" verschrieben hat, gab es solche technischen
Errungenschaften noch nicht. Unterhaltsam war es damals trotzdem, wie der Verein
und viele befreundete Gruppen mit einem "Mittelalterlichen
Brunnenfest" von 8. bis 10. August unter Beweis stellen.
Es ist die Authentizität, die "Cantus
Ferrum" besonders am Herzen liegt: So originalgetreu wie möglich wollen
die Mitglieder das Mittelalter im Zeitraum von 650 bis 1550 n. Chr. mit all
seinen vielen Facetten neu zum Leben erwecken - und jene Epoche damit auch Laien
verständlich werden lassen. Es geht also um ein Stück erlebte Geschichte im
wahrsten Sinne des Wortes und die soll möglichst "echt" sein. Dazu
gehört, dass die Mitglieder nicht einfach in irgendwelche Verkleidungen
schlüpfen, sondern in Gewänder, die den Originalen von einst sehr nahe kommen:
Die Kleidung wird selbst geschneidert, nach Schnitten, in Farben und aus
Stoffen, die es zu jener Zeit gegeben hat, wie Leinen oder Filz.
Mit ihrer Begeisterung für das Mittelalter sind
die Aktiven von "Cantus Ferrum" nicht alleine - und nur deshalb wurde,
wie der Verein betont, auch das "mittelalterliche Brunnenfest" am
kommenden Wochenende überhaupt machbar: Der Stadtmarketingverein und viele
Sponsoren unterstützen die 60-köpfige Truppe, dazu gesellen sich viele
befreundete Vereine und Gruppen, die ohne Gage auftreten und damit ein buntes
Programm ermöglicht haben, das am Freitagabend beginnt und bis Sonntagabend
dauert .
Insgesamt werden rund 150 Akteure das Mittelalter
auf den Maxplatz holen, wo die Besucher unter anderem ein Lager, Verpflegungs-
und Verkaufsstände aber auch viele Vorführungen - angefangen von alter
Handwerkskunst bis hin zu Tanz und Musik - miterleben können. Geplant ist unter
anderem eine Modenschau, bei der die Zuschauer nicht nur sehr originalgetreue
Kleidung sehen, sondern auch erfahren, zu welchem Zweck das jeweilige Gewand
einst diente und wie es angefertigt wurde.
Schaukämpfe dürfen natürlich auch nicht
fehlen. Gaukler, Feuerspucker, Musikanten und Tänzer unterhalten die Gäste,
die sich außerdem auch selbst im Lanzenstechen oder in Schwertkämpfen
versuchen können. Eine Vorführung des sportlichen Wettkampfs "Bruchenball"
und das mittelalterliche Marionettentheater "Schlampuzen" gehören
auch zum Programm.

Mittwoch, 06.08.2003
Drei Tage Mittelalter zum Staunen
Von
Freitag bis Sonntag Brunnenfest von Cantus Ferrum mit vielen Aktionen - Auch
Vils leuchtet
Amberg. (ath) Es findet bereits zum zweiten
Mal statt, aber dieses Brunnenfest dürfte seinen Vorgänger noch um ein
Vielfaches übertreffen. Drei Tage dauert das Spektakel, das der Verein Cantus
Ferrum für dieses Wochenende aufgezogen hat (AZ berichtete). Im Mittelpunkt
steht dabei das Mittelalter mit seiner bunten Pracht und seinen rustikalen
Facetten, das von Freitagabend bis Sonntag rund um den Maxplatz lebendig
wird.
Aber auch der Marktplatz ist miteinbezogen und
die Amberger Vilsbrücken in der Innenstadt, die zum ersten Mal im Rahmen dieses
Festes leuchten werden. Los geht es am Freitag um 17.30 Uhr mit einem Umzug vom
Vilstor zum Marktplatz, wo um 18 Uhr die offizielle Eröffnung mit
Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer, Feuerspuckern, Gaukeleien, Musik, Tanz
und Schaukampfeinlagen stattfindet.
Ambergs Fluss erstrahlt
Um 21 Uhr werden dann die Vilsbrücken zum ersten Mal erstrahlen - eine Aktion
und Idee des Amberger Stadtmarketingvereins, der damit dem Brunnenfest ein
zusätzliches Highlight verleiht. Alle weiteren wichtigen Programmpunkte
nachfolgend in Stichworten:
20 Uhr Einzug ins Lager beim Vilstor und
Eröffnung der Bühne dort mit folgenden Darbietungen (bis 23 Uhr):
mittelalterliche Musik mit der Band Nostri-Farrago, orientalische und
historische Tänze von "Laetissime Saltemus", mittelalterliche
Modenschau, Gaukelei, Schaukämpfe, Feuerspectaculum vor dem Vilstor (gegen
22.30 Uhr).
Daneben läuft von 20 bis 23 Uhr das Programm im
Lager mit mittelalterlichem Handwerk (Holzschnitzer, Schmied, Fackelmacher,
Seiler, Besenbinder, Holzflechter, Seifensieder, Bogenbauer, Webstuhl,
Marionettenbauer usw.), Kettenhemd-Herstellung, Kinderspiele, Lagerleben,
mittelalterlicher Bader und Marionettentheater.
21:00 Uhr Der Stadtmarketingverein lässt die
Amberger Brücken leuchten. Auf der Krambrücke "entzündet" Frau
Sander (1.Voristzende des Stadtmarktingvereins Amberg) gemeinsam mit Gauklern
und Feuerspuckern Ambergs Brücken. Samstag: ab 10 Uhr mittelalterliches
Lagerleben, 13 Uhr Umzug vom Vilstor zum Marktplatz mit Gaukelei, Feuerspucken,
Musik und Tanz, Schaukampfeinlagen; 14 Uhr Einzug ins Lager beim Vilstor und
Eröffnung auf der Bühne mit Programm von 14 bis 18 Uhr wie Freitag plus
zusätzlich mittelalterliche Heeraufstellungen, Bruchenball (ein überliefertes
Spiel der Knappen) und orientalische Tänze mit der Gruppe
"Wüstenzauber" ab 17.30 Uhr.
Wenn die Ritter tafeln
Vorführungen im Lager ebenfalls wie am Vortag sowie mittelalterliches
Marionettentheater ab 17.30 Uhr, außerdem wird in jedem Lager Essen für die
große Rittertafel ab 19 Uhr zubereitet. Um 21 Uhr gibt es ferner eine
Verhaftung, ab 21.30 Uhr Musik mit der Band Nostri Farrago, Gaukelei und
orientalischen Tanz sowie um 22.30 Uhr ein Feuerspectaculum.
Am Sonntag wieder ab 10 Uhr Lagerleben und um 12
Uhr Umzug vom Vilstor zum Marktplatz mit Gaukelei, Feuerspucken, Musik, Tanz und
Schaukampfeinlagen. 13 Uhr Einzug ins Lager am Maxplatz und Eröffnung auf der
Bühne mit Programm (bis 18 Uhr) ähnlich wie am Samstagnachmittag, zusätzlich
ein einstündiges mittelalterliches Konzert. Bis 20 Uhr dann Ausklingen des
Festes und Verabschiedung der zahlreichen mitwirkenden Gruppen und Aussteller
(siehe nebenstehenden Kasten).

Mittwoch, 30.07.03
Unterwegs "mit Feuer und Schwert
Die
durchaus friedfertige "Historische Sommerreise" des Stiber-Fähnleins
in Oberpfalz und Franken
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Wie ist das, wenn
das Mittelalter auf Reisen geht? Aufregend, spannend, unterhaltsam und
kunterbunt in jedem Fall - und das nicht nur für die Akteure des
Stiberfähnleins selber, sondern vor allem für die vielen begeisterten
Zuschauer, die ihre Auftritte in diesem Sommer bei zahlreichen historischen
Festivitäten erleben. Die "Stiberer" verstehen sich dabei auch immer
als "Botschafter" ihrer geschichtsträchtigen Heimatstadt.
Die "Sommer-Reise" des Stiber
Fähnleins begann, wie sich das so gehört, zu Hause. Und zwar am 10. und 11.
Mai in Rosenberg, als der Stadtteil am Rosenbach mit einem prächtigen Historischen
Wochenende den 750. Jahrestag seiner ersten urkundlichen Erwähnung feierte.
Noch Ende des gleichen Monats brachen die
Landsknechte, Marketenderinnen, Handwerker, Musikanten und Sänger des
Sulzbacher "Fähnleins" auf gen Schwandorf, um mit den dortigen
"Mittelalterfreunden" und zahlreichen weiteren historischen Gruppen
ein unvergessliches Festwochenende auf dem Gelände des Fronberger Schlossparks
zu veranstalten.
Wie immer, wenn die "Stiberer" für
einige Tage in Sachen Mittelalter unterwegs sind, gleicht das einem halben
"Auszug aus Ägypten". Denn so ein stilvolles Lagerleben des 15. und
16. Jahrhunderts will bis ins Detail zelebriert sein.
Der "Hausstand" zieht mit
Das beginnt bei den Zeltbaldachinen, geht über hölzerne Truhen und Schemel bis
hin zum feinen Tafelgeschirr aus Zinn, Waffen, Gewandung, Musikinstrumenten,
Bastel- und Handwerkszeug, Fackeln und derAusrüstung für die weithin bekannte
spektakuläre "Feuerschau" des Stiberfähnleins ... die Baumaterialien
und Requisiten füllen mindestens einen großen Pkw-Anhänger und etliche
Auto-Kofferräume.
Gleich zweimal brachen die "Stiberer"
mit ihrem Häuptling Klaus Faltenbacher in diesem Sommer ins Fränkische ein:
Natürlich immer in friedlich-freundschaftlicher Mission - ging es doch in dem
einen Fall Mitte Juni um den offiziellen Gegenbesuch beim Patenverein "
Dillnberchschlorcher" in Deberndorf bei Cadolzburg, im anderen Fall um ein
Wiedersehen mit den befreundeten Altdorfer Kroaten anlässlich der dortigen
Wallenstein Festspiele.
"Erich" fühlt sich wohl
Wie immer waren auch bei diesen Anlässen die "Stiberer" für
Uberraschungen gut, und so sind die Deberndorfer seitdem um ein Maskottchen, den
Goaßbock Erwin, reicher. Erwin fühlt sich nach anfänglichen
Anpassungsschwierigkeiten bei den Franken mittlerweile tierisch wohl, hat nichts
mehr zu meckern und auch keinen Bock mehr auf die "Pfalz". Hoch
willkommen bei den stets durstigen Kroaten war als Gastgeschenk ein Fassl
herzogstädtisches Bier.
Natürlich lassen es die edlen Damen und tapferen
Mannen des "Fähnleins" bei ihren Besuchsfahrten nicht beim
fröhlichen Feiern bewenden: Auftritte der Historischen Tanzgruppe "Laetisseme
saltemus", der Handwerker und Künstler (Model-Gestaltung, Flechten,
Lederarbeiten, Instrumentenbau Verkostung selbst fabrizierter Liköre und
anderer Köstlichkeiten), Vorführung eines pittoresken Feldlagers und Auftritte
der Feuerkünstler gehören zum obligatorischen Pflichtprogramm. Die Tanzgruppe
probt übrigens regelmäßig an jedem zweiten Mittwoch (nach der Sommerpause ab
10. September Treffpunkt jeweils 20 Uhr am HCA- Gymnasium) und würde sich über
Zuwachs freuen (Tel. 53 524 oder 51 114).
Relativ neu im Programm der Stiberer, das zuletzt
am vergangenen Wochenende noch einmal rund zweitausend Besucher des Kastler
Schweppermann-Spiels erleben konnten, findet sich die Historische Musikgruppe
"Lusamendtleyn". Mit Drehleier, Streichpsalter, Flöten, Handtrommel
und Gesang erweckt das Ensemble alte Musik zu neuem Leben. Gegenwärtig ist
"Lusamendtleyn" auf der Suche nach einer Flöten-Altstimme Interessenten
sollten sich beim Stiber-Fähnlein melden (Tel. 51114 oder 6259).
Im August gen Amberg
Den vorläufigen Schlusspunkt ihre: "Historischen Sommerreise" setzen
die Akteure des Stiber-Fähnleins vom 8. bis 10. August in der Nachbarstadt
Amberg, wo die dortige Gruppe Cantus Ferrum" zum großen
Mittelalter-Spektakel im Bereich des Max-Platzes aufruft. Auch dabei, da darf
man ganz sicher sein, wird das wackere Aufgebot aus der Herzogstadt eine
gewichtige Rolle übernehmen und längst vergangene Zeiten aufleben lassen.

