Das Pflasterzollhäusl ist gerettet
In mehr als 2000 Arbeitstunden kniete sich das Stiber-Fähnlein in die Sanierung
Mittwoch. 08.11.2000
Sulzbach-Rosenberg. (bt) Ein historisches Gebäude für die Öffentlichkeit
wieder begehbar machen: Nach diesem Motto wird das ehemalige Sulzbacher Pflasterzollhaus,
das erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt wurde, seit 1997 von Mitgliedern des
Stiber-Fähnlein und verschiedenen Firmen saniert. Ein ehrenamtlicher Einsatz, wie man ihm
heutzutage nur noch selten findet.
Vermutlich hat das denkmalgeschützte kleine Gebäude mit der jetzigen Adresse
Hagtor 8, das man im Volksmund als Pflasterzollhäusl kennt,schon einiges erlebt. So soll
es 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg beim Kampf zwischen den Nachbarstädten Amberg und
Sulzbach abgerissen worden sein, wie in einem Grabungsbericht des Bayrischen Landesamt
für Denkmalpflege ausgeführt wird. Danach gehen die Denkmalschützer von einem
Wideraufbau im Jahre 1529 aus. Vierhundert Jahre später, 1942 baute man an das ehemalige
Zollhaus einen weiteren Gebäudeteil an. Dann nutze die Sattlerei Wiesand das Gebäude.
Seit einem Jahrzehnt steht es nun leer und war mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben.
Damit das unter Denkmalschutz stehende Haus nicht weiteren Schaden litt, habe man
sich entschlossen, es zu sanieren, erklärte Klaus Faltenbacher von der Historischen
Gruppe Stiber-Fähnlein der SRZ. Die rührigen "Stiberer" haben ja mit
Sanierungsarbeiten an historischen Anlagen (Stadtmauer, Wehrtürme) in den vergangenen
Jahren schon reichlich Erfahrungen sammeln können.
Bevor sie sich allerdings im Pflasterzollhäusl an die Arbeit machen konnten, war
eine Veränderung der Besitzverhältnisse nötig. Dem Pachtvertrag durch die Stadt folgte
Ende des letzen Jahres der Ankauf des Anwesens. Ohne diesen Schritt hätte man für die
Sanierung keine öffentlichen Zuschüsse locker machen können.
Experten geben "Geleitschutz"
Unter Aufsicht des Bauamtes, des Architekturbüro Meiller, Dittmann & Partner
und des amtlichen Denkmalschutzes wird jetzt das ehemalige Zollhaus durch die fleißigen
"Stiber"-Leute wieder restauriert und nutzbar gemacht. Dabei haben allein
Mitglieder des Stiber-Fähnlein`s bereits rund 2000 Arbeitsstunden geleistet. Entweder
tagsüber an den Samstagen oder in den Abendstunden während der Woche wurden zunächst
Aufräumungsarbeiten und danach Installationsarbeiten durchgeführt. Dazu gehörte auch
die Schaffung eines Zugangs zum Keller von innen. Bisher war es nur von außen möglich
gewesen in den Keller zu kommen.
Zu diesem ehrenamtlichen Arbeitseinsatz gesellte sich die Tätigkeit der Firma Kohl
für die Errichtung des Dachstuhls, der Firma Luber, die für die Heizung zuständig ist,
der Firma Troidl, die die Elektroinstallation überwacht und der Baufirma Kopp. Dabei
werde strengstens darauf geachtet, das die Auflagen des Denkmalschutzes eingehalten
werden, hab Faltenbacher hervor. Der Innenbereich solle wieder so gestaltet werden, wie er
früher ausgesehen habe.
Das Stiber-Fähnlein hat schon feste Vorstellungen, was mit dem Haus nach der
Sanierung geschehen soll. Während man den Vorderraum als kleines Museum nutzen will, wird
der zweite Raum der Jugendgruppe des Historischen Vereins zur Verfügung stehen.
Selbstverständlich werde das Stiber-Fähnlein auch nach der Sanierung des Zollhäusels
bei größeren Sitzungen und Veranstaltungen die bisherigen Gasthäuser besuchen,
versicherte Faltenbacher.
Bei bestimmten Anlässen sind die Stiber auch bereit, das ehemalige
Pflasterzollhaus in Stadtführungen mit einzubauen. Damit werde nicht nur der
einheimischen Bevölkerung, sondern auch den Touristen gedient, die Sulzbach-Rosenberg
besuchen.
Für die Arbeitstunden, die vom Stiber-Fähnlein geleistet werden, fallen keine
Kosten an. Nur für die Rechnungen, die von den Firmen gestellt werden, kommt die Stadt
auf. Aber es kann auch jede Bürgerin und jeder Bürger dieses Projekt finanziell
unterstützen: Dafür wurde bei der Sparkasse Amber-Sulzbach (BLZ 75250000) unter der
Bezeichnung "Altes Zollhaus" ein Spendenkonto mit der Kontonummer 380100040
eingerichtet.
Stiber-Marterl erneut Opfer sinnloser Zerstörungswut
Freitag, 03.11.2000
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Das Stiber-Marterl, das vor drei Jahren oberhalb des
Friedhofberges errichtet wurde, zeigt die Rosenburg mit dem Wappen des ehemaligen
Stadthauptmannes Albrecht Stiber, der im 16. Jahrhundert dort residierte, den hl. Georg
als Drachentöter, das Sulzbacher Wappen und die Legende über Stiber und seine
Söhne Sebald und Sebastian. In dem kurzen Zeitraum, in dem das Stiber-Marterl steht,
wurde es bereits vier Mal zerstört und jeweils von Mitgliedern des Stiber-Fähnlein
wieder instandgesetzt. Diesmal hat die Stadt die Wiederherstellung übernommen. Bleibt nur
zu hoffen, dass das kleine historische Denkmal nicht erneut das Ziel sinnloser
Zerstörungswut wird. Außer dem Ärger kostet die Reparatur jedes Mal Arbeit und Geld.
Aber so weit wird das Denkvermögen der Vandalen nicht reichen.
Der Wind nimmt uns mit!
Erste Drachen-Ausstellung des Landkreises im Kindergarten St. Marien - Sonntag
Flugtag
Donnerstag, 19.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Die erste große Drachenausstellung im Landkreis Amberg-Sulzbach
fand im Kindergarten St. Marien in Sulzbach-Rosenberg statt. Dank des schönen Wetters
standen nicht nur die Räumlichkeiten des Kindergartens, sondern auch die Freispielanlage
und der Garten für die Präsentation der Drachenmodelle zur Verfügung. Die
Drachenfreunde des Vereins SGSN stellten aus ihrem Privatbesitz 92 zum Teil historische
Drachen aus.
