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Endlich Frieden zwischen Ambergern und Sulzbachern
Nach Pulverdampf und Schwerterkampf ein Kniefall, Versöhnung und heftiger
Umtrunk
Donnerstag 22.06.1999--
Sulzbach-Rosenberg. (mdh) Eine Premiere der besonderen Art erlebte am
Samstagnachmittag die 23. Neuauflage des Altstadtfestes in Form eines historischen
Freundschadtsbittens der "Kurfürstlichen Schloßwache zu Amberg" an die
Sulzbach-Rosenberger Gruppe des "Stiberfähnleins".
1. Bürgermeister Geismann würdigte diese abgewandelte Nachstellung eines
mittelalterlichen Ereignisses, das 1504 vor dem damaligen Neustadttor stattfand, als
"bewegenden Augenblick" in der Geschichte unserer Herzogstadt.
Es ist schon eine extra Anerkennung wert, was Klaus Faltenbacher und seine
Mitstreiterinnen und Mitstreiter der historischen Gruppe "Stiberfähnlein" sich
jedes Jahr einfallen lassen um den vielen tausenden Altstadtfestbesuchern einen Hauch von
Tradition und mittelalterlicher Lebensweisen zu vermitteln.
Viele der hunderte von Zuschauern und der unvorbereiteten Festbesucher
"zuckten" gegen 15 Uhr am Samstagnachmittag zusammen, als von der Allee aus
lauter Kanonendonner zum Stadtturm herunter grollte. Schnell schallte es aus den Reihen
der wackeren "Stiberer": "Die Amberger greifen an". Die Fanfaren
bliesen zum Alarm und schon knallte das Verteidigungsfeuer aus den Schießscharten der
altehrwürdigen Stadtmauer daß es nur so rauchte.
Nur einem mutigen Amberger Ritter gelang es bis vor den Stadtturm vorzudringen wo
er auch gleich von seinem herzöglichen Konkurrenten zum "Schwertkampf" gestellt
wurde. Dem Schwerterklirren machte aber bald ein Ruf des kurfürstlichen Führers, alias
Gerd F. Wennicke, ein Ende: " Einhalt, wir sind nicht zum Kriege sondern in Frieden
hier"! Der Stadtsprecher des Magistrat, im Mittelalter auch "Stadtbüttel"
genannt, gespielt von Hans Reinhardt, fragte nach dem "Begehr" der gegnerischen
Heerschar.
"Kaiser, Fürsten, Edelleut streiten sich seit langer Zeit. Wir suchen weder
Zank noch Streit, Freunde suchen wir im ganzen Land, kommen von der Vils ihr'm Strand. Von
nun an sei es Friedenszeit zwischen den Kurfürstlichen aus Amberg und den braven
Stiber-Leut", verkündete der Sprecher der Kurfürstlichen aus Amberg.
"Da euch der Weg ins Bayerische führte um uns nach 495 Jahren kund zu tun
endlich Frieden zu schließen zwischen Bayern und Kurfürstentum werden wir unsere Waffen
nicht mehr erheben und unsere Kanonen fürderhin schweigen lassen", entgegnete der
herzogstädtische Stadtsprecher.
Mit einem festen Händedruck der beiden Sprecher und der Überreichung von Urkunden
als Erinnerung an diesen historischen Moment wurde die dauerhafte Freundschaft angenommen
und auf lange Zeit besiegelt. 1. Bürgermeister Gerd Geismann, stilecht gewandet, hieß
die Gäste aus Amberg nach diesem gelungenem Auftritt im Herzogtum Sulzbach herzlich
willkommen und bat alle Edelleut, Ritter, Landsknechte, Marketenderinnen und sonstiges
Fußvolk, diese Freundschaft mit einem kräftigen Schluck aus dem Horn zu begießen. Dabei
kam auch das erstemal der offizielle Stadtkrug zum Einsatz, der auf einen Vorschlag des
Heimatpflegers Karl Grünthaler extra für feierliche Anlässe angeschafft wurde.
Beim gemeinsamen Umdrunk stellte man auch schon die erste Übereinstimmung zwischen
den beiden historischen Gruppen fest. Beider Trunkspruch lautet nämlich "Zum
Segen". Aber den "Segen" des süffigen Herzogstädter Bieres und die vielen
angebotenen Schmankerln konnten nur die Heerscharen der Altstadtfestbesucher so richtig
genießen.
Die Mitglieder der historischen Gruppen wie zum Beispiel die "Kroaten"
aus Altdorf, die Historische Gruppe Schwandorf, die Mitglieder des "Vereins für
erlebte Geschichte" aus Amberg, die historische Gruppe aus Pressath, die
Böllerschützen der Kgl.priv. Feuerschützen von Sulzbach und noch viele mehr waren
unentwegt dabei, den Gästen aus nah und fern Unterhaltsames zu bieten.