Mittwoch, 02.07.2003
Mit Feder und Latein am Werk
Der
Stiber-Kalligraph Andreas Schatz - "Für mich ist Geschichte ein
Lebenselexier"
Sulzbach-Rosenberg. (dle) Der Mann mit dem
Oberlippenbart wirkt im Stillen. In einen braunen Umhang gehüllt sitzt er in
einer Ecke des Pflasterzollhauses und zieht mit Tinte Bleistiftstriche auf einem
großen Papierbogen nach. Kühl und ruhig ist es hier drinnen. Ein
Kontrastprogramm zu dem Treiben draußen.
Dort pulsiert das Leben, lässt die Historische
Gruppe "Stiber-Fähnlein" beim Altstadtfest die Vergangenheit wieder
lebendig werden. Seit drei Jahren ist auch der Mann bei den Stibern, den nichts
aus der Ruhe zu bringen scheint. Andreas Schatz heißt er. Als Stadtschreiber,
Kalligraph und Geschiichtsforscher stellt er sich vor.
Gezielt setzt Schatz die Feder an. Jede Linie sitzt.
Schatz ist Heimatforscher aus Passion; für ihn ist Geschichte ein
Lebenselexier. Vor 30 Jahren hat der Beamte damit begonnen. Seitdem besucht er
mindestens zwei Mal pro Woche Staats- und bischöfliche Archive. Ständig
arbeitet er an Chroniken und Familienstammbäumen.
Ahnenforschung bedeutet für Schatz
Heimatgeschichte. Das Interesse an historischen Gebräuchen und Sitten kam dann
in Folge - und ließ ihn nicht mehr los. "Man kann nie aufhören. Jeder
sagt 'Ich habe zu spät angefangen. Ich werde im Leben nicht mehr fertig'.
Wühlen in Archiven
Früher war Schatz auch Fußballer und Kapellmeister in einer Blasmusikgruppe.
Das eine hat das andere abgelöst. Nur die Forschung wird ihm bleiben, auch wenn
sie Geduld erfordert. Oft sitzt er tagelang im Archiv "wühlt" in
alten Büchern und findet trotzdem nicht das, was er sucht. Schriften bis
zurück in das 15. Jahrhundert beherrscht er - und natürlich das unverzichtbare
Latein, das bis vor zwanzig Jahre noch Amtssprache der katholischen Kirche
war.
Schatz ist nicht der einzige, der sich in alten
Akten 'vergräbt'. Ein Pater habe einmal zu ihm gesagt: "Nirgends wird
freiwillig so viel gearbeitet, wie im Archiv." Aus eigener Erfahrung weiß
der Schwarzenfelder: "Niemand kann aufhören weil`s so spannend und so
schön ist". Regelmäßig müssen die Forscher zur Mittagspause vom Archiv-Personal
hinauskomplimentiert werden. Sie vergessen einfach die Zeit.
Die staatlichen Stellen erleichtern ihm die
Arbeit ungemein. Ein riesiger Unterlagenfundus stehe zur Verfügung. In Bayern
seien durch den Krieg kaum Schriften zerstört worden.
Nötig sind Geduld und Ausdauer.
Stammbaum braucht Zeit
"Das ist aber auch für Ältere lernbar" erzählt Schatz. Für ihn
wäre es vermessen, sich mit Profis gleichzustellen. "Wenn ich es
berufsmäßig machen würde, macht es keinen Spaß mehr Und es muss Spaß
machen." Er opfert lieber seine Freizeit und er ist sich bewusst: "Man
lässt schon was liegen." 100 Stunden dauert es, bis er einen Stammbaum
geschrieben hat, inklusive Forschung, erzählt er und zeigt einen Schnellhefter
voll Unterlagen.
Rund 150 000 Namen mit Daten hat er schon zu
Hause sauber archiviert. Orts- und Vereinschroniken erarbeitet Schatz ebenso,
etliche Bücher hat er bereits veröffentlich. Leute kommen und wollen wissen,
wie lange ihr Haus schon besteht und wie oft es verkauft worden ist. "Besonderheiten
interessieren schon". bekennt er und kann spontan die eine oder andere
Anekdote erzählen.
Schicksale hinter Lettern
"Die Ludwig-Thoma-Geschichten sind tatsächlich geschehen. Ich könnte ein
Theater schreiben". Überhaupt stelle er sich die Schicksale hinter den
nüchternen Schriften vor, die betroffenen Menschen. Die Frau, von deren 16
Kindern nur eines überlebte. Die Bauern, die unter ärmlichsten Verhältnissen
lebten. Nur den Adel spart Scahtz aus.
"Mundart ist Kultur"
Und zum Schluss ereifert sich der Mann mit dem braunen Kittel und der gediegenen
Stimme doch etwas . Die Mundart werde mit Füßen getreten. Sie ist ein Stück
Kultur, "das wir aussterben lassen". Nirgens gebe es soviel Vielfalt
wie in der Mundart, die in jedem Dorf anders ist. "Das ist doch das
Schöne. Wir geben das auf - warum?" "Kultur muss man bewahren und
weitergeben." Er und seine Freunde vom Stiber-Fähnlein bemühen sich
darum.
Bildunterschrift: Ein Kalligraph und
Archivforscher muss nicht nur schön schreiben können, er muss genau so gut
auch alte Schriften auf Dokumenten entziffern können. Lateinkenntnisse sind
dabei oft unerlässlich.

Dienstag, 01.07.2003
Tanz nach der Pfeife des Todes
"Sulzbacher
Pestreigen" und Feuerspectaculum Glanzpunkte des Historischen Festes auf
der Schanz
Sulzbach-Rosenberg. (dle) Die Helden der
szenischen Darstellung sind mindestens genauso furchteinflößend wie ihr Thema.
Schwarze Umhänge beide. Auf dem einen ein weißes Skelett abgebildet - der Tod.
Der andere mit einem weißen Schnabel als Maske vor dem Gesicht - Dr. Schnabel.
Die Pestilenz, der "Schwarze Tod", der die Millionen dahinraffte, den
die Menschen fürchteten, wie sprichwörtlich der Teufel das Weihwasser.
Das "Stiber-Fähnlein" hatte zum
Altstadtfest die rund halbstündige Darstellung "Der Pestreigen"
einstudiert. Kinder, Erwachsene, Ritter und allerlei Figuren setzten hinter der
Stadtmauer an der Allee eindrucksvoll eine der größten Seuchen des Abendlandes
und ihr Wüten im Sulzbacher Land in Szene.
"Umsonst ist alles Klagen", erklärt
der Erzähler Sepp Lösch, hoch über der Arena postiert, dem Publikum die
Geschehnisse. "Der Tod (Klaus Faltenbacher) sucht seine Opfer." Und
immer wieder greift der Sensenmann zu - unerbittlich holt er sich die Kranken
aus dem fröhlichen Reigen, streckt sie darnieder: "Ihr müsst jetzt euren
Tanz nach meiner Pfeife wagen".
Die Toten weggekarrt
Selbst der zweite Schwarze außerhalb des Reigens kann selten helfen: Dr.
"Schnabel" alias Wolfgang Fischer. Nomen est omen: mit einem Schnabel
im Gesicht (die makabre Maske soll vor Ansteckung schützen, der Schnabel ist
mit Heikräutern ausgestopft), geht der Pestarzt seinem traurigen und meist
vergeblichen Handwerk nach. Die Totengräber kommen, ziehen die Verblichenen auf
Karren und fahren bimmelnd davon. Doch die Erlösung kommt. "Das Kreuz
triumphiert über das Böse." Die Heilige Mutter Anna hat das Sulzbacher
Land von der Pestilenz erlöst. Kinder und Erwachsene dürfen wieder unbeschwert
tanzen. Begleitet werden die Spielszenen von Musikanten und Sängern des
Stiber-Ensembles "Lusamendtleyn".
Mit viel Applaus belohnten mehrere hundert
Zuschauer die unter die Haut gehende Aufführung der Laienspieler, die mal
"kein Bauerntheater" war, wie Lösch zurecht feststellte. Alle Akteure
hatten viel Zeit und Vorarbeit in dieses Spiel gesteckt, das federführend von
Maria Faltenbacher und Sepp Lösch ausgearbeitet worden war.
Bettler und Nachtwächter
Das gesamte Stiber-Programm war im Übrigen alles andere als Alltagskost.
Bettelweiber und Musikanten zogen durch die Stadt. Der Nachtwächter ("es
haoud Zehne geschlogn") kündigte am Freitag bei Einbruch der Dunkelheit
das Altstadtfest in den Straßen und Gassen an.
Ihren großen Auftritt hatten zudem am
Samstagabend die "Männer und Frauen des Feuers". Verschiedene Gruppen
stellten ein "Feuerspectaculum" auf die Beine gestellt, das die
Zuschauer in ununterbrochenes Staunen versetzte. Ketten, über die die Künstler
sprangen, Kugeln und Räder waren die Werkzeuge - natürlich alle in irgendeiner
Weise brennend. Zusätzlich zündeten die Stiber ein Feuerwerk ab. Die
Feuerspucker waren selbstredend obligatorisch.
Das Publikum tobte
Das Publikum tobte. Kinder schrieen nach Zugaben, die Stiber-Chef Klaus
Faltenbacher ihnen nicht verweigerte.
Als krönenden Abschluss bot die Gruppe "Na'ilah"
orientalische Tänze aus 1000 und einer Nacht. Während des ganzen Wochenendes
waren mittelalterliche Handwerker, wie Drechsler, Holzschnitzer, Schmiede,
Zinngießer, Seiler, Besenbinder, Instrumentenbauer und viele mehr auf dem
Gelände unterwegs. Etliche hatten dort auch ihre Zelte aufgeschlagen.
Schaukämpfe in der Arena, Bruchenball, Mittelalterliche Musik von Cantus
Ferrum, Comunitas Monacensis, Nostri Farrago, Musicea Amici oder Lusamendtleyn
oder die Tänze von "Laetissime Saltemus" brachten das Mittelalter
leibhaftig zurück in die Herzogstadt.