Schautafeln zeigten den Besuchern die Geschichte des Drachen auf. Recht interessant war
auch das "100 Jahre Drachenarchiv" von Hans Snoek, das man auch auf der
Drachen-Homepage http://www.drachenarchiv.de nachlesen kann.
Die offizielle Begrüßung durch die Kindergartenleiterin Andrea Birner-Sebast umfasste
die Drachenfreunde SGSN
(Sulzbach-Gebenbach-Schnaittenbach-Neustadt), Michael Geisler (Sulzbach-Rosenberg), Sepp
Gallersdörfer (Gebenbach), Jürgen Brand (Schnaittenbach) und Uwe Häupl
(Neustadt-Waldnaab), das Stiber-Fähnlein mit den beiden Hauptorganisatoren Klaus
Faltenbacher und Birgitt Stadler (die die Idee hatte), den Kirchenträger St. Marien
vertreten durch Kaplan Markus Schmid, natürlich Bürgermeister Gerd Geismann sowie alle
Eltern und Kinder.
Ohne die tatkräftige Unterstützung der Kindergarten-Eltern wäre die gute Bewirtung der
zahlreichen Gäste an den zwei Tagen mit Kaffee, Kuchen und Wurstsemmeln nicht
gewährleistet gewesen. Auch der Verkauf im Herbst-Basar war ein großer Erfolg. Für die
Kinder war auch bestens gesorgt. Drachenbasteln war angesagt und
wurde auch mit Begeisterung angenommen.
Am nächsten Sonntag, 22. Oktober, wird in Hahnbach am Fuße des Frohnbergs ein 2.
Drachenflugtag stattfinden. Dort können alle Drachenfans mit ihren Flugobjekten
(natürlich auch die Selbstgebastelten) unter der Organisation vom Kindergarten St.
Marien, dem Stiber-Fähnlein und den SGSN-Drachenfreunden einen schönen Tag erleben. Für
einen Bus-Service wird ebenfalls gesorgt sein.
Kaplan Markus Schmid brachte seinen eigenen kleinen selbstgebastelten Drachen mit. Er war
überrascht über die Vielfältigkeit der Drachen, die hier ausgestellt waren. Letztes
Jahr wählten die Firmlinge den Drachen als Firmsymbol. Er sollte aussagen, dass wir an
Christus hingen wie die Schleifen am Drachen. "Der Wind
nimmt uns mit, erfüllt vom Geist Gottes!"
Bürgermeister Gerd Geismann war beeindruckt von den Drachen in der Kulisse
derStadtmauern. "Die Kombination Kindergarten, Kirche, Stiber-Fähnlein und
Drachenfreunde ist einfach fantastisch!" Dass das Stiber-Fähnlein heute zu den
Drachenbauer gehöre, wo es früher doch Drachenbekämpfer war, wunderte ihn schon.
Anschließend überreichte er noch eine Spende an den Kindergarten.
Das Schlusswort hatte Klaus Faltenbacher, der Organisator des Stiber-Fähnleins. Für ihn
war es jetzt die 2. Drachen-Veranstaltung, die er mit den Drachenfreunden SGSN organisiert
hatte. Dankbar war er, dass der Kindergarten St. Marien seine Örtlichkeiten kostenlos zur
Verfügung stellte. Faltenbacher lud alle Gäste und
Interessierte zum 2. Drachenflugtag in Hahnbach ein. Der Erlös kommt dem Kindergarten St.
Marien zugute.
"Edelstein" der Stadt restauriert
Fischer-Turm in der Langen Gasse am 3. Oktober offiziell eingeweiht: Ein
Schmuckstück
Samstag, 07.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (wsp) Jetzt können die Feinde kommen: Zum Beispiel die aus
Amberg und Böhmen, wie im Jahr 1504, als sie vom Stadthauptmann Stiber und seinen Mannen
zurückgeschlagen wurden . Sollen sie doch - denn jetzt steht der Fischer-Turm in der
Langen Gasse wieder zur Abwehr bereit. Einer der "Nachfahren" des wackeren
Stadthauptmannes, Hans Reinhardt, hat ihn mit einuigen Kollegen des Stiber-Fähnleins
restauriert.
Nach der Bergrüßung der Gäste durch das Oberhaupt der Stiber, Klaus Stadler,
richtete Stadtoberhaupt und Turmherr 1. Bürgermeister Gerd Geismann das Wort an die
Neugierigen. Am 3. Oktober durften ein paar Bemerkungen zum "Tag der Deutschen
Einheit " natürlich nicht fehlen. Alles was in der letzten Zeit dazu gesagt worden
sei, dürfe nicht darüber hinweg täuschen, dass das ein glücklicher Tag sei: Die
erste unblutige Revolution auf deutschem Boden.
"Frieden mit den Nachbarn!"
"Wir leben jetzt in Frieden und Freundschaft mit allen unseren Nachbarn - das
ist wunderbar. Deutschland und Frankreich zählten über Jahrhunderte zu den größten
Unruhestiftern in Europa. Jetzt spricht der französische Präsident in der Dredner
Semper-Oper zu einem befreundeten Volk. Das ist hervorragend".
Nach einem historischen "Ausflug" zum Fischerturm, der um 1500 gebaut,
als sogenannter Schalenturm ausschließlich Verteidigungszwecken diente und erst ende des
19. Jahrhunderts zu Wohnzwecken, ging Geismann auf die finanzielle Seite des Turms ein.
Übrigens heißt der Fischer-Turm offiziell eigentlich gar nicht so. Nur weil die letzte
Bewohnerin eine Frau Fischer war, hat sich dieser Name so eingebürgert.
Im Jahre 1988 wurde der Turm wieder für gut 16 00 Mark von der Stadt gekauft. Mehr
als 182 000 Mark kostete die Sanierung ingesamt, wobei der Freistaat rund 110 000 Mark als
Zuschuß gewährte. Dabei erhielt der dreigeschossige Turm auch ein neues Pultdach.
Von außen war der Turm wieder recht ansehnlich, nur innen noch nicht ausgebaut.
Das haben in langer, schwiriger Arbeit Hans Reinhardt und einige Helfer geändert.
"Immer für eine positive Überraschung zu Gunsten der Stadt gut: Die Stiberer mit
ihrer famosen Truppe!" schrieb Geismann ins Turm-Buch.
"Die historische Stadtmauer wird aufgewertet dank unseres mittelalterlichen
Schreiners Hans Reinhardt - den Menschen zum Segen!"