Immer wieder rief der Trommelwirbel hunderte von Neugierigen zum
"Anschießen" vor den Stadtturm und bei Einbruch der Dämmerung war der
mittelalterliche Troß mit Feuerschluckern in der Altstadt unterwegs und Ritter
"Roland von Thunastauff", ein exzellenter Könner des Minnegesangs, aus
Regensburg angereist, erzählte in seinen Liedern von vergangen Zeiten.

Stiber-Nachwuchs" steht bereit
Gemischte Kinder- und Jugendgruppe gegründet - Schwerpunkt: Hinführung
zur Geschichte
Montag 27.10.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (fnk) Mit der Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe erfüllte
das Stiber-Fähnlein sich und vielen Kindern einen lange gehegten Wunsch. Leider
zeigte die Gründungsveranstaltung im Saal des Funkerkellers nicht das erhoffte große
Interesse. Dennoch konnte mit einer Kindergruppe der Grundstock gelegt werden.
Peter Ostermann als Sprecher der Stiber begrüßte die Eltern und Kinder im Saal des
Funkerkellers und zeigte sich etwas enttäuscht über due geringe Resonanz. Ostermann
erläuterte zu Beginn die Geschichte des Stiber-Fähnleins, das als Untergruppe dem
Verkehrsverein angegliedert ist. Gegründet wurde der Verein 1992 durch den
Stadtheimatpfleger karl Grünthaler. Zu Anfang standen sechs Landsknechte, die die
Stadtgarde darstellten, zur Verfügung. Mittlerweile sei ais den sechs Landsknechten eine
historische Gruppe von fast 50 Landsknechten und Marketenderinnen geworden.
Peter Ostermann wie außerdem darauf hin, daß das Stiber-Fähnlein, obwohl es eine
Untergruppe des Verkehrsvereins ist, eine eigene Vorstandschaft hat. Diese setzt sich aus
drei Sprechern und einer Schriftführerin sowie einem Kleiderwart zusammen. Als
Vereinsbeitrag sind jährlich mindestens zwölf DM (nach oben offen) zu entrichten. Über
diesen Beitrag wird eine Unfallversicherung abgedeckt, die zur Sicherung bei Auftritten
und anderen Arbeiten diene.
Zu den historischen Kleidern und Uniformen erklärte der Sprecher, daß das meiste selbst
geschneidert ist und nur die Uniformen gekauft werden. Zur Arbeit des Stiber-Fähnlein
usw..........
Für die neu gegründete Kinder- und Jugendgruppe ergäben sich daraus ebenfalls viel
Ziele, die umgesetzt werden sollten. Dabei stehe außer der Teilnahme bei
Repräsentationspflichten (Festzüge usw.) die Hinführung zur Stadt- und Heimatgeschichte
an erster Stelle. Jedoch werde dies nicht in Schulmanier, sondern in lockerer Art und
Weise abspielen.
So seien Spaziergänge zu historisch wichtigen Punkten, Besichtigungen des
LOchgefängnises usw. Gespräche und Informationsrunden und die Aufarbeitung von
Erlebnissen geplant. Aber auch die historische Freizeitgestaltung mit Spielen und
eventuell auch Tänzen ist vorgesehen. Ein weiterer Punkt wird bei Bastelnachmittagen
abgedeckt. Jedoch wird man hierbei darauf bedacht sein, die Basteleien auf historische
Dinge zu führen.
Ostermann erklärte, daß vorgesehn war, die Kinder- und Jugendabteilung in drei Gruppen
(4-7 Jahre, 8-12 und 13-16 Jahre) aufzuteilen. Da allerdings durch den kleinen Zulauf dies
nicht möglich sei, werde vorerst eine gemischte Gruppe eingerichtet. Als Betreuer stehen
Birgit Stadler, Daniela Uhl, Matthias Sommer, Elli Sommer, Michael Menath und Susanne
Ostermann zur Verfügung.
Zum Abschluß seiner Ausführungen wünschte er den neuen "Siberern" viel Spaß
beim Verein und betonte, das ständig Werbung gemacht werde, so daß es in naher Zukunft
zu den drei geplanten Gruppen komme. Ein Dank galt den Funkern, die ihren Saal zur
Verfügung stellten.
Birgit Stadler lud alle Kinder zum ersten Treffen am Freitag, 31. Oktober, ab 15 Uhr in
den Familientreff (Neutorgasse) ein. Aber auch die Eltern sowie interessierte Kinder von
vier bis 16 Jahren sind willkommen.

