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Drucken auf der
"Dürer-Presse"
Sulzbach-Rosenberg.
Zu den Anfängen des Buchdrucks, 300 Jahre
vor die Zeit J.E. von Seidels, führt diesmal
die Aktion "Drucken wie zu Dürers Zeiten" am
Sonntag, den 19. Oktober, von 14 bis 17 Uhr
im Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg.
Druckermeister Keck aus Sulzbach-Rosenberg
zeigt an seiner "Dürer-Presse", dem
originalgetreuen Nachbau einer Druckerpresse
der Dürerzeit um 1500, wie damals Bücher und
Bilder entstanden. Das Original steht im
Nürnberger Museum.
Die Herstellung eines historischen Drucks
zeigt Reiner Keck mit einer Sulzbachansicht.
Die Veranstaltung erfolgte im Rahmen der
Sonderausstellung "In den Sternen steht
geschrieben. . . Zum 250. Geburtstag des
Sulzbacher Verlegers J.E. von Seidel.
Seit der Mitte des 17.
Jahrhunderts erlangte der Buchdruck
besondere Bedeutung in Sulzbach. Den Beginn
markiert 1644 das Privileg Pfalzgraf
Christian Augusts für Abraham Lichtenthaler,
einen reformierten Oberpfälzer aus dem
Stiftland, zur Gründung einer Druckerei in
Sulzbach. Nebeneinander existierten im 18.
Jahrhundert die Hebräische Druckerei, die
beiden protestantischen Offizinen
Lichtenthaler und Holst sowie die
katholische von Gallwitz.
1785-1797 kaufte Johann Esaias von Seidel
die nichtjüdischen Druckereien auf. Mit ihm
beginnt die zweite glanzvolle Epoche des
Sulzbacher Buchdrucks. Seine Druckerei war
bis 1806 in den Gebäuden Neustadt 18-20
untergebracht. 1807 erwarb Seidel das
vernachlässigte Sulzbacher Schloss und
verlegte seine Druckerei dorthin. Für seinen
Druckereibetrieb nahm Seidel verschiedene
Umbauten an den einzelnen Gebäuden vor: So
ließ er zum Beispiel eine große Türöffnung
in die Nordmauer der Kapelle, die ihm als
Papierlager diente, einbrechen. Von
besonderer Bedeutung ist die von ihm
durchgeführte Kultivierung der Schlosshänge
mit prächtigen Gartenanlagen und einem
kleinen Rundtempel, dem "Pantheon". Die
gesamte Schlossanlage ist in insgesamt 28
aquarellierten Plänen des Maurermeisters
Michael Rhein überliefert. Am 24. März 1854
verkaufte Christoph Adolph von Seidel das
Schloss mit seiner Ausstattung an den
Regensburger Verlag Friedrich Pustet und
dieser wiederum 1861 an den bayerischen
Staat. Verlag samt Druckerei bezogen das
Gebäude am Luitpoldplatz 4, wo noch bis 2006
die Buchhandlung Seidel betrieben wurde.
Kompetent geführt wurden
wir von Frau Edith Zimmermann,
Museumsleiterin.
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