Neben diesem Lob in mündlicher und schriftlicher Form erhielt Reinhardt die "Knorr
von Rosenroth-Medaille" in Gold, die Ehefrauen der Stiber-Führung bekamen
Blumensträuße.
Bevor die zahlreichen, neugierigen Besucher den Turm besichtigen durften, so wie ab
jetzt immer bei Stadtführungen, meldete sich Hans Reinhardt zu Wort.
"Andere haben nur Scheunen"
"Wenn man heute sieht, dass die Städte Besucher brauchen, brauchen sie auch
etwas zum Vorzeigen. Das was man vorzeigen will, muss man herrichten. Wenn man sieht, das
andere nur alte Holzscheunen haben und wir hier wahre Edelsteine, dann werde ich auch in
Zukunft dafür arbeiten, dass man diese Edelsteine vorzeigen kann", versrach der
fleißige Scheiner.
Gut möglich also, dass Gerd Geismann wieder einmal eine "positive
Überraschung zu Gunsten der Stadt" erlebt- und die "Feinde Sulzbachs" eine
für sie eher böse...
Stiber-Fähnlein: Still und heimlich den "Fischerturm" renoviert
Samstag, 02.10.2000
Sulzbach-Rosenberg. (wsp) Die anderen "Stiberer" machten sich am Zollhäusl zu
schaffen, um es wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen - nur einer fehlte meist: Hans
Reinhardt. Faul auf der Bärenhaut lag er deswegen nicht, ganz im Gegenteil. Heimlich,
still und leise machte er sich daran, den Fischerturm zu restaurieren. Nur wenige wussten
davon und halfen ihm.
Ab Dienstag, Tag der deutschen Einheit, 3. Oktober, 15 bis 17 Uhr steht das Werk
nun den Sulzbach-Rosenbergern und den Touristen für Besichtigungen zur Verfügung, denn
"der Turm gehört der Stadt und ist für die Bevölkerung.
Geöffnet ist er jeweils zu den Stadtführungen, genau wie der Stiberturm oder das
Zollhäusl und vieles mehr." Wer hat das nicht schon alles besichtigt, aus Amberg,
aus Nürnberg, aus Hamburg? Aber wer von den Sulzbach-Rosenbergern hat schon die vielen
Sehenswürdigkeiten der Stadt schon gesehen?
Ab Dienstag besteht die Möglichkeit, die Arbeiten, die die Stiber für die Stadt
und im Geiste von Karl Grünthaler geleistet haben, zu inspizieren.
Die Regionen präsentierten sich beim Erntedankmarkt in Ensdorf
Montag, 02.10.2000
Ensdorf. (tra) Als bunt und vielfältig war er angekündigt worden, der große
Erntedankmarkt zum "Tag der Regionen" im Klosterhof in Ensdorf. Es wurde
nicht zu viel versprochen. Über 30 Stände boten gestern Natur, Kunst und Kultur aus der
Region an. Begleitet von einem abwechsungsreichen Unterhaltungsprogramm erwies sich der
"Tag der Regionen" als ein echter Werbetag für regionale Produkte, für
Betriebe und Dienstleistungen. Eröffnet wurde der Markt nach dem Erntedankgottesdienst
von Staatssekretärin Marianne Deml und gewaltigen Böllerschüssen unter anderem aus der
Wetterkanone, die nach der Renovierung durch Klaus Faltenbacher an die Gemeinde Ensdorf
zurückgegeben wurde.
Mit Schießpulver gegen Gewitterwolken angegangen
Eine historische Wetterkanone, von Klaus Faltenbacher restauriert, wird morgen an
Ensdorf zurückgegeben
Samstag, 30.09.2000
Sulzbach-Rosenberg. (dmx) Vor einigen Wochen erfuhr Klaus Faltenbacher von der
"Historischen Gruppe Stiber Fähnlein" aus Sulzbach-Rosenberg von einer Rarität
in der Region. Im Kloster Ensdorf befand sich eine Kanone mit einem großen Trichter. Es
stellte sich heraus, das es sich dabei um eine sogenannte Wetterkanone aus dem Jahre 1859
handelte. Faltenbacher bot sich an, das sich nicht mehr im besten Zustand befindliche
Gerät in Sulzbach-Rosenberg zu restaurieren.
.................usw.
Schuss in die Gewitterwolke
Ensdorfer Wetterkanone auch auf Hexen gerichtet - Gutes Stück prächtig
restauriert
Freitag, 29.09.2000
Ensdorf. (tra) Am kommenden Sonntag, im Rahmen der Eröffnung des Erntedankmarktes am
"Tag der Regionen" im Klosterhof, erhält die Gemeinde Ensdorf ihre Wetterkanone
zurück. Das seltene Stück wurde von Klaus Faltenbacher, dem Organisator und
Böllerschützen der "Historischen Gruppe Stiber Fähnlein" aus
Sulzbach-Rosenberg , gründlich renoviert und wieder funktionsfähig gemacht.
Verschiedene Gründe dürften die Menschen in den vorhergehenden Jahrhunderten
veranlasst haben, Wetter zu schießen. Der wohl häufigste Grund ist wohl die Vorstellung,
die "schauerhaften" Hexen durch Schießen zu vertreiben. Eine vernünftige
Erklärung für das Schießen giebt es nicht, vielmehr ist die Ursache im Aberglauben zu
suchen. Ein weiterer Grund waren die rationalen Überlegungen mancher Menschen, die sich
auf die Berichte vieler Soldaten stützten. Diese berichteten nämlich, dass durch das
Schießen aufziehende Gewitterwolken zerteilt würden und somit die Gefahr, dass durch
Unwetter und Hagelschlag die Ernte vernichtet würde, gemindert werden könnte.
.................usw.
Wenn Drachen steigen, vergisst man alles
Vier Familien organisierten tolles Angebot für Interessierte / rund 100 Drachen
wurden gebastelt
Freitag 1.September 2000
Hahnbach (amo) "Lass dir Deine Kindheit nicht austreiben" soll Erich Kästner
gesagt haben und genau das taten Kinder und Eltern beim Drachensteigen unterhalb des
Frohnbergs. Auf die Initative von Josef Gallesdörfer, Michel Geisler, Jürgen Brand und
Uwe Heupl, bestens untersttzt von Klaus Faltenbacher und dem Stiber-Fähnlein, trafen sich
unzählige Familien, die mit zunehmender Begeisterung bei der Sache waren.