Brief an die Redaktion / 04.04.1997
Stiberfähnlein bietet gemeinsame Begehung des Stadtgrabens
Nachdem in mehreren Beitragen und Leserbriefen der SRZ Stellungnahmen zu den
Arbeiten des Stiber-Fahnleins veröffentlicht wurden, die wir so nicht stehenlassen
können, sehen wir uns gezwungen, einiges richtig zu stellen.
1. Die Wallmauer, die die Allee abstützen soll, ist durch angeflogenen
Baumbewuchs an mehreren Stellen eingestürzt und muß im ganzen umgehend restauriert
werden. Weitere Beschädigungen würden in absehbarer Zeit dazu führen, daß die Allee
einstürzt. Deswegen ist es unumgänglich, dass die Fundamente dieser Mauer freigelegt
werden, was ein Abtragen der angewachsenen Humus- Stein- und Abfallschicht im Stadtgraben
notwendig macht. Das wiedenum ist, wie jedem einleuchten wird, nur möglich, wenn der
wildgewachsene Busch- und Baumbestand dort entfernt wird, wo es unabdingbar erscheint.
Dies ist in Absprache mit dem Bürgermeister, dem Stadtbaumeister und dem
Meister der Stadtgärtnerei so geschehen, dass alle Bäume, die der Sanierung nicht im
Wege stehen, von der Stadtgärtnerei markiert wurden und auch stehen blieben. Wer im
gärtnerischen Bereich einigermaßen bewandert ist, wird auch wissen, dass Büsche und
Stauden, die, wie im Stadtgraben geschehen, nur abgeschnitten sind, bald wieder austreiben
werden. Nach der Sanierung der Stadtmauer würde das Grün also auch ohne Neuanpflanzungen
wieder gedeihen. Bei einer einigermaßen realistischen Abwägung der Interessen der
Denkmalpflege und des Naturschutzes kann nicht anders verfahren werden, es sei denn, man
hat an der Allee als Spazierweg für die Bürger keinerlei Interesse, sondern
ausschließlich an einem, in diesem Falle für uns übertriebenen Naturschutz.
2. Die historische Stadtmauer war an mehreren Stellen von Efeu bewachsen. Nach
Augenschein durch die beteiligten Stellen wurde festgestellt, dass der Efeu an einigen
Stellen durch die Fugen der Stadtmauer gewachsen war und diese beschädigt hat. An anderen
Stellen wuchs Efeu über Mauerteile, die derzeit renoviert werden, da die Fugen
beschädigt sind und damit das gesamte Mauerwerk an gegriffen ist. Auch hier war also ein
Eingreifen im Interesse des Denkmalschutzes unumgänglich. Nach Wiederherstellung der
Stadt- und der Wallmauer sollte bei der Stadtgärtnerei über die Anpflanzung für die
Mauer unschädlicher Pflanzen nachgedacht werden.
Es hätte uns sehr gefreut, wenn die Personen, die unsere Arbeiten kritisiert
haben, das persönliche Gespräch, wie es Herr Zahn tat, mit uns gesucht hätten. Man
hätte dann eventuell sehr vieles klären können, ohne die Medien zu bemühen. Wir wollen
deshalb allen Bürgern, die Interesse haben, am Samstag, 12. April, um 14 Uhr Treffpunkt
Stadtturm) das Angebot machen, mit uns den Stadtgraben zu begehen. Dabei wäre dann
ausreichend Gelegenheit gegeben, das Für und Wider unserer Arbeiten zu diskutieren.
Dieses Angebot gilt in besonderem Maße auch für die Grünen und deren Kreissprecherin
Frau Masi.
Dabei geben wir Frau Masi gern die Möglichkeit, auch andere Stellen zu
besichtigen, an denen wir unsere Stadt verschönert haben, was ihr augenscheinlich
entgangen sein dürfte. Zum Beispiel ist sie ein geladen, auf dem von uns angelegten
Bergbaupfad durch die unbeschädigte Natur zu wandern. Viel leicht kann sie bei der
Gelegenheit aufklären, was sie befähigt darüber zu urteilen, ob die Maßnahme im
Stadtgraben notwendig war oder nicht.
Weiter könnten sie uns erklären, welchen Personenkreis sie meint, wenn sie
davon spricht, der Bürgermeister würde Leute um sich scharen, die ein gestörtes
Verhältnis zur Natur haben. Das Stiber-Fähnlein sieht sich von dieser unqualifizierten
Bemerkung jedenfalls nicht betroffen. Wir haben unentgeltlich in mehr als 300
Arbeitsstunden der Stadt Ausgaben erspart. Den Vergleich mit dem Stadtpark nehmen wir
dankbar an. Dort mußten im Interesse der Gesamtgestaltung auch zunächst Bäume gefällt
werden, um dann entsprechend gestalten zu können - dies im übrigen in Absprache mit dem
damaligen Umweltschutzbeauftragten Peter Zahn.