Dienstag, 01.07.2003
Das ging allen unter die Haut
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Die Pest in Sulzbach - passte denn
ein solches Gruselthema zum fröhlichen Altstadtfest? Es passte, wie hunderte
begeisterter Zuschauer am Samstag abend nach der letzten Szene des Spiels vom
"Sulzbacher Pestreigen" bestätigten: Das gewählte Thema, die
szenische Umsetzung, der von Sepp Lösch eindrucksvoll vorgetragene Sprechtext
gingen buchstäblich unter die Haut.
Auch 1. Bürgermeister Gerd Geismann, der amerikanische Fotokünstler
Michael K. Vamaoka, die Gäste vom japanischen Folkloreensemble "Fresh"
und Edelsfelds 1. Bürgermeister Werner Renner verfolgten gebannt das Pestspiel.
Interessante zusätzliche Informationen zu den Pestepidemien in der Oberpfalz
bot eine Sonderausstellung der "Stiberer" in einem Zelt-Pavillon.

Samstag/Sonntag, 21./22.06.2003
Image der Stadt "aufgepeppt"
Mit
zugkräftigen kulturellen und touristischen Angeboten - Verkehrsverein zieht
Erfolgsbilanz
Sulzbach-Rosenberg. (cog) Die Zahlen sprechen Bände: 2002
die höchsten Übernachtungszahlen in der Stadt seit 1994, dazu eine Steigerung
der touristischen Anfragen in der Touristinformation um tausend (!) Prozent - da
wurden die Berichte in der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins
zwangsläufig zu einer einzigen Erfolgsmeldung. Fazit: Es rührt sich was in
unserem Städtchen!
Alles, was sieh der Verkehrsverein vor einem Jahr vorgenommen
hat, konnte er auch tatsächlich durchführen. So wurden z. B. Radwege markiert
und die Rosenbachaue gesäubert. Hier dankte 1.. Bürgermeister Gerd Geismann,
der auch 1. Vorsitzender des Verkehrsvereins ist, den Vereinen, die bei dieser
leider immer wieder nötigen Aufräumaktion geholfen haben.
Fred Tischler als Geschäftsführer des Vereins berichtete
über die Arbeit des vergangenen Jahrs. Die Kulturwerkstatt hat in den zwei
Jahren ihres Bestehens an einer positiven Außendarstellung der Stadt durch
qualitätvolle Veranstaltungen und ansprechende Publikationen gearbeitet.
2002 konnten die höchsten Übernachtungszahlen in der Stadt
seit 1994 verzeichnet werden, und seit dem Umzug der Touristinformation und der
Kulturwerkstatt ins Brucknerhaus am Luitpoldplatz haben sich die touristischen Anfragen
um 1000 % gesteigert.
Zu den touristischen und kulturellen Höhepunkten gehörten
das Altstadtfest, das Kurzfilmfestival "abgedreht", die Italo-Nacht,
die stadtgeschichtlichen Seminare und natürlich die 750_Jahr-Feier von
Rosenberg.
Auch Sport und Natur sind nicht zu kurz gekommen. Der
Wanderweg "Goldene Straße ist jetzt bis zum Grenzübergang Bärnau
markiert. Der Traumpfad "Magische Natur" von der Osterhöhle Richtung
Niederricht wurde eingeweiht und sogar in den Jahresthemenkatalog des
Tourismusverbands Ostbayern aufgenommen. Und die Wintersportler konnten sich
über gut gespurte Loipen freuen.
Denkmalrat tagt
Auch in der Zukunft hat die Stadt wieder viel zu bieten. Die Vorbereitungen
für das Altstadtfest vom 27. bis 29. Juni sind abgeschlossen, ein
ausführlicher Prospekt liegt jetzt überall aus. Der Bayerische Denkmalrat wird
im Juli in 5 Sulzbach-Rosenberg tagen, um über ein Denkmal oder Museum
Maxhütte zu beraten, im November findet die Abschlussveranstaltung des
Oberpfälzer Jugendfilmfestes statt. Und im Juni 2004 steht die Eröffnung des
sanierten Rathauses an - ein wichtiges Ereignis, das gebührend vorbereitet
werden will.
Auch das Stiber-Fähnlein hat im vergangenen Jahr viel getan.
Der Vorsitzende Klaus Faltenbacher berichtete über zahlreiche Ausflüge,
Aktionen und Reisen von Berlin bis Berchtesgaden, die diese nimmermüden
Botschafter unserer Stadt unternommen haben.
Im Frühling haben die Stiberer begonnen, die historische
Brücke an der Hammerphillipsburg auszugraben und zusichern. Die Erlöse der
Tombola beim Altstadtfest werden dieser Ausgrabung zugute kommen. Zu den
besonderen Attraktionen des Stiberfähnleins gehören eine Musikgruppe mit
historischen Instrumenten (Drehleier, Einhandtrommel, Psalterium, Flöten) und
die Tanzgruppe der Frauen.
Das ganze Jahr über betreut das Stiber-Fähnlein den
Schaustollen Max und bietet durch sachkundige Vereinsmitglieder Führungen durch
die Stadt und das Pflasterzollhaus an. Geismann dankte den unermüdlichen
Stadtführern und -führeninnen und würdigte das Engagement der Stiberer:
"Wir sind froh, dass wir diese Truppe haben. Die Stiberer sind ein
belebendes Element, nicht nur in der Stadt".
Lagerräume gesucht
Die Stiberer können bisher Lagerräume am Bahnhof (ca. 50 qm) nutzen, die sie
aber bald räumen müssen. Jetzt suchen sie - möglichst kostenlos-
Ersatzräume.

Donnerstag/Freitag, 19./20.06.2003
Mit Geißbock und Kanonenrohr
Stiberfähnlein
und "Dillnberg-Schlorcher" aus Deberndorf besiegeln
"historische" Patenschaft
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Nachdem im März bei eiskalten
Temperaturen, die "Dillnberch Schlorcher" beim Stiber-Fähnlein
um Patenschaft nachgesucht hatte, kam es bei hochsommerlichen Temperaturen
zu Gegenbesuch und Bestätigung der Patenschaft auf fränkischem Boden.
Der 1. Vorsitzende des historischen Vereins aus Deberndorf bei
Cadolzburg, Kurt Augustin, hieß die starke Delegation aus der Herzogstadt
willkommen, und nachdem auch von Klaus Faltenbacher, dem 1. Vorstand des Stiber-Fähnlein,
die Patenschaft bestätigt worden war, segneten der katholische Pfarrer und die
ev. Pfarrerin die Verbindung.
Eine kurze Andacht mit gemeinsamen Gesang gab der
Veranstaltung einen ersten Rahmen. Dies nahm auch der 2. Bürgermeister
Karl-Heinz Hühnermann, zum Anlass, auf die Wichtigkeit der Verbindung zwischen
den Regionen hinzuweisen. 1. Bürgermeister Gerd Geismann, extra (mit Gattin)
angereist um sein Stiber-Fähnlein zu unterstützen, bekräftigte in seiner
Ansprache ebenfalls die Bedeutung der kulturellen Ehrenarbeit als wichtigen
Faktor in beiden Regionen.
1. Bürgermeister Bernd Obst und Landrätin Dr. Gabriele
Pauli, vom Landkreis Fürth, ließen es sich nicht nehmen, am Abend zum
Anzünden des Sonnwendfeuers ihre Grüße und Glückwünsche zur neuen
Patenschaft zu überbringen.
Kanone gegen Feinde
Eine gelungene Sache waren die gegenseitigen Patengeschenke. Die "Dillnberch
Schlorcher" hatten für die Stiberer eine neue Kanone gebaut, um Sie in
ihrem Kampf gegen die "Feinde" gebührend zu unterstützen. Eine
Kanone, die mit 125g Pulver einen gewaltigen Knall erzeugt.
Im Gegenzug überreichten die "Stiber" zwei
selbstgefertigte, zerlegbare Tische und den nötigen Proviant dazu. Dann aber
kam "Er" der Erwin, "Mein Name ist Erwin. Ich wohne nun bei
Euch" stand auf seinem Schildchen zu lesen. Ein absolut verschmuster junger
Geißbock ist also nun das neue Maskottchen der "Dillnberch
Schlorcher". "Erwin" wird die Vereinsmitglieder künftig
begleiten, wenn Sie ihre Handwerkskünste zeigen.
Die Vielfalt des Kulturvereins ist wirklich beachtlich. Vom
Osterbrunnen-Gestalten über das Johannisfeuer bis zu kirchlichen und und
schulischen Veranstaltungen reicht das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder.
Alte Handwerkstechnik
Die beiden Patenvereine treffen sich hauptsächlich in Verbindung mit den
mittelalterlichen Märkten. Die "Dillnberch Schlorcher" zeigen
alte Handwerkstechniken wie Seile drehen, Seife sieden, Leder-Bearbeitung,
Schmiedearbeiten, Bogenbau, Körbe flechten (auch "lebende Zäune"
wurden von ihnen bereits in ein Schulprojekt mit eingebracht).
Das Interesse einiger Mitglieder in beiden Vereinen gilt auch
dem Böllern. So nennen beide diverse Hand- und Schaftböller und Kanonen ihr
eigen, natürlich selbst gebaut, Ehrensache.
Bei Einbruch der Dunkelheit entzündeten die Gastgeber ihren
mächtigen Scheiterhaufen, der funkenspeiend gen Himmel schoss, so dass er mit
einem Wasserstrahl im Zaum gehalten werden musste.
Als das Feuer etwas heruntergebrannt war, verzauberten die
orientalischen Tänzerinnen aus Sulzbach das Publikum. Der aufgeheizte Stimmung
des Publikums setze eine gemeinsame Feuershow aller Gruppen noch ein
"heißes Highlight" auf.
Die Patenkinder vom Stiber-Fähnlein und die Patenkinder aus
Deberndorf freuen sich aufs nächste gemeinsame Auftreten beim Historischen
Feldlager anlässlich des Sulzbach-Rosenberger Altstadtfestes. Auch dabei wird man
die handwerklichen Künste der Franken wieder bewundern können.

Montag, 30.06.2003
Von der Sonne verwöhnt...
Drei
Tage Kaiserwetter fürs Altstadtfest
Sulzbach-Rosenberg. (kök) Nach einem Altstadtfest, wie es
Sulzbach-Rosenberg am Wochenende erlebte, fällt die Wortwahl schwer.
"Einfach schön" wäre noch eine starke Untertreibung.
"Fantastisch, einzigartig, Wahnsinn, gigantisch, einfach
riesig" - bei einem derartigen Feiermarathon gehen schon mal die
Superlative aus.
Und das auch deshalb, weil der Himmel von Anfang bis Ende
mitspielte. Kein Regentröpfchen fiel in den Freudenkelch; Schirme und Jacken
konnten zu Hause bleiben. Die Hitzezufuhr tagsüber reichte bis weit in die
Nacht hinein.
Doch nicht nur die Einheimischen lechzten nach Erfrischung bei
sommerlichen Temperaturen. Gäste aus vielen Ecken der Welt ließen sich von der
Feierlaune anstecken. Zahlreiche Attraktionen lockten sie an, und dank der
vielen Gaststätten und Vereine litt bestimmt niemand Hunger.