Die vier Männer treffen sich seit vielen Jahren mit ihren Familien an jedem
passenden Sonntag im Herbst, um ihre Drachen steigen zu lassen. Ihre Auswhl reich vom
selbstgebastelten einfachen Drachen bis hin zum Designermodell eines Graham Bell. Bald
entdeckten sie, das ihr Hobby der beste Ausgleich zum Berufsleben ist. "Tatsächlich
fliegen mit dem Drachen die Sorgen in den Himmel", so Josegf Gallesdörfer im
Brustton der Überzeugung.
Auch bemerkten sie das immer weniger Kinder diesem uralten Spiel mit dem Wind
frönten. Möglichst viele Kinder vom Fernseher und Computer weg zu locken, war
schließlich dann auch Absicht des Angebots zum Drachensteigen für alle Familien.
Ihr erster Anlauf bei der Gemeindeverwaltung Hahnbach glückte und ohne probleme
bekamen sie ihr Vorhaben genehmigt. Auch die Familien Rauch und Trummer, denen die Felder
und Wiesen gehören, sagten prompt zu und Bürgermeister Josef Graf erklärte sich bereit
die Schirmherrschaft zu übernehmen.
Bei seinem Besuch beglückwünschte er die Interessengemeinschaft zum großen
Zulauf und zu den idealen Wetterbedingungen: Sonne und Wind.Er berichtete, dass bereits
vor über 1000 Jahren die Menschen Drachen gefertigt hätten. Sie seien in Kriegen zur
Aufklärung benutzt worden, aber auch lange zu meterologischen Zwecken.
Die Gemeinschaft bot in einem eigenen Zelt, das für alle Fälle mit einer
alten Nähmaschine bestückt war, den Kindern an, Drachen zu basteln. Über 100
flugfähige Drachen entstanden dort mit den Ehrenamtlichen. Die Firma Mödel hatte mit
Material unterstützt und so waren nur geringe Kosten für die Kleinen zu entrichten.
Neben Bratwürstl, Wurst - und Käsesemmeln und Getränken konnte man auch Drachen kaufen
und sich beim Reparieren helfen lassen.
Oft waren bis zu 50 Drachen am Himmel. Haifische konnte man entdecken, Flap-Masken,
Fledermäuse, Codys und Rokakos, Edi und Delta-Drachen und viele andere mehr. sogar ein
Rolo-Plan und lange Damenbeine flatterten am hellblauen Himmel. Da gab es Drachen aus
Stoff, Papier, Nylon und High-Tech-Material, manche, die Spiralen drehten, und andere mit
Schleifen und Windspielen an der Leine.
"Immer besser sein als die Amberger!"
Interview mit Stiber-"Motor" Klaus Faltenbacher - Organisator
beim "Fest der Bayern"
Freitag, 21.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Der großartige Erfolg des historischen Heerlagers zum
Altstadtfest 2000 bei dem sich das "Stiber-Fähnlein" in gewohnter Weise als
perfekter Organisator und Gastgeber präsentierte, war nur ein Großereignis der äußerst
aktiven Gruppe in diesem Jahr.
Ihre nächste Herausforderung steht bereits vor der Tür: Vom 21. bis 23. Juli
wird nämlich in Regensburg der "Fest der Bayern" gefeiert zu dem mehrere
hunderttausend Zuschauer erwartet werden. Im Auftrag der Bezirksregierung der Oberpfalz
soll dort unter der Federführung der bekannten Sulzbach-Rosenberger historischen Gruppe
mit mehreren anderen Gruppen das "Mittelalter in der Oberpfalz" nachgestellt
werden.
Dies war für unsere Redaktion Anlass einmal mit Klaus Faltenbacher, dem
"Motor" der Stiber-Gruppe, zu sprechen.
SRZ: Die Aktivitäten der Stiber-Gruppe sind im Sulzbach-Rosenberger
Ereigniskalender eigentlich nicht mehr wegzudenken. Wie lange gibt es euch schon?
Faltenbacher: Das Stiber-Fähnlein wurde vor rund 10 Jahren von sechs Leuten
gegründet. Hauptinitiator und "Gründungsvater" war damals Karl Grünthaler,
der heutige Stadtheimatpfleger.
SRZ: Als was verstehen sich eigentlich die "Stiberer" und welcher
Vereinszweck liegt ihnen besonders am Herzen?
Faltenbacher: Neben dem Vermitteln und Darstellen mittelalterlicher Lebensweisen
und der daraus resultierenden historischen Abfolge liegt dem Stiber-Fähnlein besonders
die Historie unserer schönen Herzogstadt am Herzen. Sie birgt soviel Interessantes und
Geschichtsträchtiges in sich, dass unbedingt weiter erforscht und allen Leuten, ob
Einwohner oder Besucher, näher gebracht werden sollte.
SRZ: Wie soll das geschehen?
Faltenbacher: Nun, neben unseren bisherigen Aktivitäten - ich erinnere nur z.B. an
den Bergbau-Schaustollen bei der Villa Max oder dem historischem Spektakel im letzten Jahr
- möchten wir uns aktiv einbringen und mitarbeiten auf bestimmten Gebieten des
touristischen Angebots in dieser Stadt. Wir haben viele Ideen, wie wir unsere Herzogstadt
einfach werbewirksamer "verkaufen" können, und dies dürfte doch in aller
Interesse liegen. Der historische Trend in unserer Gesellschaft ist unübersehbar, und
unsere Gruppe kann und will hier einen entscheidenden Beitrag für unsere Stadt leisten.
SRZ: Ist die Renovierung des alten Pflasterzoll-Häusl ein Teil davon?
Faltenbacher: Natürlich! Dies ist momentan das Projekt dem unsere ganze
Aufmerksamkeit und unsere ganze Arbeit gilt. Jede "müde" Mark, die wir bei
Festen oder Aktionen erwirtschaften oder durch Spenden erhalten wird in dieses Projekt
gesteckt, das nach Fertigstellung sicherlich der Allgemeinheit zu Gute kommt.
SRZ: Das historische Lager zum Altstadtfest 2000 war ja ein toller Erfolg. Dazu
waren sicherlich viele Helfer usw. nötig. Wie überzeugt ihr überhaupt andere Gruppen an
euren Aktivitäten teilzunehmen?
Faltenbacher: Nun, sicherlich ist es vor allem der ständige persönliche Kontakt
mit allen befreundeten Gruppen und unsere Bereitschaft auch bei deren Aktivitäten immer
vor Ort zu sein. (Anmerkung der Redaktion: Beim Befragen von Mitgliedern anderer Gruppen
hörte man immer wieder als Grundtenor: 1. "Man kann dem sprichwörtlichen Charme von
Klaus Faltenbacher schlecht widerstehen" und 2. "Bei Veranstaltungen in
Sulzbach-Rosenberg sind wir alle irgendwie eine große Familie. Es ist einfach immer
schön dort dabei zu sein!")