Wir als Historische Gruppe sind immer bemüht, über unseren Interessenbereich
Denkmalschutz hinauszublicken und würden das auch von Naturschützern erwarten. Wir haben
die Arbeiten, die wir auf Bitte des Bürgermeisters für unsere Heimatstadt und deren
Bürger unentgeltlich geleistet haben, bestimmt nicht wegen der Freude am Sagen getan. In
allen Bereichen hört man immer wieder: "Da müsste endlich was getan werden."
Und wenn dann etwas geschieht, kommen die Kritiker und machen das, ohne sich näher zu
informieren, wider nieder.
Wir haben allerdings von der großen Mehrzahl der Bürger so viel Ermutigung
erfahren, dass wir versprechen können, auch in Zukunft dort Hand anzulegen, wo es den
Verantwortlichen und uns notwendig erscheint. Wir werden auch in Zukunft, fern jeglicher
Ideologie, im Interesse unserer Heimatstadt tätig sein.".
Peter Schwemmer,
im Namen der Historischen Gruppe Stiber-Fähnlein
Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion
behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.

"Bürgermeister ohne Problembewusstsein"
Kreisversammlung der Grünen äußerte Kritik zu den aktuellen Themen Bio-Müll
und Stadtgraben
Dienstag 01.04.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (xe) "Die bayerische Müllpolitik ist im Großen
und Ganzen nur noch als verfehlt zu bezeichnen." Zu dieser Einschätzung gelangte MdB
Helmut Wilhelm bei der Kreisversammlung der Grünen im Bayerischen Hof in
Sulzbach-Rosenberg. Das Gesamtmüllaufkommen gehe nicht zurück, ebenso wenig setze sich
das Mehrwegsystem durch, im Gegenteil: Wegwerfverpackungen steigerten stetig ihren
Marktanteil, die Dosenflut nehme ungebremst zu und die "Schwindelfirma des Dualen
Systems" (DSD) mache dabei glänzende Geschäfte.
"Die Privatisierung und zunehmende Monopolisierung der Müllwirtschaft muß
gestoppt werden", forderte Wilhelm. Beim DSD säßen die Verpackungshersteller im
Aufsichtsrat und verdienten somit doppelt an der Umweltverschmutzung: als Produzenten der
Verpackungen und als Entsorger des Verpackungsmülls.
Während die Verbraucherinnen und Verbraucher schön brav ihren Abfall
sortierten, sammelten und jährlich mit 5O Mark den "Grünen Punkt
finanzierten, werde nur der geringste Teil davon wirklich wiederverwertet. Große Mengen
von Müll würden vom DSD ins Ausland verschoben oder landeten in Stahl- und Zement-
werken zur Verbrennung.
Im Vorstand dieser zwielichtigen Firma tummelten sich namhafte CSU-Politiker.
Der frühere bayerische Wirtschaftsminister von Waldenfels sei nahtlos in den Vorstand des
VIAG-Konzern übergewechselt, einem der größten Getränkedosenhersteller Europas. Das
sei, so der Grünen Abgeordnete, "Umweltpolitik nach Art der CSU".
Der Ausstieg des Landkreises aus der Biotonne und die vorgegebene
Nichtzuständigkeit" der Stadt Sulzbach-Rosenberg zeugen nach Ansicht der
Grünen von einer mangelnden Sensibilität gegenüber Umweltfragen. Die "ökologische
Verantwortungslosigkeit und ideologische Borniertheit des Landratsamtes" gingen
soweit, eine Privatisierung der Müllentsorgung um jeden Preis durchzusetzen, selbst gegen
den erklärten Willen der privaten Entsorgungsfirmen, meinte die Kreissprecherin Masi.
"Umweltwochen machen eben noch lange keine Umweltpolitik".
Masi ging dann auf den "völlig unnötigen und skandalösen
Kahlschlag" im Sulzbacher Stadtgraben ein. "Welchen Sinn haben eigentlich
Baumspenden für den Stadtpark, wenn auf der anderen Seite im Stadtgraben abgeholzt wird
?" Die Stadt sei "mit einem Bürgermeister geschla gen, der für Natur und
Umwelt nur dumme Sprüche übrig habe". Ihm fehle jedes ökologische Problembewußtsein.
Die Kreissprecherin erinnerte in diesem Zusammenhang an die Aktion "Keine
Panzer in die Fatzen". "Schon zweimal mußten wir den Fatzenwald vor der totalen
Zerstörung durch Geismann und Co, schützen. Auch für die BePo-Kaserne seien riesige
Flächen gerodet worden. Die versprochenen Ausgleichsmaßnahmen allerdings, ließen bis
heute aufsich warten.