Montag, 12.05.2003
Auf der Goldenen Straße wandern
Oberpfälzer
Waldverein bittet zur "Erst-Begehung" seines neuen
Fernwanderwegs
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Um ein touristisches Schmankerl
reicher wird unsere geschichtsträchtige Region: Morgen lädt der Oberpfälzer
Waldverein zur "Erst-Begehung" des neuen Fernwanderweges "Goldene
Straße" ein. Los geht's um 10 Uhr auf dem Luitpoldplatz in
Sulzbach-Rosenberg
Eine der wohl europaweit bedeutsamsten Handelsstraßen des
späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit war die Goldene Straße,
geschaffen vom Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert. Sie verband die Reichsstadt
Nürnberg mit dem böhmischen Königssitz in Prag und führte in weiten Teilen
durch die Oberpfalz, dem damaligen Neuböhmen zugehörig. Auch die
"Deutsche Hanse" nutzte diese Verbindung.
Mit der "Fernwander-Trasse" bis an die Grenze bei
Bärnau möchte der Oberpfälzer Waldverein diesen europäischen Handelsweg
wieder ins Bewusstsein bringen. Und zwar mit seinem historisch gewachsenen Namen
"Goldene Straße".
Von Nürnberg bis Sulzbach-Rosenberg, der damaligen Hauptstadt
Neuböhmens, hat der Fränkische Albverein bereits die Markierung vorgenommen.
Die gesamte Trasse von Sulzbach-Rosenberg bis an die Grenze bei Bärnau ist
ebenfalls fertiggestellt und mit den Kennzeichen des "Weißen Böhmischen
Löwen" auf rotem Grund markiert.
Ab Dienstag, 13. Mai, wird nun in mehreren Etappen die gesamte
Strecke von einer Wandergruppe des Oberpfälzer Waldvereins
"erwandert", zu der natürlich Interessierte eingeladen sind. Der
"Startschuss" für die erste Etappe von Sulzbach-Rosenberg über
Hahnbach nach Gebenbach fällt um 10 Uhr auf dem Luitpoldplatz in
Sulzbach-Rosenberg, wo es ab 9.30 Uhr bereits Ansprachen und musikalische
Unterhaltung gibt.
Die weiteren Etappen: Mittwoch, 14. Mai,
Gebenbach-Hirschau-Kohlberg; Donnerstag, 15. Mai, Kohlberg-Etzenricht-Weiden;
Freitag, 16. Mai, Altenstadt an der Waldnaab-Neustadt an der
Waldnaab-Püchersreuth-Plößberg; Samstag, 17. Mai,
Plößberg-Thanhausen-Bärnau-Grenze. Zeitpläne gibt es im Internet unter www.oberpfaelzer-waldverein.de

Es gäbe noch einiges an Berichten über die Aktivitäten
in Rosenberg, bei Gelegenheit füge ich sie noch an. Auch in O-TV und im Bayer.
Rundfunk wurde über dieses Fest ausführlich berichtet.

Dienstag, 13. Mai 2003
"Festschmaus"
Denkwürdiges
Rosenberger Ortsjubiläum
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Renaissance in Rosenberg - was
man sich nach dem Aus der Stahlerzeugung für den Standort realpolitisch so
dringend wünscht, wurde an zwei festlichen Tagen "fiktiv" Wirklichkeit: Rosenberg
feierte mit einer grandiosen "Zeitreise" durch die Jahrhunderte die 750. Wiederkehr
seiner ersten urkundlichen Erwähnung.
Ein Fest, das den Rosenberger Genieinschaftsgeist einmal mehr
heraufbeschwor und in Erinnerung bleiben wird. Inmitten fröhlicher feiernder "Untertanen" residierten der
Rosenberger Burgherr Albrecht Stiber und seine Gemahlin Veronica, alias Renate
und Sepp Lösch, für zwei Tage in aller Prachtentfaltung der Renaissance, baten zur Festtafel, tanzten und
musizierten mit ihrem Gefolge, wie es sich geziemte. Ein Festschmaus auch für unsere Fotografen, wie diese
Bilderauswahl zeigt.
1. Bürgermeister Gerd Geismann sprach zum Festausklang von einem denkwürdigen Ereignis. Sein Dank
galt allen, die sich für das Gelingen des Jubiläums einsetzten und daran mitwirkten, an der Spitze dem
Festausschuss mit Maria und Klaus Faltenbacher, Margit und Wolfgang Fischer,
Ursula und Helmuth Singer, Renate und Sepp Lösch.
Auf dieser Seite befinden sich im original 9 wunderbare
Bilder, die ich nicht zeige, da ich nicht die Rechte daran besitze.
Dienstag, 13. Mai 2003
Blauer Fisch siegt
"Erpel-Rennen"
ein Publikumsmagnet - 50 Preise verteilt
Sulzbach-Rosenberg. (kök) Das sportliche Highlight der
750-Jahr-Feier war ohne Zweifel das "1. Rosenbach-Erpel-Rennen" am
Sonntag. Bis zum Start am Nachmittag konnten die Besucher Plastikenten und
Plastikfische mit Startnummern erwerben.
Über 250 Tiere gingen dann bei der Brücke am Eislaufplatz an
den Start. Eine große Menschenmenge versammelte sich im Zieleinlauf, am
Rosenbach in Höhe des CVJM-Hauses, um die Enten und Fische zu begrüßen. Diese
ließen aber dann doch einige Zeit auf sich warten.
Der Spitzenreiter, ein blauer Fisch, schwamm dann als Erster
unangefochten unter lauten Anfeuerungsrufen ins Ziel und wurde mittels eines
großen Keschers eingefangen. So erging es dann auch seinen tierischen Kollegen.
Einer nach dem anderen wurde nach dem Ausflug in den Rosenbach wieder
eingefangen.
Am Festplatz konnten die glücklichen "Rennenten- und
Rennfisch-Besitzer" ihre Preise in Empfang nehmen. Die 50 Sachpreise und
Gutscheine wurden größtenteils von der Sulzbach-Rosenberger Geschäftswelt
gestiftet. Den 1. Preis erhielt Elisabeth Augsberger, gefolgt von Jonas Bücherl,
Heinz Presl und Helga Hartmann

Montag, 12. Mai 2003
"Wie die Schweine in den Eicheln"
Rauher
Ton, feine Sitten und erlesene Speisen beim mittelalterlichen Mahl in Rosenberg
Sulzbach-Rosenberg. (räd) Wenn
der Burgherr und seine Gemahlin zu Tisch bitten, dann gibt es nicht nur Wasser und
Brot, sondern Wasser mit Rosenduft sowie Brot mit Schmalz. Und weitere fünf
"Trachten".
Ein Vergleich mit der weithin bekannten "Tracht Prügel" ist fehl am Platze.
Die Tracht ist beim gemeinen Fußvolke heutiger Tage eher bekannt als
"Gang". Der Seneschall (Peter Schwemmer) sieht`s nach, wenn es jemand auch nach dem zweiten "Gang"
noch nicht weiß.
Viel wichtiger: "Wer essen will mit seiner Händ Geschicklichkeit, der sehe
das sie auch sauber seint". Denn im Jahr 1504 waren Gabeln nördlich der
Alpen nicht bekannt, verkündete der Seneschall nach dem Ertönen der
Fanfaren. Einzige Hilfsmittel sind Messer und Löffel und ein weißes Tuch.
Met zur Begrüßung
Stehend empfangen die Gäste den "Burg Herr und Gebieter", der sich setzt sogleich nieder mit seinem
Gefolge - darunter Sauerzapf und der Stadtmagistrat zu Sulzbach - und die Runde begrüßt. Ein "Renaissance-Mikrofon" leistet wertvolle Dienste am Anfang des 16. Jahrhunderts.
Der Mundschenk und Mägde schenken einen kleinen Becher Met
aus während der Seneschall die Regularien verliest. Beispielsweise dürfen
keine "unsauberen Gespräche gefüret" werden.
"Steynofenbrot mit viel guet Smalz" kündigt der Seneschall an. Mit der
Hand brechen die Gäste Stücke vom Fladenbrot ab und ziehen es durch das
Schmalz. Dazu dürfen sie Bier und Wein aus dem Glas mit der Rose genie-
ßen. "Wie
ich sehe, stürzt ihr euch in die Schüsseln, wie die Schweine in die
Eicheln" ,stellt Burgherr Stiber entzückt fest.
Rund zwanzig Minuten später
bringen die Mägde 14 Bretter mit "Muos
vonn Vischen"
in die Zelte, in denen die Tafel in U-Form steht. Fein gewürzter Fischbrei war für die Tegernseer Mönche eine
beliebte Fastenspeise.
"Lasset uns tanzen"
Die Tanzgruppe "Laetissime
Saltemus" bringt die versprochene ,Kurzweyl". Dchwedisches Volkslied, das heute aus der
Kinderserie ." Pippi Langstrumpf"
bekannt ist.
Trommelschläge der Stiber kündigten
"Suben von Lombardey", eine
orange-farbene, lombardische Suppe nach einem Rezept von Bartolomeo
Scappi, dem Leibkoch von Papst Pius
V. Safran und Muskat verleihen einen besonderen Geschmack.
"Kaponenbastten mit phlumenmuos" (Geflügelpastete
mit Pflaumenmus) wird von den Mägden auf 14 Brettern serviert, ehe der
Nachtwächter seine Runde dreht. Musicea Amici untermalt die fünfte Tracht
musikalisch, die aus
"Spanferkelin mite Salvandorttem in smalz gebachen, Gebachene zwibl"
(Spanferkel mit Salbeitorte
und gebackenen Zwiebeln) besteht
Grün-rote Mandelmilch
Ein
orientalischer Bautanz der Gruppe Na`ila schlägt den Bogen zur "königlichsten
aller Nachspeisen", "Grün Rot Blamensir" (Mandelmilch Gelee in
den Farben von Rosenberg). Ein krönender
kulinarischer Abschluss des dreistündigen Mahls in Rosenberg.
Im Mittelalter wären die Gänge wohl noch üppiger ausgefallen. Wie der
Seneschall zu berichten weiß, bestand eine Tracht einer Grafenhochzeit
im Jahre 1543 aus drei verschiedenen Pasteten, Wildragout in Sauce, einem feinen
Haus aus Gebäck. Spanferkel, Eierkuchen, einem Adler aus Gebäck, der mit
Geflügelaspik gefüllt war, Apfelkuchen und zur Verdauung eine
Fischsuppe. Im Vergleich dazu sind Speisen der Gegenwart fast nur Wasser
und Brot.
Bildunterschrift: Fliegende Kleider auf dem Dorfplatz in Rosenberg: Die Gruppe "Laetissime Saltemus" (Mit großer Freude
lasst uns tanzen) führte historische Tänze vor und trug so zur "Kurzweyl" an der mittelalterlichen Tafel bei.

Montag, 12. Mai 2003
Grün Rot Blamensir beim Burgherrn
Sulzbach-Rosenberg. (räd) Von
wegen deftig - eher erlesen waren die Speisen, nach Rezepten aus dem 16.
Jahrhundert gekocht, die Reinhold Kreiner von den "sieben Eichen"
kredenzte. Drei Stunden lang aßen rund 100 Gäste beim mittelalterlichen Mahl
des Burgherrn Albrecht Stiber und seiner Gemahlin Veronika. Aus welchen
Gerichten die sechs "Trachten" (Gänge) bestanden, was ein "Grün
Rot Blamensir" ist, und welche Tänze die Gruppe "Laetissime
Saltemus" aufführte, lesen Sie auf Seite 19.