SRZ: Was steht in diesem Jahr nach dem großartigen Erfolg noch an? Faltenbacher:
Eine neue und große Herausforderung für uns ist sicherlich das Fest zum "Fest der
Bayern" in Regensburg vom 21. bis 23. Juli. Dort sollen im Auftrag der Oberpfälzer
Bezirksregierung verschiedene historische Gruppen aus der Oberpfalz das "Mittelalter
in der Oberpfalz" nachstellen und wir, das "Stiber-Fähnlein", wurden
dafür als verantwortlicher Organisator bestimmt. Zu dem Fest der sieben bayerischen
Regierungsbezirke werden mehrere hunderttausend Besucher erwartet.
SRZ: Das heißt, ihr steigert euch noch immer?
Faltenbacher: (verschmitzt) Das hängt ganz von den "Ambergern" ab. Wir
müssen einfach immer besser sein als deren Vertreter! Möglichkeiten und Pläne sind in
meinem Hinterkopf aber schon noch da.
SRZ: Danke für das Gespräch und für euer Vorhaben: Glück Auf.!
Architekt vor Rittergericht
"Nicht mittelaltergerechte Baumaterialien verwendet"
Mittwoch, 05.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Immer wieder durchstreiften wilde Landsknechtgesellen
die Straßen der Stadt beim Altstadtfest - meist begleitet vom Trommelwirbel und
Pfeifenspiel der verschiedenen historischen Gruppen, um reiche Beute zu machen. Fast wäre
ein Mitarbeiter unserer Redaktion dem mittelalterlichen "Kidnapping" zum Opfer
gefallen und nur sein hurtig "rollender Stuhl" konnte ihn aus dem
Gefahrenbereich retten.
Schlechter erging es da dem federführenden Architekten am Umbau des
Pflasterzoll-Häuschen, Michael Dittmann: Völlig unvorbereitet wurde er, gemütlich bei
Speis und Trank sitzend, kurzerhand überwältigt, in den Käfig gesperrt und ins
Stiber-Lager verschleppt.
Im Lagerkreis kam er vor das "Rittergericht", das ihn wegen Verwendung
unzulässiger und nicht mittelaltergerechter Baumaterialen anklagte und mit
fürchterlichen Strafen drohte. Strafforderungen wie: "Wollen wir ihn peitschen oder
gar die Zunge ein wenig kürzen?" waren noch die harmlosesten. Das gemeine Volk
forderte sogar das "Teeren und Federn".
Michael Dittmann konnte letztendlich erleichtert sein, dass er sich mit einem
erklecklichen "Sümmchen" aus seinem Geldstrumpf freikaufen konnte.
Sie verstanden halt ihr Handwerk, die alten Ritterleit!
Ritterkampf und Silberlinge: Reales Mittelalter
Historisches Heerlager absoluter Hit beim Alstadtfest - Markt, Kinderspiele,
tolles Programm
Mittwoch, 05.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Es war kein Hauch von Mittelalter - es war mehr, es war
schon nahe an der Realität was den Tausenden von Besuchern im und am historischen
Heerlager an der Allee vom gastgebenden "Stiber-Fähnlein" geboten wurde.
Historische Gruppen aus nah und fern hatten auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei
"Bayerischer Hof" ihre Lager aufgeschlagen und boten ein Spektakulum der
besonderen Art. Dort hieß es drei Tage lang zu Recht: "So kommet zuhauf! Sehet und
staunet!"
Das 24. Altstadtfest wartete gleich bei der Eröffnung durch 1. Bürgermeister
Gerd Geismann mit einem Novum auf: Nach dessen Wünschen für ein friedliches und
fröhliches Fest zog nämlich der farbenfrohe Tross von Edelleuten, Rittern, Landsknechten
und Handwerkern, angeführt von den Kindern des Kindergarten St. Marien, vom Rathaus weg
über den Marktplatz hinaus, am alten Zollhäusl vorbei um an der freigelegten
historischen Stadtmauer an der Allee ihr Mittelalterlager in Besitz zu nehmen.
Magnet für die Besucher
Dieses Lager wurde ein Magnet für die Besucher und es hatte es wirklich in sich:
Neben einem Handwerkermarkt, in dem die einzelnen Zünfte ihre handwerklichen Fähigkeiten
dem Publikum vorstellten, führten Rittersleut mit ihren Knappen und Landsknechten die
Kunst des Schwert- und Lanzenkampfes vor.
Historische Musikgruppen ließen mit ihren Instrumenten, Gesängen und Tänzen alt
und jung in das kulturelle Leben am Hofe und im niedrigen Volke eintauchen, und immer
wieder erinnerten krachende Böllersalven von der trutzigen Stadtmauer herabgefeuert, an
die unheilvolle Zeit der Belagerung von Sulzbach anno 1504.
Am Samstag Nachmittag gehörte die Aufmerksamkeit aller Bewohner der
mittelalterlichen Heerstadt vor allem den Kindern. Ritter Sebastian von der Recke zog
nicht nur die Kleinen in seinen Bann, als er die Kleidung der alten Rittersleut
vorstellte. Angefangen von der "Brouche" (Unterhose) über die Hose mit den
angenähten Socken in den Farben seines Ritterherrn und der angeknüpften Weste bis hin
zum wattierten Waffenrock, der oft bis zu 30 Schichten stark war und das Durchdringen
eines Armbrustpfeiles fast unmöglich machte. Begeisterung nicht nur bei Kindern Die
vielen kleinen Zuhörer erfuhren die Nützlichkeit der Plattenpanzer zum Schutze der
Gelenke und Hände und bedauerten die Ritter, die sich bei schwülen Temperaturen fast wie
in einer Sauna fühlten.
Ein Ritterspiel, bestens vorgeführt von Mitgliedern des Vereins für erlebte
Geschichte Amberg, in einem imaginären Wirtshaus gipfelte zur Begeisterung aller in einem
Schaukampf mit Schwertern und Schilden. Nach dem Vorgeplänkel der Knappen lieferten sich
Kreuzritter "Jörg von Egelsee" und Ritter Sebastian von der Recke ein
spannendes Duell in dem vor allem "schlagende Argumente" nicht nur mit dem
Schwert, sondern auch mit Fäusten und Fußen gefragt waren.