Die Baumschutzverordnung - von den Grünen nach jahrelangem Kampf im Stadtrat
durch gesetzt - werde, ebenso wie der Beschluß zum Schutz der Allee, schlichtweg
ignoriert. Bedauerlicherweise, so Angelika Masi, bevorzuge der Bürgermeister stets Leute,
die immer noch ein gestörtes Verhältnis zur Natur haben, die mitjeglicher
"Wildnis" auf Kriegsfuß stehen und denen Bäume schon deshalb ein Ärgernis
seien, weil sie die Sicht verdecken.
Dem Stiber-Fähnlein wurde vorgeworfen, sich an Geismann`s Umweltfrevel aktiv
und willfähig beteiligt zu haben. "Die Stiberer sollten mal überlegen, ob ihre
Aktivitäten wirklich zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen."

Sägen, schweigen und protestieren - Städtisches Grün kontra Historie
Streit um die Arbeiten im Stadtgraben ist voll entbrannt - Stiberfähnlein zwischen
den Fronten
Mittwoch 19.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (do) Verärgert sind eigentlich nur zwei Personen: 1.
Bürgermeister Gerd Geismann ("Ich sage dazu nichts mehr") und Stadtrat Peter
Zahn ("Meine Wut richtet sich gegen den Bürgermeister"). Und zwischen den
Fronten, sozusagen im Kugelhagel, um es einmal militärisch auszudrücken, liegt in
Deckung und im Stadtgraben das Stiberfähnlein. Doch jetzt herscht vorerst einmal
Waffenstillstand.
Beide Seiten haben Gesprächsbereitschaft signalisiert, die
Freidensverhandlungen können aufgenommen werden. Man ist bemüht es zu keiner Eskalation
kommen zu lassen, versicheren zahn und Geismann.
Was ist passiert? Die engagierten mannen des Stiberfähnleins wollten der
Stadtkasse unnötige Ausgaben ersparen und haben auf Bitten von Gerd Geismann im
Stadtgraben mit Freilegungsarbeiten begonnen, wie Peter Schwemmer der SRZ berichtet. Es
seien rund 80 000 DM die Kämmerer Gerd Dehling so nicht ausgeben braucht. Die
Stadtgärtnerei hat vor beginn der Stiber-Aktion alle Bäume begutachtet und diejenigen
markiert, die nicht gefällt werden dürfen. "Wir haben lediglich Holunder und
Ahornsträucher entfernt" Alles Wildwuchs, wie Schwemmer versichert.
Die Wallmauer ist einsturzgefährdet
Die Arbeiten seien deshalb erforderlich, da die Wallmauer, die die Allee trägt,
einsturzgefährdet ist; und um das historische Gemäuer auch für die Zukunft zu
erhalten, müssen einige Sträucher und Bäume weg, um die eigentlichen Sanierungsarbeiten
überhaupt in Angriff nehmen zu können. "Wir sind keine Leute, die Freude am
Baumfällen haben," setzte sich Schwemmer gegen erhobene Vorwürfe zur Wehr. Im
übrigen sei alles mit Bürgermeister Geismann abgesprochen.
"Hier prallen zwei Welten aufeinander, die der Denkmalschützer und der
Naturschützer. Ich hätte nicht gedacht, daß die Empflindlichkeiten so hoach sind,"
gesteht Geismann in einem Gespräch mit der SRZ ein. Er will in diesem Stadium der
Diskussionen "Provokation vermeiden". Und ist im übrigen der Meinung: "Die
Natur wächst wieder nach, die Denkmäler stürzen ein." Die Stiber hätten am
Wochenende lediglich die Vorarbeiten geleistet, die Stadtgärtner würden in Kürze mit
den Hauptaktivitäten beginnen.
Sanierung der gesamten Stadtmauer
In den nächsten Jahren werden vom Pflasterzollhäuschen an bis zum Stadtturm die
gesamte Stadtmauer saniert, dies könne sogar bis zum Abbruch der Brauerei reichen, um die
ursprünglichen Zustände wieder herstellen zu können; und im Zuge dieser Maßnahme
würden auch neue Biotope angelegt. Darüberhinaus habe die Stadt in den letzten Jahren
für viele Millionen Mark Flächen für Flora und Fauna geschaffen (Eichelberg,
Schloßberg, etc.). "Wenn einer in Sulzbach-Rosenberg umfällt, dann liegt er im
Wald." kommentierte Geismann seine Aussage. Er appelierte an alle Beteiligten,
gegenseitige Gefühle nicht zu verletzen und das Kulturerbe der Wallmauer auch den
nachfolgenden Generationen zu erhalten.