Montag, 12. Mai 2003
"Kräftiger Applaus für Reise ins Mittelalter"
Hunderte
Schaulustige beim Festzug mit historischen Gruppen - Ein Schauspiel für die
Sinn
Sulzbach-Rosenberg. (räd) Ritter,
Handwerker, Minnesänger, Hofnarren. Fast ein Dutzend historischer Gruppen drehte "im Dorf die Zeit
zurück. Schaulustige säumten zuhauf die Straßen, als sich der Eröffnungsfestzug mit
allen, beteiligten Vereinen und Gruppierungen am Schlößl in Bewegung setzte, angeführt
vom Fanfarenzug.
Auf dem Fuße folgten die Buben und Mädchen des Kindergartens
Herz-Jesu, die eine "Reise durch die Zeit" unternahmen. Die Kleinen, hatten sich
unter anderem als Ritter und Prinzessinnen verkleidet. Einen historischen
Spritzenwagen zogen die Floriansjünger durch den Ort.
Das Stiber-Fähnlein, Burgherr Albrecht Stiber und der Sulzbacher
Stadtmagistrat bildeten die Spitze der "mittelalterlichen Gäste" Mit
allerhand historischen Gerätschaften, Waffen, Handwagen aus dem 11. bis 17.
Jahrhundert zogen die in mittelalterlichen Glewändern gekleideten Männer
und Frauen über Kettelerstraße, Jahnstraße in die Ortsmitte.
In die mehrere hundert Meter lange Schlange reihten sich unter anderem
Gernots Gefolge, Cantus Ferrum aus Amberg, die mittelalterliche Musik-
stücke spielten, und das Pfalzgräfliche Gefolge aus Neumarkt ein. Das 16. und 17. Jahrhundert repräsentierte die
Landsknechtgruppe "Zeh" aus Alt-
dorf. Aus Deggendorf waren Nostri Farrago an den Rosenbach gekommen und haben später am
Dorfplatz ihr Lager aufgeschlagen.
Die Dillnberch Schlorcher aus Deberndorf bei Cadolzburg
konzentrierten sich auf mittelalterliches Handwerk, während Musicea Amici aus Pirk bei Weiden
Musik und Balladen aus dem Mittealter und der Renaissance spielte.
Ein Modell der Klosterburg hatten die Schweppermann-Schauspieler aus Kastl durch
das Dorf gekarrt.
Die örtlichen Vereine wurden unter anderem von der
Knappnesia, dem Bergknappenverein, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung
vertreten.
Vor allem in der Hauptstraße bot sich in Kombination mit den Ständen und Handwerksvorführungen
ein farbenprächtiges Schauspiel, das die Gäste mit viel Applaus belohnten.
Beeindruckend wirkten auf die Zuschauer die Feuerspucker, die
am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit Ihre Künste vorführten. An
verschiedenen Plätzen im Dorf und zum Finale am historischen Lager schickten Stichflammen
in den Himmel, bevor das Stiber-Fähnlein ein Feuerwerk abbrannte.

Montag, 12. Mai 2003
"Wer die Rose liebt, der liebt das Leben"
Burgherr
Albrecht Stiber eröffnet 750-Jahr-Feier mit mittelalterlicher Feier in der
Dorfmitte
von Alexander Rädle
Sulzbach-Rosenberg. Hoffnung für die Zukunft, Selbstbewusstsein ob der großen
Vergangenheit: Das Dorf sprühte zum Auftakt der 750-
Jahr-Feier förmlich vor Optimismus. "Rosenberger, nehmt euer Schicksal selbst in die
Hand", mahnte der Burgherr,
der sich mittelalterlich in Rot und Grün gewandete.
Böllerschüsse verschafften dem Burgherrn nach dem Festzug Gehör.
"Merket auf, das Dorf gehört zur Stadt, doch ohne Dorf ist die Stadt nichts!"
Burgherr Albrecht Stiber alias Sepp Lösch forderte seine "Untertanen" bei
der Eröffnung zu Stolz und Lokalpatriotismus auf. Anno 1504 hatten Stibers Söhne Sebald und Sebastian die
Nachbarstadt Sulzbach erfolgreich gegen die Angriffe der Amberger im Landshuter Erbfolgekrieg verteidigt.
Trutzig, treu, treulich
Der Blume im Rosenberger Wappen zu neuer Blüte verhelfen, sei das oberste Ziel. Der aus Sulzbach mit
rotgrüner Schärpe angereiste "Stadtmagistrat" Gerd Geismann, als
Oberhaupt der "fusionierten" Stadt Sulzbach-Rosenberg, schmeichelte den Rosenbergern mit seiner Aussage:
"Man hätte sie (die Stadt) auch Rosenberg-Sulzbach nennen können." Inder Tat wünscht sich Geismann von der
Dorfbevölkerung, die auch heute noch wie Graf Babo als "trutzig, treu und treulich" zu bezeichnen sei, einen
Anstoß, der die Herzogstadt zu einem blühenden Gemeinwesen machen soll.
Luftkurort Rosenberg
"Wir sehen schon einen goldenen Schimmer", betonte Geismann, der
auch einen "Luftkurort" nicht ausschloss. Im Vergleich zu früher sei es
nämlich geradezu idyllisch. Über Lärm und Schmutz brauchten sich die
Gäste der Jubiläumsveranstaltung im Jahr eins nach der Maxhütte wahrlich
nicht beklagen. Das Aus des Stahlwerks warf dennoch seine Schatten -
zumindest in den Gedanken der beiden Seelsorger.
Der evangelische Pfarrer Dr. Roland Gierth setzte sich in der ökumenischen
Andacht mit der Zeit auseinander. Vor 50 Jahren habe man in Rosenberg das Jubiläum "100 Jahre Maxhütte"
gefeiert. "Was jedoch wird in 50 Jahren passieren?", fragte er.
Wenn Zukunft jedoch Zukunftsangst bedeute, dann laufe etwas falsch. Für ihn
sei mehr Gemeinschaft der Konfessionen, mehr Solidarität wichtig.
"Hoffnung und Zukunft für die Ökumene sind für uns keine leeren
Schlagwörter".
Stadtpfarrer Lorenz Hägler hieb in dieselbe Kerbe.
"Spaltung macht arm". Er wünsche sich deshalb mehr Zusammenhalt in
Gesellschaft, Politik sowie Kirche und schloss mit dem Satz "Wer die Rose
liebt, der liebt das Leben."
Bildunterschrift: Persönlichkeiten aus der Dorfgeschichte
eröffnen das 750. Gründungsjubiläum. Burgherr Albrecht Stiber hieß den
Stadtmagistraten aus Sulzbach, den "roten Gerd mit seiner liebreizenden Christel"
willkommen. Der Burgverweser bot Schutz.

Mittwoch, 30.04.2003
An der Festtafel des Burgherrn
In
Rosenberg drei Stunden mit Albrecht Stiber schlemmen - Sinnenfrohes Erlebnis
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Sulzbach-Rosenberg. (lö) Wenn
am Samstag, 10. Mai, um 18 Uhr am Fuße des Rosenberger Schlossberges festliche
Fanfarenklänge ertönen, ist der große Moment gekommen: Burgherr Albrecht
Stiber und Gemahlin Veronica bitten hundert Gäste zum opulenten
mittelalterlichen Bankett: Das Stiber-Festmahl - ein Sechs-Gänge-Menue nach
original Renaissance-Rezepten - wird nicht nur der kulinarische Höhepunkt der
750-Jahrfeier in Rosenberg werden, sondern mit einem dreistündigen Programm an
"Kurzweyl" auch zu einem Erlebnis für alle Sinne.
Dass nicht jeder dabei sein kann bei diesem
"Mittelalterlich Mahl", versteht sich - aber noch kann man einen der
genau hundert Plätze an der Tafel ergattern: In der Bäckerei Café Fischer in
Rosenberg und am Schalter der Sulzbach-Rosenberger Zeitung werden die Gutscheine
verkauft, die zum Mitschlemmen an Stibers Tafel berechtigen. Wer zuerst kommt,
"mahlt" zuerst!
Das mittelalterliche Festmahl zur 750-Jahrfeier in Rosenberg
wird nicht nur ein Gaumenschmaus ganz besonderer Art, sondern ist ausgelegt als
ein "Bankett für alle Sinne", ein kulinarisches Gesamtkunstwerk
sozusagen. Nach Original-Rezepten und mit ausgewählten Zutaten bereitet der
"Wirrt zu Siebeneychen, Hoflieferant an der Burg zu Rosenberg" das
sechsgängige Menü.
Wenn Burgherr Albrecht Stiber mit Gemahlin unterm Baldachin an
die festlich geschmückte Tafel bittet, dann sollten seine Gäste guten Appetit
mitbringen. Das sechsgängige Menue nach Originalrezepten aus der
Renaissance-Zeit beginnt mit einem rustikalen Einstieg: "Steynofenbrodt mit
vil guet Schmaltz". Anschließend wird ein "Muos vonn Vischen"
aufgetischt, ein fein-würziges Fisch-Mus von Karpfen, Zander und
Seefisch.
"Suben von Lombardey", eine köstliche Lombardische
Suppe, leitet über zu "Kaponenbastetten mit phlumenmuos",
Geflügelpastete mit Pflaumenmus. Als weiterer Hauptgang folgt "Spanferkelin
mit Salvandorrtem in smalz gebachen, gebachene zwibl", saftiges Spanferkel
mit Salbeitorte und gebackenen Zwiebeln. "Grün rot Blamensir",
Mandelmilch-Gelee in den Farben Rosenbergs, setzt den süßen Schlusspunkt. Den
Festgästen wird zum Mahl Met, Würzwein und Bier kredenzt.
Das Festmahl erstreckt sich über drei Stunden und ist
eingebettet in ein Rahmenprogramm "mittelalterlicher Kurzweyl" mit
Musik auf historischen Instrumenten, mit Tanz und Minnegesang, Gauklern,
orientalischem Bauchtanz, einem Gäste-Suchspiel, Herolden und Fanfaren.
Der Gutschein für das Sechs-Gänge-Festmahl mit
dreistündigem Rahmenprogramm kostet 38 Euro. Bei Nichtteilnahme keine
Rückerstattung. Die Karte ist übertragbar.