Bei der Besichtigung des Mittelalterlagers wurden dem "Kleinen Volke" die
verschiedensten Berufe nähergebracht. Sie erfuhren wie man Kerzen und Fackeln herstellt,
konnten selber die Seilflechtmaschine bedienen und den Schmied bei seiner
schweißtreibenden Arbeit über die Schulter schauen. Arbeitstechniken erklärt
Korbflechter, Spinnerinnen und Stickerinnen, Drechsler und Instrumentenbauer, Bogenbauer,
Holzbrandmaler und noch viele mehr zeigten und erklärten frühere Arbeitstechniken und
verursachten bei ihren Besuchern oft das berühmte "Aha-Erlebnis".
Doch nicht genug, überall herrschte auch reges Markttreiben und Marketenderinnen
boten dabei ihre Waren feil, mit Preisen natürlich in Silberlingen- oder Talerwährung.
Für die Kinder gab es weitere Spiele, Gesichter wurden geschminkt, "Spingala"
angemalt und die ritterliche Auseinandersetzung mit Holzschilden und -schwertern geübt.
Zusammenarbeit war Trumpf Kurzum eine mittelalterliche Idylle, die oft zum Staunen, aber
auch zum Nachdenken anregte und die ohne die Mit- und vor allem Zusammenarbeit der
verschiedensten historischen Gruppen unter der Federführung des
"Stiber-Fähnleins" und dessen "Motor" Klaus Faltenbacher niemals in
dieser Größe durchgeführt hätte werden könnte.
So galt denn auch der Dank von Klaus Faltenbacher allen Gruppen für die Teilnahme
am historischen Eröffnungszug und am Lagerleben. Namhafte Gruppen wie: Verein für
erlebte Geschichte Amberg, Freunde des Mittelalters Schwandorf, Kürfürstliche
Schloßwache Amberg, Dillberchschlorcher Cadolzburg, Historische Gruppe (Barock) Pressath,
Pressather Fähnlein, Spielmannszug Pressath, Fanfarenzug Rosenberg, Stadtpfeiffer Amberg,
Sulzbacher Spielleut', Aena Maxhütte Haidhof, Ritter von der Zarg Sorghof, Lupus Lapis
Neumarkt, Historische Gruppe Kastl, Feuerschützen Sulzbach, Amici Musicea Pirk und
natürlich seinen "Weibern und Mannsbildern" vom Stiber-Fähnlein.
Dank an Familie Eberwein
Ein Extra-Dankeschön richtete Klaus Faltenbacher aber an die Familie Eberwein ohne
deren Einverständnis diese Heerstadt nicht an dieser historischen Stätte unterhalb der
Kloster- und Stadtmauer hätte stattfinden können.
Ein Glanzpunkt des Altstadtfestes!
Noch schöner geht's nicht mehr
Das Altstadtfest 2000 bei herrlichem Sommerwetter ein ungetrübtes
Ereignis
Montag, 03.07.2000
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Sicher, man kann in Superlativen schwelgen, aber bringt das was?
Es hat sich nämlich an diesem Wochenende zum x-ten Mal bestätigt: Das absolut ultimative
Festl ist und bleibt das Sulzbach-Rosenberger Altstadtfest. Dagegen können andere einfach
nicht "anstinken". Also was soll's mit den Superlativen!!
Es war schlicht und ergreifend alles super, angefangen beim Wetter über das bunte
Programm, die musikalische Vielfalt und das Schmankerl-Angebot bis hin zur sonnigen
Stimmung der Gäste, die sich zweieinhalb Tage und Nächte lang wieder einmal inmitten der
herrlichen Kulisse einer alten Stadt dem "süßen Leben" ergeben konnten.
1. Bürgermeister Gerd Geismann würdigte bei der Festeröffnung am Freitag abend schon zu
Recht die "enorme Vielfalt" an Angeboten für alle Geschmäcker und dankte
dafür allen Beteiligten und dem für die Organisation zuständigen Festausschuss. An
dessen Spitze (aus Altersgründen zum letzten Mal, wie man hörte) Siegfried Binder, in
dessen bewährten Händen die Altstadtfest Regie fast ein Vierteljahrhundert lang lag.
"Ihr alle", so Geismann zu Akteuren wie Besuchern, "sorgt dafür, dass
Sulzbach-Rosenberg sich besonders beim Altstadtfest zu einem beliebten Treffpunkt in
Bayern entwickelt hat." Das Altstadtfest, die Stadt- und Schloss-Sanierung, die
Vereinsvielfalt und die beständige Hinwendung zu Kunst, Kultur und Sozialem stünden hier
in ursächlichem Zusammenhang.
Genug der offiziellen Worte - das Fest kam heuer sofort auf Touren, denn schon der Freitag
abend zeigte sich wettermäßig von der besten Seite, und so sollte es bis Sonntag
bleiben. Ideales Sommerwetter lockte die Besucher in hellen Scharen in die große Festzone
zwischen Stadtturm und Luitpoldplatz, und vor allem am Samstag abend wurde es mitunter zur
Glückssache, noch einen Sitzplatz zu ergattern.
Musik, Spiel und Spaß, fröhliches Kinderlachen an allen Ecken und Enden, und über allem
die Duftwolken von den Bratwurst-Rosten, von gebrannten Mandeln, Pizza und anderen
Genüssen- die Atmosphäre dieses Festes ist einfach unvergleichlich.
Zusätzliche Farbtupfer in das ohnehin farbenprächtige Bild setzten die zahlreichen
Historischen Gruppen, die sich auf Einladung des "Stiber-Fähnleins"zum
Altstadtfest eingefunden und an der Allee ein sehenswertes "Heerlager"
eingerichtet hatten.
Spiegelbild intakten Vereinslebens
Dass so ein großes Fest so viel Abwechslung bieten und so reibungslos über die Bühne
gehen kann, ist sicher nicht nur der perfekten Organisation zu verdanken, sondern auch dem
intakten Vereinsleben in Sulzbach-Rosenberg. Denn wie alle Jahre leisteten heuer auch
viele Vereine und Organisationen mit Scharen von freiwilligen Helfern ihren
unverzichtbaren Beitrag zum schönsten Fest des Jahres.
Mehr über dieses Wochenende, z. B. über die Kunstausstellung der Gruppe 81, über das
musikalische Spektrum auf allen Bühnen oder auch über das Mittelalterliche Lagerleben in
unserer nächsten Ausgabe.
Das alte Burggemäuer lebte auf
Tausend Jahre Lichtenegg mit Millenniums-Sonnwendfeuer und Burgfest
begangen
Dienstag 27.07.2000
Lichtenegg. (fm) Zum Millenniums-Sonnwendfeuer hatte sich Landrat Dr. Hans Wagner einen
besonderen Anlass ausgesucht: Die 1000-Jahr-Feier der Burgruine Lichtenegg, die in der
nordwestlichen Ecke der Gemeinde Birgland über die Lande schaut. Vorangegangen war die
offizielle Eröffnung der Jubiläumstage - Tausend Jahre
Burg Lichteneck - und ein prächtiger Fackelzug.