"Das war kein Angriff gegen das Stiberfähnlein," stellte Stadtrat
Peter Zahn seine Vorwürfe klar, "das ist ein Vorwurf gegen den Bürgermeister."
Die Allee sei unter Schutz gestellt worden und dazu habe die Stadt eine Verordnung
erlassen, und Bürgermeister Geismann habe diese mit dem Schreiben vom vergangenen Samstag
außer Kraft gesetzt, was er als erster Mann der Stadt auch könne. Diese Verordnung ist
nach Ansicht des städtischen Juristen Harald Mizler allerdings durch die neue
Baumschutzverordnung sowieso außer Kraft gesetzt.
Überzogene Abholzaktion
Für Zahn, der sich im übrigen nicht gegen eine Sanierung der Wallmauer
ausspricht, sind die Abholz-Aktionen allerdings überzogen. Nicht so radikal hätte man
nach Meinung des Stadtrates vorgehen, mehr Grün erhalten sollen. Mit den Mannen des
Stiberfähnleins hat er keine Probleme, "wir können noch miteinander reden",
eine "Wut" allerdings hat er auf den Bürgermeister, den "bei uns wird nur
gesägt".
Für "Baumfreund" Forstamtdirektor Jochen Hagen ist das , was in den
letzten Tagen im Stadtgraben geschehen ist, "kein Ruhmesblatt für die Stadt".
Er attestierte der Stadtspitze ein "völlig unsensibles Vorhehen sowie eine zu
massive Freistellung". Hagen erinnerte in seinem Gespräch mit unserer Zeitung an das
Konzept aus dem Jahre 1991, an dem die UntereNaturschutzbehörde sowie das Forstamt
mitgearbeitet hätten.

Peter Zahn erwägt Anzeige
"Kahlschlag" im nördlichen Stadtgraben angeprangert
Freitag 15.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (cpf) Unter dem Punkt Anfragenb trug in der letzten Sitzung
des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses Grünen-Stadtrat Peter Zahn vor, daß im
Stadtgraben ein "Kahlschlag" stattgefunden habe und kündigte an, deswegen
Anzeige erstatten zu wollen, wenn dies nicht die Stadt tue.
Die Rede ist vom nördlichen Bereich des Stadtgrabens An der Allee. Peter Zahn
sprach von einer "Vernichtungsaktion", die mit behutsamem Auslichten oder
Biotop-Pflege nichts zutun habe und stellte die Möglichkeit in den Raum, daß es sich
dabei um einen nicht genehmigten Eingriff gehandelt haben könnte. Konkret hegt der
ehemalige städtische Umweltbeaufragte den Verdacht, daß hier gegen Artikel 12 des
Bayrischen Naturschutzgesetzes und die dazu erlassene Verodnung der Stadt
Sulzbach-Rosenberg verstoßen wurde.
Er konfrontierte den Ausschuß und die Stadtverwaltung mit mehreren Fragen: Wer die
Maßnahme veranlaßt habe, wer dabei die fachliche Leitung führte, welche Kosten durch
den Eingriff entstanden, wer diese trägt, wie die Verwaltung in die Aktion eingebunden
war, wie das Ganze rechtlich zu bewerten und ob daran gedacht sei, Ausgleichsmaßnahmen zu
veranlassen.
1. Bürgermeister Gerd Geismann konnte Peter Zahns sichtliche Empörung nicht
verstehen. Die Auslichtung habe dazu gedient, die Stadtmauer zu schützen, die in diesem
Bereich gefährdet sei. "Es ging um die ordnungsgemäße Behandlung dieses
Baumbestandes einerseits und den Bestand der Stadtmauer andererseits. Ich stelle mich
ausdrücklich vor die Aktivitäten des Stiber-Fähnleins", so das Stadtoberhaupt. Es
sei nichts geschehen, was den gesetzlichen Bestimmungen zuwiederläuft.
CSU-Stadtrat Norbert Klotz regte an, das Thema im nichtöffentlichen Teil
weiterzubehandeln. Peter Zahn gab nocheinmal seiner meinung Ausdruck, daß hier
eigenmächtig gegen eine städtische Verordnung verstoßen worden sei. 1. Bürgermeister
Gerd Geismann schloß die Auseinandersetzung mit der Zusage, Peter Zahn werde dazu eine
schriftliche Stellungnahme der Stadt erhalten und äußerte die Überzeugung, es habe sich
hier um einen völlig legitimen und harmlosen Eingriff gehandelt: "Entweder wir
machen was an den Stadtmauern oder wir lassen sie verfallen".