Freitag, 25. April 2003
Festtage "im Namen der Rose"
Der
Stadtteil Rosenberg feiert den 750. Jahrestag seiner ersten urkundlichen
Erwähnung
Sulzbach-Rosenberg. (lö) "Im Namen der Rose", so
könnte man in Anlehnung an Umberto Ecos berühmten Roman sagen, wird in Rosenberg
gefeiert: Mit einem großen Historischen Fest wird der ersten urkundlichen Erwähnung
Rosenbergs vor 750 Jahren gedacht. Da gleichzeitig auch die Freiwillige Feuerwehr
Rosenberg ihre 130-Jahrfeier begeht, erwartet die Besucher ein Spektakel das in
seiner Größenordnung durchaus mit der weithin be- kannten Rosenberger Kirwa konkurrieren
kann.
Die Vorbereitungen auf das Rosenberg-Jubiläum gehen in die
Endphase. Der Festausschuss, bestehend aus Führungskräften und Mitgliedern der
Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein, hat sich seit Herbst vergangenen Jahres
mächtig ins Zeug gelegt, um den Rosenbergern und all ihren Gästen aus nah und
fern ein Fest zu präsentieren, das so schnell nicht in Vergessenheit geraten
wird. Das ganze Programm steht unter dem Motto einer Zeitreise durch die
Jahrhunderte bis zurück zu den Rosenberger Anfängen.
Ortskern wird Festmeile
Zwischenzeitlich gab es auch im Cafè Fischer eine Festausschuss-Sitzung mit Beteiligung
der zahlreichen mitwirkenden Vereine, Organisationen, Geschäftsleute und
Gastronomen, in der zahlreiche Fragen bezüglich der Platzeinteilung, der
einzelnen Programmbeiträge usw. geklärt werden konnten. Das Historische Festwochenende
"750 Jahre Rosenberg" spielt sich im ganzen alten Dorf ab, also
in der zwei Tage lang für den Autoverkehr gesperrten Festzone von der
Pirnermühle bis zum Feuerwehrgerätehaus.
Schweppermänner dabei
Auftakt und erster Höhepunkt wird ein Festzug sein, der am Samstag, 10. Mai, um
14 Uhr am ehemaligen MH-Werkscasino und Lustschlösschen der Pfalzgräfin
Franziska Dorothea ("Schlössl") auf gestellt wird und dann seinen Weg
über KettelerstraBe, Meierfeld und durch die Ortsmitte mit Kehre beim Werkhof (Zimmerei
Pirner) zum Festplatz bei der "Waage" nimmt. Mit der Beteiligung
zahlreicher historischer Gruppen in Gewändern und Rüstungen verschiedener
Zeitepochen, sowie örtlicher Vereine mit ihren Fahnenabordnungen wird der Umzug
zu einem farbenprächtigen Schauspiel werden.
Unter anderem haben inzwischen die Marktgemeinde Königstein
mit mehreren Vereinsabordnungen (zwischen Königstein und Rosenberg gibt es
frühe geschichtliche Gemeinsamkeiten) und der Kulturverein Kastl ihre Beteiligung
angekündigt. Die Kastler kommen mit Minnesängern, Burgwachen, dem Kastler
Klosterburg-Modell und einer Abordnung historischer Scheppermannspieler .
Lebendes Mittelalter
Mit dabei natürlich das Stiber-Fähnlein (es repräsentiert die Zeit des Landshuter
Erbfolgekriegs, frühes 16. Jh.) Gernots Gefolge (30- jähriger krieg) Cantus
Ferrum Am- berg (14. Jh.) die Dillnberg-Schlorcher aus Cadolzburg (Handwerker
des Mittelalters), das Pfalzgräfliche Gefolge Neumarkt (Anfang 15. Jh.). Die
Landsknechtsgruppe Zeh aus Altdorf, Nostri Farrago Deggendorf, Musicea Amici
aus Pirk bei Weiden und viele andere.
Der Rosenberger Burgherr Albrecht Stiber, der höchstpersönlich
mit seiner Gemahlin an beiden Festtagen Rosenberg seine Aufwartung macht, kann
also auf ein repräsentatives und durchaus standesgemäßes Gefolge hoffen.
Zusammen mit dem Bürgermeister der Herzogstadt wird er dann
auch nach dem Festzug das Historische Wochenende offiziell eröffnen. Dazu gibt
es um 15 Uhr eine ökumenische Andacht am Festplatz, begleitet von den
CVJM-Posaunenbläsern und den Sängern des MGV Rosenberg und einem Reigen der
Kindergarten-Kinder.

Freitag, 25. April 2003
"Kurzweylige" Zeitreise durch Jahrhunderte
Zur
750-Jahrfeier in Rosenberg ein Mammut-Programm, das alle Besucher bezaubern
wird.
Sulzbach-Rosenberg. (lö) "Wie im Film" werden sich
die Besucher des Historischen Festwochenendes am 10. und 11. Mai in Rosenberg
vorkommen, wenn sie durch die große Festmeile schlendern: Denn ihnen werden Rittersleut`
begegnen in martialischer Rüstung, Marketenderinnen, Feuerspucker und Gaukler,
donnernder Schießlärm von Kanonen und Böllern wird sie begleiten,
mittelalterliche Musik, das geschäftige Lärmen historischer Handwerker, die
ihre raren Künste entfalten.
Büttel und Waschweiber
Und es gilt aufzupassen: Die Büttel des Stiber-Fähnleins fackeln nicht lange,
da ist einer schnell in die Halsgeige eingespannt oder in den Bäckerkorb
gesperrt. Möglicherweise ist es aber noch schlimmer, den alten
"Waschweibern" von der Rosenberger Flei in die Hände zu fallen. Die
Begegnung mit deren tropfnassen Wasch-Hadern kann recht feucht-fröhlich
ausfallen.
Es ist einfach nicht möglich, hier das Riesenprogramm dieses
Festwochenendes detailliert auszubreiten. Das kulturelle Angebot geht weit über
das mittelalterliche Flair und Treiben hi naus, umfasst Kunstausstellungen (Hans
Wuttig und Roman Friedrich mit Maxhütte Motiven, Tiermaler Graf und die
Rosenberger Freizeitkünstler) ebenso wie die Präsentation der Sulzbach-Rosenberger
Bergbaugeschichte mit einem Schaustollen der Bergleute.
Kirchengeschichtliche Sonderführungen in St. Johannis
Rosenberg sind ein Angebot für Heimatkundler, und neben viel mittelalterlicher
Kurzweil auf dem Festplatz, von alter Musik und Tänzen über Gaukler bis hin zu
orientalischen Grazien umfasst das musikalische Rahmenprogramm echte Folklore
aus dem Sulzbacher Land (geboten von den "Birgländern", ein
Frühschoppenkonzert der Bergknappenkapelle am Sonntag Vormittag und am Sonntag
ab 18 Uhr eine musikalische Abschluss-Serenade auf dem Festplatz mit Gruppen der
städtischen Sing-und Musikschule sowie der Bläsergruppe St. Marien
Sulzbach.
Kulinarische Fülle
Der kulinarische Bogen ist ebenfalls weit gespannt und reicht vom Ausbuttern bei
den "Birgländern" über den Fischer-Garten, die Pizzeria Antonio, die
"Taverne zum Geigerpumperl"` der Tischgesellschaft Edelweiß (in ihrer
Nachbarschaft die "Knappnesia" mit Steckerlfisch), die Rosenberger
Kirwa-Gemeinschaft am Gänsebrunnen, den Kreiner-Wirt im Kurzmühlen-Hof, die
Schankwirte Wagner und Puff und die Rosenberger Schützen bis hin zur Feuerwehr
mit Speisen und Getränken. Bergmannsbrotzeit mit Grubenwasser, Kaffee und
Kuchen bei KAB und Siedlerbund und Schmankerln der
"Historischen" wie Räucherfisch oder Stiber-Eintopf, die
"Höll" bei Wollnik, Postrachs Saftbar runden die Palette ab.
Weitere Highlighs im Programm: Am Samstag, 10.05. eröffnet
der Kneippverein Sulzbach-Rosenberg um 16.3O Uhr an der Flei ein Kneipp-Wassertretbecken
und einen Brotzeitplatz, der auch für die Radler auf dem Fünf-Flüsse-Radweg
gedacht ist. Die Briefmarkenfreunde bieten nahe der Pirnermühle Sonderstempel
und Sonderbriefumschläge "750 Jahre Rosenberg" an.
Am Sonntag um 11 Uhr gibt es eine Schießvorführung mit
historischen Waffen. Die Sparkasse bereitet ein Computer-Gewinnspiel "Rosenberg-Memory"
vor. Am Samstag Abend nach Einbruch der Dunkelheit treten in der ganzen Festzone
Feuerkünstler in Erscheinung.
Festtafel des Burgherrn
Am
10. Mai drei Stunden mit Albrecht Stiber schlemmen
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Ehrlich, haben Sie schon einmal
"Grün rot Blamensir" gekostet, in "Kaponenbastetten mit
phlumenmuos" geschlemmt oder sich "Spanferkelin mite Sal- vandortten?"
auf der Zunge zergehen lassen? Wenn nicht, dann sollten Sie die möglicherweise
einmalige Gelegenheit dazu jetzt nutzen, wenn Albrecht Stiber, Burgherr zu
Rosenberg, am 10. Mai beim Historischen Festwochenende in Rosenberg abends um 18
Uhr persönlich zum Festmahl bittet.
Ab heute Kartenverkauf
Dass nicht jeder dabei sein kann bei diesen "Mittelalterlich Mahl",
versteht sich - aber die Chance, einen von den genau hundert Plätzen an der
Tafel zu ergattern, hat jeder: Heute beginnt in der Bäckerei Cafè Fischer in
Rosenberg und am Schalter der Sulzbach- Rosenberger Zeitung der Verkauf der
Gutscheine, die zum Mitschlemmen an Stibers Tafel berechtigen. Wer zuerst kommt.
"mahlt" zuerst!
Das mittelalterliche Festmahl zur 750-Jahrfeier in Rosenberg
wird nicht nur ein Gaumenschmaus ganz besonderer Art, sondern Art, sondern ist
ausgelegt, als ein "Bankett für alle Sinne" ein kulinarisches
Gesamtkunstwerk sozusagen. Nach Original-Rezepten und mit ausgewählten Zutaten
bereitet die Küche des Gasthauses Kreiner Siebeneichen das sechsgängige Menü.
Das komplette Angebot der menükarte wurde bei einem Testessen bereits glänzend
bewertet.
Das Festmahl erstreckt sich über drei Stunden und ist
eingebettet in ein Rahmenprogramm "mittelalterliche Kurzweyl" mit
Musik auf historischen Instrumenten, mit Tanz und Minnesang, Gauklern,
orientalischem Bauchtanz, einem Gäste-Suchspiel, Herolden und Fanfaren.
Der Gutschein für das Sechs-Gänge-Festmahl mit dreistündigem
Rahmenprogramm koset 38 euro. Bei Nichtteilnahme keine Rückerstattung. Die
Karte ist übertragbar.

Mittwoch, 2. April 2003
Keine Drachmen in Rosenberg
SRZ-Meldung
vom rätselhaften Münzfund mit Verfallsdatum 1. April.
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Wie kommen altgriechische Münzen
nach Rosenberg? ein Rätsel, das gestern nicht nur den Durchschnitts-Leser der
SRZ bewegte, sondern auch echte Experten der Heimatgeschichte und der
griechischen Münzkunde auf den Plan rief. Wesentlich zur Aufklärung konnte
indes die SRZ-Redaktion beitragen, die darauf hinwies, doch einenBlick in den
Kalender zu werfen. 1. April, ja verflixt nochamal!
Die Idee zu unserem SRZ-Aprilscherz hatte Stiver-Vorsitzender
Klaus Faltenbacher, und er lieferte auch gleich den Flaschenöffner dazu, den
wir dank seiner Gestaltung mit einem echten alt-griechischen Münz-Motiv zur
rätselhaften Münze umfunktionierten, die bei den Grabungen am Hammer-Brückerl
gefunden worden sei.
Es lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, erklärte gestern
Heimatgeschichtler Armin Binder dem Rosenberger Bäckermeister Alfred Fischer,
"wie diese antiken Münzen nach Rosenberg kamen", eine nähere
Untersuchung werde ergeben, ob die Münzen echt oder nachgeprägt seien. Die
Lochung deute darauf hin, dass diese Münzen eventuell als Schmuckanhänger
dienten.
Der Numismatik-Experte Dr. Angelos Gountidoudis erläuterte
bei einem Besuch in der Redaktion, es handle sich um die griechische
Tetradrachme aus dem 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Die abgebildete Eule
sei das Symbol der Weisheit und das heilige Tier Athens, die Kombination der
drei griechischen Buchstaben daneben bedeute "Athene, Göttin der Weisheit
von Griechenland".
Die echten Tetradrachmen sind wertvolle Münzen in Bronze (je
nach Erhaltungszustand zwischen 100 und 2000 Euro Wert.) Silber (Wert zwischen
400 und 10 000 Euro) oder Gold. Von den goldenen gibt es weltweit nur noch
sieben Stück, fünf davon in USA. Ein Exemplar ist drei Millionen Euro wert. so
kostbar ist unser Aprilscherz-Flaschenöffner nicht. Nix für ungut!