Ein kräftiger Hauch von Mittelalter herrschte seit dem Nachmittag am Burgberg nach dem
Eintreffen der historischen Gruppen des "Stiber-Fähnleins"
ausSulzbach-Rosenberg, der "Kurfürstlichen Wache" und des "Vereins für
erlebte Geschichte" aus Amberg sowie "Carpe Diem" aus Schönwald/Ofr.
Aus der jetzigen Zeit hatte sich der "Heimatverein Birgland" eingefunden. Die
Blaskapelle unter Hans Luber versüßte das Warten bis zum Aufzug der mittelalterlich
gewandeten Gruppen, die mit Dudelsack voraus den Burgberg bestiegen.
"Haus- und Burgherr" Bürgermeister Herbert Steinmetz in schmucker
Birglandtracht hieß die Ehrengäste und Besucher willkommen, so Landrat Dr. Hans Wagner
mit Gattin, Präsident Peter Czommer vom Amt für Ländliche Entwicklung aus Regensburg,
Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege aus München, einige Bürgermeisterkollegen
und Pfarrer Horst Kurz.
Erhalt der Ruine gemeinsames Anliegen
Die Erhaltung der vom Einsturz bedrohten Burgruine war nach dem Anstoß und stetigen
Bohren des "Fördervereins" zu einem gemeinsamen Anliegen von Gemeinde,
Landkreis und Denkmalamt geworden, eingebunden das Amt für Ländliche Entwicklung. Den
Durchbruch schaffte man beim Treffen aller Behörden im
September 1999 auf luftiger Höhe mit der Zusage, die Kräfte für die Sanierung zu
bündeln.
Dabei machte der Landrat den Vorschlag "Macht's halt Terrassen in den Berg" dies
wurde befolgt. Zum Dank wird die oberste Abstufung des Geländes
"Dr.-Hans-Wagner-Terrasse" genannt, die zweite Terrasse der Gattin Irene des
Ideengebers gewidmet.
Die Historie reicht über ein Jahrtausend bis zum heutigen Besitzer, der Gemeinde
Birgland. Dank gebühre den Behörden und der Bevölkerung für die Unterstützung sowie
den örtlichen Vereinen für die Ausrichtung des Festes, so Bürgermeister Steinmetz, der
auch den "Heimatverein Birgland" nicht vergaß, der an diesem Abend ohne Salär
mitwirkte.
Besonders zu erwähnen sei der "Verursacher" der Sanierung und des heutigen
Fests, der Vorsitzende des "Fördervereins", Hans Seitz. Sein unermüdlicher
Einsatz seit über zwei Jahren und verstärkt seit einem Jahr für dieses Jubiläum wurde
mit der "Birglanduhr" honoriert.
Schirmherr Landrat Dr. Hans Wagner bezeichnete diese Tage als "High Ligh"für
Gemeinde und Burg. Der Anstoß zur Sanierung bescherte die nicht leichte Aufgabe, alle
Behörden unter einen Hut zu bringen und zu überzeugen. Jetzt ist die Erhaltung der Ruine
zu einer Aufgabe für alle geworden.
Zum Millenniums-Sonnwendfeuer gab es Gedanken über die Bewältigung des Lebens mit
Menschlichkeit und Herzenswärme. In den Mund eines Wanderers legte Dr. Wagner seine
Wünsche für die Menschheit und die Kreisbevölkerung. Zur Erinnerung an die Feier
überreichte er dem Bürgermeister einen Zinnteller.
Lob für gute Zusammenarbeit
Präsident Peter Czommer lobte die gute Zusammenarbeit aller Stellen und der Bevölkerung.
Das Amt für Ländliche Entwicklung war gerne bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten
mitzuhelfen.
Die Besucher wurden von der Blasmusik und der Tanzgruppe unter Manfred Grädler
unterhalten, dazu steuerte Siegfried Binder heitere Geschichten aus dem Birgland bei.
Auch die historischen Gruppen boten allerlei Kurzweil in ihrem mittelalterlichen
Heerlager.
Bei einsetzender Dämmerung schlängelte sich ein langer Fackelzug, an dem alle Kinder und
Gruppen teilnahmen, den Burgberg hinauf zur Feuerstelle unterhalb des Aussichtsfelsens.
Wie immer faszinierte das hellauf lodernde Sonnwendfeuer die dicht gedrängten Zuschauer.
Die Feuerrede von Landrat Dr. Wagner ging auf die für den Menschen notwendigen
Naturkräfte Feuer und Wasser ein. Im übertragenen Sinn sollten auch im Landkreisleben
diese guten Kräfte so wirken, dass eine beständige Entwicklung erhalten bleibe.
Nach dem langsamen Verglühen der letzten Scheite kehrte wieder Ruhe auf dem Burgberg ein
-freilich nur für wenige Nachtstunden, denn schon am Feiertag Fronleichnam erlebte der
Lichtenegger Burgberg den nächsten Massenansturm friedlich gestimmter Festgäste. Und
allen gemeinsam war das uneingeschränkte Schwärmen: "Mei, is daou schöi!"
Jahrtausendfest am Burgberg
Heute abend Auftakt in Lichtenegg mit dem großen Landkreis-Sonnwendfeuer
Mittwoch 22.07.2000
Lichtenegg. (fm) Heute um 18 Uhr schlägt die Eröffnungsstunde zur großen Burg-Party in
Lichtenegg mit einem Landkreis-Sonnwendfeuer. Die tausendjährige Burgruine feiert ihren
Geburtstag mit einem großen historischen Fest vom 21. bis 25. Juni. Für die Organisation
ist der "Förderverein Burgruine Lichtenegg" zusammen mit allen
Birglandvereinen zuständig.
Als Gäste werden die historischen Gruppen der "Kurfürstlichen Schlosswache"
und des "Vereins für erlebte Geschichte" aus Amberg, das
"Stiber-Fähnlein" aus Sulzbach-Rosenberg, "Carpe Diem" aus Schönwald
und "Aena" aus Maxhütte-Haidhof erwartet, die in Zelten auf dem Gelände
unterhalb der Ruine kampieren und die ganzen Tage über das mittelalterliche Lagerleben
darstellen.
Das Mittelalter wird lebendig
Dazu gehören Schaukämpfe der Ritter, alte Musik und Handwerksleute, offene Feuerstelle
mit Dreibeinkessel, Spiele für Kinder und noch vieles mehr.