Aus Liebe zu dieser schönen Stadt: Stiber sanieren "Altes Zollhaus"
Ohne Klaus Faltenbacher würde der historische Bau verfallen - Stadt überwacht
Restaurierung
Samstag 01.02.1997 --
Sulzbach-Rosenberg. (do) Das kleine Häuschen am Fuße des Schlosses war dem Verfall
preisgegeben. Ohne Nutzung, ohne Aussicht auf Sanierung haben Wind und Wetter an der
Substanz genagt. Doch jetzt kommt wieder Leben in das historische Gemäuer. Unter Aufsicht
der Stadt richtet das Stiber-Fähnlein das denkmalgeschützte Bauwerk her. Es wird wieder
das, was es einmal war: Das Zollhaus. Und im neueren Anbau entsteht das Vereinheim des vor
fünf Jahren gegründeten Vereins.
Es ist die Liebe zu dieser schönen Stadt, die die etwa 50 Mitglieder des
Stiber-Fähnleins nicht ruhen läßt. Sie bemühen sich, das Historische zu erhalten, und
davon gibt es in der alterwürdigen Herzogstadt genug, so Klaus Faltenbacher in einem
Gespräch mit unserer Zeitung. Das kleine, unscheinbare Haus am Hagtor stand schon lange
auf der Wunschliste der Stadt, doch die hatte nicht das Geld, das Bauwerk zu kaufen und
herzurichten.
Die Stadt tritt als Pächter auf.
Es war Klaus Faltenbacher, der den Besitzer, die Familie Wiesand, überzeugen konnte, daß
dieser historische Bau der Nachwelt erhalten bleiben müsse. "Ich bin sehr froh, das
Wiesand Ja gesagt und den Vertrag unterschrieben hat". Offiziell ist die Stadt der
Pächter dieses ziemlich heruntergekommenen Anwesens, sie hat sich allerdings verpflichten
müssen, es dem Stiber-Fähnlein zu überlassen. Und die Mitglieder gehne jetzt unter
Aufsicht von Stadtbaumeister Dieter Rebhahn daran, es grundlegend zu sanieren.
"Wir führen nur das aus, was uns aufgetragen wird." Nichts geschieht in
Eigenregie, stellte Klaus Faltenbacher klar, daß sämtliche Auflagen von der
denkmalschützerischen Seite her eingehalten werden. In ihren Reihen haben die Stiber eine
ganze palette von Handwerksmeistern, die ihr Geschick und ihre Arbeitszeit einbringen, den
Bau so zu sanieren, daß er bei Stadtführungen besichtigt werden kann. Zunächst begannen
die Männer dieses rührigen Vereins damit, den Unrat, der sich im Laufe der letzten Jahre
angesammelt hat zu entfernen. Morsche Bretter, verrostete Betten, alte nicht mehr zu
gebrauchende Maschinen und sogar ein ausgeschlachtetes Auto mußten entsorgt werden.
Das Schaufenster wird wieder entfernt
Dann hieß es auf Geheiß des Bauamtes, die Fundamente freuzulegen und den Putz von der
Decke abzuschlagen. Gestern um 11 Uhr besichtigten dann Stadtbaumeister Dieter Rebhahn und
Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler

"Geschichte wird lebendig"
Sulzbach-Rosenberger "Bergbaupfad" eingeweiht - "Geschenk an die
Stadt"
Samstag 05.10.1996 --
Sulzbach-Rosenberg. (fnk) "Die Herzogstadt und der Bergbau gehören zusammen wie
Hamburg und sein Hafen", betonte Peter Schwemmer vom Stiber Fähnlein bei der offiziellen Eröffnung des Sulzbacher Bergbaupfades. 1. Bürgermeister Gerd Geismann
dankte dem Stiber Fähnlein und dem Bergknappenverein für ein weiteres Geschenk mit
wertvollem historischen Charakter. zahlreiche Gäste, ehemalige Bergleute sowie viele
Bürger nahmen an der Einweihung teil, wanderten ein Teilstück des neuen Pfades mit und
beschlossen den Tag im Gasthaus Bartl.
Einen weiteren historischen Tag erlebte Sulzbach-Rosenberg am vergangenen Donnerstag mit
der Einweihung des neuen Bergbaupfades. Eine große Anzahl von Gästen wurde dabei
begrüßt. Darunter 1.Bürgermeister Gerd Geismann, einige Stadträte, der Vorsitzende der
Mineralienfreunde Ingo Danullis, der Vorsitzende des Landesverbandes Bay. Berg- und
Hüttenmännischer Vereine Arno Jäger, Pfarrer Hofmann, Stadtheimatpfleger Karl
Grünthaler, Museumsleiterin Elisabeth Vogel sowie viele weitere Personen, die durch ihre
Unterstützung zur Bereicherung der herzoglichen Stadt beitrugen.