Dienstag, 1. April 2003
Münzähnliche Fundstücke geben Rätsel auf
Bei
den Grabungen am Rosenberger "Hammer"-Brückerl entdeckt -
Germanisches Nationalmuseum eingeschaltet
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Die historische Gruppe
Stiber-Fähnlein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historisch bedeutende
Brücke bei der Hammerphilippsburg wieder freizulegen und zu restaurieren. In
enger Zusammenarbeit mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg und dem Landesamt für
Denkmalpflege soll dieses Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert schon bald wieder ein
Blickfang am Ortseingang von Rosenberg werden.
Als bei den Erdabraumarbeiten unter der Brücke, die sehr
sorgfältig von Hand ausgeführt wurden, neben vielen Tonscherben eine kleine
Kiste entdeckte wurde, mit 27 münzähnliche Exponaten, verständigte man sofort
das Landesamt für Denkmalpflege.
Nach erster in Augenscheinnahme könnte man die Fundstücke,
die sich in einem sehr guten Zustand befinden, auf Anfang 16. Jahrhundert
datierten. Die Fundstücke bestehen aus Messing oder Bronze und wurden
höchstwahrscheinlich auf dem sogenannten "Hammer" zu Rosenberg
geschlagen.
Rätsel gibt noch die Form auf, da sich an den
"Münzen" eine "Öse" befindet. Ebenfalls noch keine klare
Erkenntnis hat man über die Bildnisse, die sich auf den beiden Seiten der
münzenähnlichen Objekte befinden.
Die Vorderseite zeigt einen Männerkopf, die Rückseite eine
Eule oder einen Uhu mit den Initialen "AOE" . Die Exponate wurden zur
genauen Bestimmung über Herkunft und Alter dem Germanischen Nationalmuseum in
München übergeben.
Exemplar zu besichtigen.
Ein Exemplar wurde der Historischen Gruppe für Nachforschungen überlassen, und
kann ab heute im Schaufenster der Bäckerei Fischer in Rosenberg begutachtet
werden. Die Bevölkerung ist aufgerufen das Rätsel mit zu entschlüsseln,
vielleicht erinnert sich jemand an die Abkürzung der Buchstaben. Ist es ein
alter Hausname oder ein weiteres Hammerzeichen neben der Rose, das Balthasar
Doles nach der Übernahme des Hammers 1637 eingeführt hat?
Sollte jemand neue Erkenntnisse haben, bitten wir diese,
versehen mit Name und Adresse und einer kurzen Schilderung bei der Bäckerei
Fischer abzugeben. Wir hoffen, dass die Befunduntersuchungen bis zur 750
Jahrfeier in Rosenberg abgeschlossen sind, um die gesamten Fundstücke der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dienstag, 25.März 2003
Fußwaschen und Maul abwischen Bilderlink
Denkwürdiges
Zeremoniell zur Patenschaft des Stiber-Fähnleins mit den "Dillnberch-Schlorchern"
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Jetzt kann es also mit vereinten
oberpfälzisch-fränkischen Kräften der hochmütigen Frei- en Reichsstadt
Nürnberg an den Kragen gehen . . . aber keine Angst, ganz so kriegerisch wird`s
schon nicht werden, wenn in Zukunft das "Stiber-Fähnlein"
Sulzbach-Rosenberg und die "Dillnberch-Schlorcher" aus Deberndorf
gemeinsam auftreten: Eine Patenschaft schweißt sie zu einer vermutlich
unschlagbaren Truppe zusammen.
Trommelschlag und wehende Fahnen, Marketenderinnen,
Landsknechte, gewappnete Reisige, fahrendes Volk, Vaganten und Musikanten
- zum historischen Patenbitten der Deberndorfer Dillnberch-Schlorcher beim
Stiber-Fähnlein Sulzbach-Rosenberg entfaltete sich wieder einmal das
Mittelalter in seiner Pracht und eine wohlmeinende Spätmärzen-sonne lachte
dazu übers ganze Gesicht.
Sie waren nicht mit leeren Händen gekommen, die fränkischen
aus der Nähe von Cadolzburg. Aufgebockt auf hölzernem Schubkarren zwei
großkalibrige "Fässla" mit kräftigem dunklem Bier, an langen
Stangen aufgereiht fränkische Hausmacher-Spezialitäten, dazu Bauernbrot und
als süße Freingabe das Sulzbacher Stadtwappen in Form eines leckeren
Kirschkuchens.
Im Festzug zur Schanz`
Das Stiber-Fähnlein empfing seine Patenkinder in spe am Löwenbrunnen und
geleitete sie gemeinsam mit Cantus Ferrum Amberg, dem Pfalzgräflichen Gefolge
Neumarkt und Gernots Gefolge im Festzug hinunter auf den Platz an der Schanz, wo
das Patenbitten über die Bühne ging.
Zunächst ergriff 1. Vorsitzender Kurt Augustin von den
Dillnberch-Schlorchern das Wort, erinnerte an Albrecht Stiber, den tapferen
Recken aus dem Frankenland, der anno 1503 als Stadthauptmann die Herzogstadt Sulzbach
erfolgreich verteidigte, und bat darum, die seit über zehn Jahren bestehende
tiefe Freundschaft nun durch eine Patenschaft zu besiegeln.
"Doch nun lauschet, was wir euch zu sagen haben",
meldete sich darauf Klaus Faltenbacher, der Boss des Stiber-Fähnleins zu Wort.
"Bedecket eure Füße, denn merket, ihr wandelt hier auf städtischen Boden
und nicht auf bäuerlichen Fluren" schrieb er den Deberndorfer Freunden ins
Stammbuch. Und: "Begehrtet nicht unser Weibsvolk, so werden wir das Eure
nicht begehren. Hütet Eure Verpflegung vor diebischem Gesindel, den von nun an
fordern wir den Zehnt von euch!"
Nachdem so weit alle Fragen geklärt waren, traten Klaus
Faltenbacher und " sein Vize Helmuth Singer alias Hammerherr Erasmus von
Sauerzapf sowie Kurt Augustin und sein Stellvertreter Robert List zum
gegenseitigen Füßewaschen im hölzernen Zuber und zum "Maulabwischen"
an. Reine Vorsichtsmaßnahme, wie Faltenbacher erläuterte, um der Maul- und
Klauenseuche vorzubeugen.
Der Deberndorfer Bürgermeister Bernd Obst (der sich freute,
dass mit diesem Tag endlich "amal wieder Franken in der Oberpfalz
einmarschieren") und 1. Bürgermeister Gerd Geismann bedachten die frisch
besiegelte Patenschaft mit freundlichen Grußworten. Und der Landrichter des
Pfalzgräflichen Gefolges Neumarkt verstieg sich gar zu der Hoffnung, jetzt mit
dieser fränkisch-oberpfälzischen Allianz sei es vielleicht sogar möglich, die
Geschichte zu korrigieren und die hochmütige Freie Reichsstadt Nürnberg zu
unterwerfen.
Die Pfleger mit dabei
An Kriegshändel dachte freilich zu dieser Stunde niemand. Ein gemeinsames
Schmausen und Feiern - im Kreis der Gäste auch Stadthejmatpfleger Dr. Markus
Lommer, Kulturamts-Chef Fred Tischler und der Deberndorfer Heimatpfieger Helmut
Krämer - vereinte Patenkinder und Paten in fröhlicher Runde, historische
Musik, Reigentänze, orientalischer Bauchtanz und Feuerspucker sorgten für
Kurzweil bis in die Nachtstunden hinein. Wirklich unschlagbar; diese Allianz!

Samstag/Sonntag 15./16. März 2003
Das "Dorf" feiert Geburtstag
Vor
750 Jahren erste urkundliche Erwähnung von Rosenberg - Historisches Fest am
10.11. Mai
Sulzbach-Rosenberg. (lö) 750 Jahre
Rosenberg - dieses Datum will gefeiert werden. Es wird gefeiert, und zwar am
Wochenende des 10. und 11. Mai mit einem großen Historischen Fest, das an die
erste urkundliche Erwähnung Rosenbergs am 6. Mai anno 1253 erinnert. Der ganze
Ortskern des Stadtteils wird dabei, ähnlich wie an der Kirwa, zu einer einzigen
großen Festmeile.
Der Rosenberger Bäckermeister Wolfgang
Fischer, heimatkundlich seit Jahren interessiert und aktiv, hat das bedeutsame
Datum "ausgegraben". An diesem 6. Mai 1253 taucht der Name Rosenberg
erstmals in einer Urkunde auf, die den Kauf der Rosenburg durch Graf Gebhard von
Hirschberg besiegelt.
Schnell war in einem Kreis von Stiber-Mitgliedern
der Entschluss gefasst, auf Fischers Anregung ein Fest "750 Jahre
Rosenberg" zu organisieren. Seit Wochen ist ein Festausschuss in engem
Schulterschluss mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg mit den Vorbereitungen dieses
Ereignisses befasst, das am Samstag und Sonntag, 10. und 11. Mai, über die
Bühne gehen wird.
Es soll ein Fest von Sulzbach-Rosenbergern
für die Sulzbach-Rosenberger werden. und entsprechend breit gefächert ist auch
die Palette der Veranstaltungen und Ereignisse, die in dieses Wochenende hinein
gepackt werden.
Festzug zum Auftakt
Nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen wird das Historische Festwochenende
"750 Jahre Rosenberg" am 10. Mai am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr
mit einem Festzug der historischen Gruppen und mittelalterlich "Gewandeten"
eröffnet. Dieser Zug wird mit dem Fanfarenzug Rosen- berg vom "Schlössl"
aus über das Meierfeld die Ortsmitte ansteuern, wo dann zum Auftakt auf dem
Dorfplatz bei der "Waage" eine ökumenische Dankandacht mit MGV und
CVJM- Posaunenchor und ein Tanz der Kindergärten stattfinden sollen.
Das Programm sieht von Samstag Nachmittag
bis Sonntag Abend in der abgesperrten Festzone zwischen Pirnermühle und
Feuerwehrhaus ein buntes, fröhliches Treiben vor, an dem einheimische wie auch
auswärtige Akteure mitwirken. Unter anderem ist geplant, die Rosenberger Flei
zu einem Kneipp-Becken umzurüsten. Dieses Wassertretbecken samt einem
"Brotzeit-Rastplatz" (auch für die Radwanderer auf dem
Fünf-Flüsse-Radweg)
soll während des Historischen Festes eingeweiht werden.
Die Rosenberger Feuerwehr begeht zeitgleich
ihre 130-Jahrfeier, lädt zu Fahrzeug- und Geräteschau und zur Bewirtung ein
und steuert außerdem eine historische Löschübung bei. In der St.
Johannis Kirche soll -es kirchenhistorische Führungen geben, der MGV Rosenberg
will ein Frühlingslieder-Ständchen bringen, die "Birgländer" wollen
Volkstänze zeigen und ausbuttern (verbunden mit einer Schau alter bäuerlicher
Geräte).
Kirchenkonzert und Soiree
Zwei kulturelle Glanzpunkte sollen Anfang und Ende der 750 Jahrfeier in
Rosenberg markieren: Zum Auftakt laden die Vereinigten Kirchenchöre von St.
Marien Sulzbach und Herz Jesu Rosenberg mit einem Orchester aus Pilsen am
Vorabend, Freitag, 9 Mai, zu einem festlichen Kirchenkonzert in Herz Jesu ein.
Und ausklingen soll das Fest am Sonntag gegen 17 Uhr mit einer musikalischen Soiree
auf dem Festplatz, an der u. a. Gruppen der Städtischen Sing- und Musikschule
und der Berufsfachschule mitwirken werden.

