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Pestsäulen Totentanz BilderreigenPestsäulen findet man häufig auf Markt- u. Brunnenplätzen süddeutscher Städte, errichtet aufgrund von Pestgelübden und den Pestpatronen der jeweiligen Städte gewidmet. Sogenannte Pestsäulen stehen oft in keinem direkten Zusammenhang mit dem Schwarzen Tod. Oft sind es nur Lichthäuschen auf ganz gewöhnlichen Friedhöfen. Auf der anderen Seite können einzelne Kapellen oder Kreuze am Rande von Ortschaften auf einem ehemaligen Pestfriedhof errichtet worden sein. Wenn dazu diese Kapelle einem Pestheiligen geweiht ist, wie z.B. in Bruck dem hl. Sebastian und dazu noch das Bild des hl. Christophorus gefunden wird, ist der Zusammenhang mit Massengräbern aus der Pestzeit sehr wahrscheinlich. Von vielen Pestfriedhöfen gibt es keine Zeugnisse mehr. Sie erfuhren keine Pflege, wurden vergessen. Höchstens ein Flurname oder eine Sage erinnert noch an die frühere Verwendung. Schon im 11. Jahrhunderts lassen sich in Zeiten großer Sterblichkeit vorübergehend benutzte Begräbnisplätze nachweisen, die meist in größerer Entfernung zum angestammten Friedhof lagen. Da in Seuchenzeiten Einzelbestattungen nicht mehr möglich waren, waren vor allem im 14-18. Jahrhundert Massengräber üblich. In den Städten wurden allerdings die Armen auch sonst nicht selten in Massengräbern bestattet. Wenn der Friedhof in Seuchenzeiten überfüllt war, wurde in der Regel etwas außerhalb der Ortschaft ein zweiter Friedhof angelegt, der dann später noch als Friedhof Verwendung fand. Es kam vor das das Friedhofsniveau einfach durch die Aufschüttung von mehreren Fuhren Sand auf dem Friedhof erhöht wurde, so dass die später Verstorbenen über den früher verstorbenen Pesttoten zu liegen kamen. Dies scheint ein nicht unüblicher Brauch gewesen zu sein und erklärt, warum so viele alte Kirchen soweit unter dem Niveau des sie umgebenen Friedhofs liegen.
Sulzbach-Rosenberg Hirschau - Pestopfer in den
Jahren 1437, 1521, 1584, 1633/34 Nothelferkirche, Hohe Marter S2, Weiße Marter S5, Bildsäule S4, Massenricht - Grafenwöhr Auerbach Ebenso baute ihr Sohn Georg Merkel im Jahre 1690 zum Dank die Kirche auf dem Gottvaterberg. Totentanz BilderreigenUnter dem Eindruck der Pest von 1348/50 entstand in Frankreich und Deutschland die Totentanzdichtung: Der Tod, der als Spielmann den Toten aufspielt und niemanden schont: weder Papst noch Kaiser und König - keinen. Der Schrecken des vielfachen Todes hat seine Spuren eindrucksvoll hinterlassen. Die Vision der Menschen aller Stände, die in einer Nacht in den Reigen der armen Seelen hineingezogen werden, ist die Vision eines Massensterbens. Der Totentanz spiegelt das schnelle, unbußfertige Sterben wieder und sollte dem Zuhörer und Zuschauer die Gefahr des jähen Todes vor Augen halten und ihn zu rechtzeitiger Buße aufrufen. Der Totentanzgedanke fand in Deutschland weite Verbreitung, Dominikaner und Franziskaner wurden die Hauptträger dieser Bewegung. Bald wurden Totentanztexte bildlich umgesetzt. Bilderbögen dienten als Vorlage. Neben der Mahnung an einen guten Tod (memento mori) war es für den kleinen Mann wohl auch tröstlich, dass die Mächtigen der Seuche und dem Tod nicht entkommen konnten. In der Barockzeit, mit ihrem Gegensatz von überschwänglicher Lebensfreude und immer wiederkehrenden Todesgedanken, lebte der Totentanz wieder auf. Einige Totentänze in der Oberpfalz stammen aus der Barockzeit, andere sind spätmittelalterlichen Ursprungs. WondrebDer berühmteste Totentanz in der Oberpfalz befindet in Wondreb. Ein Bilderbogen mit Kupfern der Wiener Totentanzkapelle bildete wahrscheinlich die Vorlage. Abraham a Sancta Clara, der große Barockprediger, hatte zur Pestepidemie von 1679 in Wien die berühmte Pestpredigt "Mercks Wien" verfasst und die Ausmalung der Loretokapelle veranlasst und zwar mit Totentanzmotiven. Davon gefertigte Kupferstiche bildeten die Vorlage für zahlreiche andere Totentänze. Der Schrecken der drohenden Pest von 1713/14 dürfte der Auslöser für die Ausmalung der Wondreber Friedhofskapelle gewesen sein. Der Maler ist unbekannt geblieben. Der Totentanz "grau in grau" gemalt, könnte durch einen Maler aus dem nahen Kloster Waldsassen ausgeführt worden sein. Das der Tod auf einigen Bildern mit dem Attribut des (Pest-) Pfeils dargestellt ist und nicht, wie in der Vorlage von Santa Clara, mit dem Stundenglas, ist ein Beleg, dass dieser Totentanz angesichts der drohenden Pestgefahr gemalt wurde und sich damit auf die Entstehungszeit 1713-1715 festlegen lässt. Unter der Kappelledecke befinden sich 28 Tafeln, in je 7 Reihen zu je vier Tafeln. Über jeder Szene ist ein Bibeltext angebracht, darunter ein kurzer deutscher Reim: z.B. Bauer gehe mit du g`hörst in mein Schnitt. Geld und Gut / nichts helfen tut. (Kaufmann zählt Geld)
Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre über den Wondreber Totentanz. ISBN Nr. Ebenfalls erhältlich in der Pfarrkirche zu Wondreb. Mitterteich- Friedhofskapelle Maria-Hilf - Totentanzfresko Das Baudatum der Kapelle von 1780 legt die Entstehung der 4
Fresken fest:
weitere Totentanzmotive in Bayern sind erhalten in
Umfassende Informationen über Europäische Totentänze finden Sie unter: http://www.totentanz-online.de/Einordnung der Totentanzdarstellungen 1400 - 1550 in die Tanzformen dieser Zeit - hat uns besonders interessiert, da wir über den Totentanz begonnen haben unsere Tanzgruppe aufzubauen |
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