Dokumentation als Pflicht
Peter Schwemmer vom Stiber Fähnlein betonte, das der Bergbau in Hunderten
von Jahren das
Gesicht unserer Heimatstadt bestimmt, Wohlstand gebracht und die Bürger beeinflusst
und
geformt hat. So war es für die historische Gruppe Stiber Fähnlein schon kurz nach der
Gründung die Pflicht, sich in einer Uniform der Stadtgarde aus dem 16. jahrhundert zu
präsentieren und Bergleute in historischen Gewändern zu zeigen. Es war danach auch kein
weiter Weg, so der Vorsitzende, die Verbindung Sulzbach-Bergbau mir Ideen weiter zu
dokumentieren.
Die Väter des Gedanken, Klaus Faltenbacher, Hans Reinhardt und Peter Späth, überzeugten
vor knapp zwei Jahren die Mitglieder des Stiber Fähnleins, die Bergleute und viele
Gönner von dieser Idee. Anschließend wurden Planung und Durchführung in Angriff
genommen. Das Ergebnis, der Bergbaupfad, wird heute offiziell eingeweiht und der
Öffentlichkeit vorgestellt, was sicherlich auch nur mit Hilfe vieler Gönner geschehen
konnte. Nur einige Namen der vielen sind Dr. Dodenhöft mit Gattin, Andeas Cetin, die
Mineralienfreunde Amberg-Sulzbach sowie Otto Horn aus Auerbach, der viele Exponate aus
seiner Sammlung zur Verfügung stellte.
Viel Worte des Dankes
Schwemmers Dank galt auch Klaus Faltenbacher, bei dem alle organisatorischen Fäden
zusammenliefen. Den gleichen Dank sprach er allen anderen Beteiligten aus. Besonders auch
dem Bergknappenverein mit den Vorsitzenden Berd Friese und Otto
Jandl, die immer mit Rat
und Tat zur Seite standen. Nicht zu vergessen, so Peter Schwemmer, die Stadt
Sulzbach-Rosenberg mit Bürgermeister Gerd Geismann sowie die Grundstückseigentümer, die
den Verlauf des Bergbaupfades ermöglichten. Ein besonderer Hinweis galt dem Führer
"Auf den Pfaden des Bergleute", der dem Wanderer dienen soll.
Der 1. Vorsitzende des Bergknappenvereins, Berd Friese, erinnerte an die Jahrtausendalte Tradition des Erzbergbaues im Sulzbacher Gebiet, der der nachgewiesen im Jahre 1305 begann
und 1977 endete. Genauere Daten und Berichte über die Geschichte könne man dem neuen
Führer entnehmen. Für die Ausarbeitung der Broschüre galt sein Dank H. Kirschock und H.
Gosslar sowie Peter Schwemmer und Klaus Faltenbacher.
Tatkräftige Hilfe
Er dankte auch den vielen Firmen und Mitgliedern der beiden vereine für ihre tatkräftige
Hilfe. Viele Arbeitsstunden wurden in die Gestaltung und Markierung der Wanderwege
investiert, damit diese begehbar wurden.
1. Bürgermeister Gerd Geismann betonte, dass die beiden Vereine der Stadt wieder ein
großes Geschenk mit dem Bergbaupfad gemacht haben. die Bergbaugeschichte, die in
Sulzbach-Rosenberg allgegenwärtig ist, gibt viele dinge und Geschichten, die entscheidend
das Leben der Menschen geprägt haben, so Geismann. Ein großer Dank des Bürgermeisters
galt den verantwortlichen des Bergbaupfades, denn die Geschichte lebt weiter und muß den
Kindern und Einwohnern sichtbar gemacht werden. Er selbst kann nach einem Rundgang die
hervorragende Aussicht und die interessanten Informationen nur begrüßen.
Neue Glanzpunkte
Das Stiber-Fähnlein habe neue Glanzpunkte in der Stadt gesetzt, vieles wieder in
Erinnerung gebracht und den Grundstein zur weiteren Erforschung
der traditionsreichen
Geschichte der Stadt gelegt. Als kleine Anerkennung übergab er Schecks.
Der Vorsitzende des Verbandes Bay. Berg- und Hüttenmännischer Vereine, Arno Jäger,
übermittelte Grüße. Es freue ihn besonders, dass
in Sulzbach-Rosenberg der erste Pfad
mit Historie des Bergbaus eingerichtet wurde. Pfarrer Hofmann wünschte den Wanderern
stets eine erfahrungsreiche Tour mit der Geschichte der Umgebung.