Amüsante Zeitreise ins Mittelalter
Zwei
Tage buntes Treiben und kulinarische Genüsse im "Jubiläumsdorf"
Rosenberg
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Besucher der
750-Jahrfeier in Rosenberg am 10. und 11. Mai werden sich ins Mittelalter zurück
versetzt fühlen: Ein Erlebnis Schwerpunkt wird nämlich das historische Lagerleben
auf dem Festplatz sein, zu dem sich neben dem Stiber-Fähnlein auch Gruppen wie
Nostri Farago, Landsknechtsgruppe "Zeh" Dillbergschlorcher Deberndorf,
Pfalzgräfliches Gefolge Neumarkt, Cantus Ferrum oder Gernots Gefolge
einfinden.
Hier wird auch am Samstag Abend ein
mehrgängiges "Mittelalterliches Mahl" für ca. 100 bis 120 Gäste
ausgerichtet, an dem Interessenten (nach verbindlicher Voranmeldung) teilnehmen
können.
Ein vielfältiges gastronomisches Angebot
der Rosenberger Wirte und etlicher Vereine wird darüber hinaus Kulinarisches für
alle Geschmäcker bieten. Das kunterbunte Bild vervollständigen werden diverse
historische Handwerker mit Vorführungen. Gaukler, Feuerspucker, Musikanten (z.
B. das Bergknappenorchester mit einem Frühschoppenkonzert), die
Sulzbach-Rosenberger Bergleute mit einem Schaustollen, Verkaufssrände und
vieles andere mehr.
Zur Erinnerung an das Fest wollen die
Briefmarkenfreunde an ihrem Stand mit einem Sonderstempel und
Extra-Sammelobjekten aufwarten. und bei der Sparkasse wird sich neben einem
Computer-Gewinnspiel jedermann seine "Rosenberg-Medaille` selber prägen
können.
Auch etliche in Rosenberg ansässige
Handwerksbetriebe und Geschäfte wollen sich aktiv beteiligen an dem Programm.
an dem immer noch gefeilt wird. Die heutige Darstellung erhebt deshalb auch noch
keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Dienstag, 11. März 2003
Sieger mit sechs Jahren
Alina
Kerscher gewann "Mensch-ärgere-dich-nicht"-Turnier
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Kinder und
Erwachsene rangen um ihr Glück - beim "Mensch-Ärgere-Dich-Nicht"-Turnier
im Ketterlerhaus. In vier Durchgängen kämpften „Alt und Jung“
gegeneinander. Die Spielzusammensetzungen wurden für jeden Durchgang neu
gelost.
So kam es auch vor, dass sich die jüngste
Turnierteilnehmerin Alina Kerscher (6 Jahre) auch mal gegen einen Erwachsenen
behaupten musste und - gewann! Alina wurde in den 4 Spielrunden dreimal Sieger
und einmal zweiter. Dies bedeutete für sie letztendlich auch den Gesamtsieg des
Turniers.
Aus den vielen attraktiven Sachpreisen
suchte sie sich einen sehr schönen und schnellen Porsche 911 Turbo mit
Fernsteueranlage, Akku und Ladegerät aus.
Den 2. Platz in der Gesamtwertung errang
Johannes Ostermann (10 Jahre). Er wählte unter den Preisen ein Metallmotorrad
im Maßstab 1:6 aus, mit dem er den ganzen Tag über schon liebäugelte. Ein ca.
75 cm langes, sehr schnittiges Rennboot gewann Daniel Rupp (11 Jahre), der den
3. Platz in der Gesamtplatzierung belegte.
Natürlich durften sich anschließend auch
die restlichen Teilnehmer entsprechend ihrer erreichten Punktzahl, ihren Preis
aussuchen.
Der Veranstalter, die Jugendgruppe des
Stiber-Fähnlein, bedankte sich abschließend bei allen Teilnehmern für den
gezeigten fairen Kampfgeist. Schließlich verlief das Turnier reibungslos und
ohne Disqualifikationen, dafür aber mit viel Spaß.

Freitag 7. März 2003
Bilder
"Paradies" vor Nürnbergs Toren
Sulzbach-Rosenberg
und das Sulzbacher Bergland umwerben Ausflügler aus dem Fränkischen
Von Sepp Lösch
Sulzbach-Rosenberg. Trommeln gehört zum
Handwerk, und "wer nicht wirbt, der stirbt" - gut gemeinte
Ratschläge, die sich die Stadt Sulzbach-Rosenberg und die im "Sulzbacher
Bergland" liegenden Nachbargemeinden heuer sehr zu Herzen genommen haben:
Stark wie selten zuvor war unsere Region präsent bei der Freizeit- und
Touristikmesse 2003 in Nürnberg, die noch bis kommenden Sonntag zum Besuch
einlädt. Stadt und Umland rücken ihre Vorzüge und
"Schokoladenseiten" als Ferien- und Naherholungsgebiet ins rechte
Licht. Wenn es um den Naherholungs- und Ausflugstourismus geht, können sich die
Gemeinden eigentlich keinen besseren Partner wünschen als den VGN, den
Verkehrsverbund Großraum Nürnberg. Eine seit Jahren florierende Kooperation
der Tourismusregion westliche Oberpfalz mit dem leistungsfähigen fränkischen
Nahverkehrs-Unternehmen bringt mit schöner Regelmäßigkeit neue Früchte, von
denen beide Seiten kräftig naschen können.
In diesem Jahr präsentierte der VGN bei der
"Freizeit und Tourismus" neben reizvollen neuen Ausflugstipps zu
Zielen in Franken und der Oberpfalz (die natürlich ausnahmslos mit
öffentlichen Nahverkehrsmitteln und zu günstigen VGN-Konditionen erreichbar
sind) ein Büchlein. in dem die beliebtesten Wander- und Radtouren in Franken
und Oberpfalz vorgestellt werden.
Freizeitverkehr als Einstieg
Bei einer Pressekonferenz, an der auch Neukirchens Bürgermeister
Winfried Franz, 2. Bürgermeister Herbert Pilhofer und der Tourismusvereins-Vorsitzende von
Etzelwang, Hans Wagner aus Neutras, teilnahmen, stellten VGN-Geschäftsführer
Norbert Mahr und Gerard Zuber vom
Ressort Verkaufsförderung, die neuen Werbemittel vor. Gerade der
Freizeitverkehr, betonte Norbert mahr, biete beste Einstiegsmöglichkeiten, um
öffentliche Verkehrsmittel zu testen. " Unabhängig vom werktäglichen
Stress kann ausprobiert werden, welche Möglichkeiten Busse und Bahnen
tatsächlich bieten".
In dem Buch Beliebte Wander- und Radtouren in Franken und der Oberpfalz" sind insgesamt 23
Wander- und Radausflugstipps zusammengefasst
gewissermaßen die Highlights aus allen bisher rund 60 beim VGN erschienenen Faltblättern
und Werbeprospekten.
Über die "Rutschn"
Jede in das Buch aufgenommene Wanderung wurde gründlich überarbeitet, auch
Anregungen engagierter Nutzer fanden Berücksichtigung. Aus dem Raum
Sulzbach-Rosenberg werden zwei Wanderungen ausführlich beschrieben: Einmal ist
das die Tour vom Sulzbacher Bahnhof über Erlheim, Seidersberg und Niederricht
zur Osterhöhle, von dort über den Hartenfels zum Bahnhof Neukirchen.
"Über die Rutschn" ist die Beschreibung einer imposanten Wanderung
durchs lehenbachtal, Hirschbachtal und Reichental bis ins pegnitztal
beschreiben. Der Titel nimmt bezug auf den "Rutschn" genannten 591 m
hohen Aussichtspunkt am Ende des Höhenglücksteiges, von dem sich ein herlicher
Ausblick über die Burgruine Hauseck bis hin zu den Birglandbergen, dem Ossinger
und der Burg Hohenstein bietet.
Sehr gute Resonanz
Nicht kleckern sondern klotzen - unter diesem Motto war vor allem die
Herzogstadt Sulzbach-Rosenberg an mehreren Messtagen am Stand des Landkreises
Amberg-Sulzbach vertreten. Assistiert von Stiber-Leuten und "Gernots
Gefolge" in historischen Gewändern, Bergleuten in ihren
Traditionsuniformen usw. rührte auch 1. Bürgermeister Gerd Geismann und
Kulturamtsleiter Fred Tischler persönlich kräftig die Werbetrommel und waren
mit der Resonanz der Messebesucher mehr als zufrieden.
Bildunterschrift: mehrere Tage lang umwarb
die Herzogstadt Besucher der Freizeit- und Touristikmesse auch mit
mittelalterlichem Flair: Mitglieder des Stiber-Fähnleins wiesen sich in ihren
farbenprächtigen Gewändern als unübersehbarer Blickfang.

Samstag/Sonntag 11./12. Januar 2003
Sammeln für Morogoro
Stiber-Fähnlein spendet für Pfarrer Geißner in
Afrika
Sulzbach-Rosenberg. (hfz) Angeregt durch den
Vortrag des ev. Pfarrers Hans-Martin Geißner Ende vorigen Jahres in der
Christuskirche, entschloss sich die Historische Gruppe Stiber-Fähnlein zu einer
Spendenaktion um seine schwierige Missionsarbeit in Morogoro/Tansania zu unterstützen.
Durch die Bereitschaft aller
Vereinsmitglieder des Stiber-Fähnleins den Erlös aus dem Mistelverkauf am
Pflasterzollhaus zu spenden und spontanen Einzelspenden unter anderem der
befreundeten Historischen Gruppe „Gernots Gefolge“ und des Brauereigasthofs
Sperber konnte eine Summe von 460,-- Euro aufgebracht werden.
Die Vorstände der beiden historischen
Gruppen Klaus Faltenbacher vom Stiber-Fähnlein, und Gernot Bock von „ Gernots
Gefolge“ übergaben jetzt die Summe an Pfarrer Harald Hofmann von der ev.
Kirchengemeinde. Pfarrer Hofmann bestätigte, dass der Erlös der Sammlung zu
einhundert Prozent Martin Geißner und seiner Arbeit in Morogoro/Tansania zur
Verfügung gestellt wird.
Hatte das Stiber-Fähnlein letztes Jahr eine
Spende für St. Marien und seine Orgel zur Verfügung gestellt, so wollte man
dieses Jahr ein Projekt der evangelischen Kirche berücksichtigen.