Um dieses Spektakel herum wird ein reichhaltiges Programm zum Mitmachen und Miterleben
geboten: Heute abend geht es ab 18 Uhr unter derSchirmherrschaft von Landrat Dr. Hans
Wagner los mit dem Aufzug der historischen Gruppen, Fackelzug vom Dorf zur Ruine und dem
Landkreis-Sonnwendfeuer mit Feuerrede, musikalisch umrahmt vom "Heimatverein
Birgland" und Geschichten von Siegfried Binder.
<Auftakt an Fronleichnam
Am Donnerstag (Fronleichnam) treffen sich um 15 Uhr die Chöre der
Sängergruppe"Jura" zum alljährlichen Gruppensingen auf dem Burgberg oder im
Festzelt, ab 17 Uhr spielen die "Hubertus-Musikanten" aus
Hirschbach zur Unterhaltung auf.
Am Freitag ist Festbetrieb ab 17 Uhr, um 20 Uhr wird zum Heimat- und Tanzabend mit den
"Hohenburger Zwetschbaamer", der "Hirschauer Feierabendmusi" und den
"Oberpfälzer Jurasängerinnen" eingeladen (Schirmherr MdL Heinz Donhauser).
Durchs Programm führt Kreisheimatpflegerin Evi Strehl. Mittendrin noch die
Preisverleihung des Birgland-Gemeinde-Schießens mit Königsproklamation vom
Schützenverein Betzenberg.
Laufwettbewerbe und Rock auf der Ruine
Am Samstag geht es ab 11 Uhr weiter mit Veranstaltungen und Wettkämpfen. Im einzelnen
startet um 13 Uhr der Lauf "Rund um die Burgruine" von ASV Schwend und SK
Fürnried, ab 14.45 Uhr sind die Schulen und Kindergärten der Gemeinde dran. Der Abend
gehört ab 21.30 Uhr der Jugend und den jung Gebliebenen beim
"Funk-Rock auf der Burgruine" mit "Supergroup " "the Trash
Connection" sowie "Lidschi The Melody Makers".
Am Sonntagvormittag gehen um 9.15 Uhr die Vereine im Kirchzug zum Burgberg, wo um 9.30 Uhr
ein Festgottesdienst mit Kirchen- und Posaunenchören gehalten wird. Danach klingt das
Fest mit einem Weißwurst-Frühschoppen und dem "Duo Steinbock" aus Nürnberg
aus.
<b>Schmankerl und ein frischer Trunk</b></font><br>
Alle diese Veranstaltungen begleiten die Birglandvereine mit der notwendigen Versorgung
mit Speis und Trank. So gibt es Zwiebelkuchen heiß aus dem Backofen, echtes Bauernbrot
mit Landbutter frisch aus dem Butterfassl, Schmalz- und Schinkenbrote, Kaffee, Kuchen und
Küchle. Die Grills liefern Spanferkel, Steaks und Bratwürste, dazu darf ein frischer
Trunk mit oder ohne Alkohol nicht fehlen.
An allen Tagen werden historische Werkzeuge und alte Geräte aus Handwerk und
Landwirtschaft ausgestellt. Mit dem fröhlichen Geburtstagstreiben für die Burgruine ist
auch ein ernster Zwecke verbunden: Der Erlös des historischen Burgfestes wird für die
unmittelbar bevorstehende Sanierung der Ruine verwendet.
Den wahren Männern des Feuers gehuldigt
Bauchtänzerinnen und Feuerspucker boten am Samstag Abend im Heerlager
des Stiber-Fähnleins eine "heiße Show"
Montag, 03.07.2000 - Sulzbach-Rosenberg.(mdh) Den ganzen Samstag über wurde im
historischen Heerlager des "Stiber-Fähnleins" (mehr in einer unserer nächsten
Ausgaben) zu Füßen der Stadtmauer an der Allee schon gemunkelt, und schnell sprach es
sich auch an anderen Orten des Altstadtfestes 2000 herum: Bei Einbruch der Dunkelheit gibt
es bei den Stibern eine Feuershow! Und bald war rund um die Lagerfeuer und an Tischen und
Bänken kein Platz mehr frei.
Die "Flüsterpropaganda" hatte nicht zu viel versprochen denn zur Überraschung
aller und zur Einstimmung präsentierten drei Damen der historischen Gruppe
"Aena" Maxhütte-Haidhof einen perfekt vorgeführten Bauchtanz. Obwohl sie
improvisieren mussten und mit dem strohbedeckten Boden sicherlich auch keinen perfekten
Untergrund hatten, strahlten sie mit ihren fließenden und anmutenden Bewegungen ein
Charisma orientalischer Lebenskunst aus.
Und dann kamen sie, angekündigt durch eine geheimnisvolle Stimme: "Haltet inne
und lauschet den Worten, die ich euch zu sagen habe: Vor ewigen Zeiten, als das Element
Feuer die Erde beherrschte, wo Berge Feuer spieen und in Flammen aufgingen und der Staub
des Schwefels alles Leben bedeckte. In dieser Zeit bezwangen beherzte Männer die
Feuersbrunst und wurden zu den Beherrschern des Feuers, um dem Inferno Einhalt zu
gebieten. Nun höret Volk, die Ihr gekommen seid, den Männern des Feuers zu huldigen die
zu euch gekommen sind über Berge, durch Täler, aus dem Schlund der Hölle um euch die
Macht des Feuers zu offenbaren. Erlebt die Macht der Herren des Feuers, die die Luft zum
Brennen bringen - und die, die dabei gewesen sind werden sagen: Ich habe sie gesehen - Die
wahren Männer des Feuers."
Und wer bis dahin noch keine Gänsehaut hatte, der bekam sie als die Akteure des Vereins
erlebter Geschichte Amberg und vom Stiber-Fähnlein hoch oben am Hang sich aus dem Schein
bengalischer Fackeln abzeichneten und "Feuerspucken" in Perfektion zeigten.
Staunende Augen bei Groß und Klein und begeisternde Gesichter überall verfolgten diesen
wohl einmaligen Höhepunkt der Festtage im Heereslager. Und als dann auch noch ein Akteur
das Feuerrad - er hatte am steilen Abhang nur eine Stellfläche von 30 x 30 cm - perfekt
in Drehung brachte und bunte Raketen die Dunkelheit durchbrachen gab es bei den Zuschauern
nur mehr "Aah's" und "Ooh's" und für die Feuerspucker den verdienten
Applaus. Wie sagte ein Zuschauer: "Also was die Stiberer hier auf die Beine stellen
ist nicht mehr zu steigern". Recht hat er der gute Mann, oder doch nicht?