Stiber Home Laetissime Saltemus Comitas Sulczpach Märchen-Tanja die Erzählende
   Home Nach oben Stiber Kontakt Freunde Anreise Jugend 
Pestsagen Pestsäulen Pestheilige Pestkreuze
Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

 

Pestsäulen Totentanz Bilderreigen

Pestsäulen findet man häufig auf Markt- u. Brunnenplätzen süddeutscher Städte, errichtet aufgrund von Pestgelübden und den Pestpatronen der jeweiligen Städte gewidmet. 

Sogenannte Pestsäulen stehen oft in keinem direkten Zusammenhang mit dem Schwarzen Tod. Oft sind es nur Lichthäuschen auf ganz gewöhnlichen Friedhöfen. Auf der anderen Seite können einzelne Kapellen oder Kreuze am Rande von Ortschaften auf einem ehemaligen Pestfriedhof errichtet worden sein. Wenn dazu diese Kapelle einem Pestheiligen geweiht ist, wie z.B. in Bruck dem hl. Sebastian und dazu noch das Bild des hl. Christophorus gefunden wird, ist der Zusammenhang mit Massengräbern aus der Pestzeit sehr wahrscheinlich. 

Von vielen Pestfriedhöfen gibt es keine Zeugnisse mehr. Sie erfuhren keine Pflege, wurden vergessen. Höchstens ein Flurname oder eine Sage erinnert noch an die frühere Verwendung. Schon im 11. Jahrhunderts lassen sich in Zeiten großer Sterblichkeit vorübergehend benutzte Begräbnisplätze nachweisen, die meist in größerer Entfernung zum angestammten Friedhof lagen. Da in Seuchenzeiten Einzelbestattungen nicht mehr möglich waren, waren vor allem im 14-18. Jahrhundert Massengräber üblich. In den Städten wurden allerdings die Armen auch sonst nicht selten in Massengräbern bestattet. 

Wenn der Friedhof in Seuchenzeiten überfüllt war, wurde in der Regel etwas außerhalb der Ortschaft ein zweiter Friedhof angelegt, der dann später noch als Friedhof Verwendung fand. Es kam vor das das Friedhofsniveau einfach durch die Aufschüttung von mehreren Fuhren Sand auf dem Friedhof erhöht wurde, so dass die später Verstorbenen über den früher verstorbenen Pesttoten zu liegen kamen. Dies scheint ein nicht unüblicher Brauch gewesen zu sein und erklärt, warum so viele alte Kirchen soweit unter dem Niveau des sie umgebenen Friedhofs liegen.

 

Sulzbach-Rosenberg
Nepomuksäule an der Annabergstraße, im Volksmund wird dieser Platz, das Pestgärtlein genannt 

Hirschau - Pestopfer in den Jahren 1437, 1521, 1584, 1633/34 
Pestkapelle S1;
 
die im Stiel eines Bildstockes errichtete Säule, an der Straße Hirschau > Ehenfeld, gegenüber der Nothelferkapelle (Friedhof) wird als Pestkappelle bezeichnet, sie ist 2,90 m hoch, 1,35 m breit, 0,85 m Tief.
Zur Erinnerung an die schreckliche Zeit ist unter der Bildnische, in der sich der gekreuzigte befindet, eine Inschriftentafel angebracht 
"Zur Erinnerung an die Pestjahre 1633 und 1634"
 
Bilder: Hirschau S1 (4) 

Nothelferkirche, 
die Hirschauer Friedhofskappelle, deren Anfänge ins 15. Jahrhundert zurückreichen erinnert mit Ihrem reich ausgestatteten Hochaltar (Akantusschnitzwerk des Amberger Künstlers Johann Hirschl, 1710 geschaffen, gestiftet von Joh. Jakob Weinzierl) an die besonders große Verehrung der 14 Nothelfer, sowie der Hl Maria, Florian, Rochus und Sebastian, während der Pestzeiten. 

Hohe Marter S2, 
die von der Bevölkerung so bezeichnete Säule steht an der Straße von Hirschau nach Amberg (ca. 1 km) auf der rechten Seite. Höhe 4,30m, 0,90 x 0,80. Ursprünglich soll sie 6 m hoch aufgeragt sein, wie in Obpf. Heimat Bd 15 von Sepp Kraus, Vohenstrauß berichtet wird, hier findet sich auch eine Rekonstruktionszeichnung, anhand eines vorhandenen Bildes von 1910. Das Material ist Mineralbeton, man sieht deutlich die Abdrücke der Guss Form, also kann die Säule nur jüngeren Datums sein. Bilder: Hirschau S2 (2) 

Weiße Marter S5, 
fährt man die Straße weiter, vorbei an der Nothelferkirche steht einige Meter neben der Kreuzung zur Ortseinfahrt Ehenfeld , die 3,60 m hohe, 1,30 Breite quadratische nächste Pestsäule. Der gedrungen wirkende, nach unten verjüngende Bildstock weißt 4 Bilder auf. Zur Straßenseite , die Hl. Maria, rechts St. Josef und das Jesuskind, an der ortsabgewandten Seite ist der Hl. Antonius zu sehen und in der vierten Nische findet sich der Hl. Bruder Konrad. Die Bildqualität ist hervorragend und von lebendiger frische. 
Bilder :Ehenfeld S5 (6) 

Bildsäule S4, 
unmittelbar unterhalb der Pfarrkirche Ehenfeld steht eine 3,5 m hohe, quadratische Säule (0,90m) unterer Teil schmäler, mit abgeschrägten Kanten. Nach einer Beschreibung von 1971 hatte die Säule damals noch 4 Nischen, von denen jetzt eine zugemauert ist. 
Die beiden äußeren Bilder scheinen noch im Original vorhanden zu sein, links die Krönung Marias, rechts St. Judas Theddeus, die Nische an der Frontseite enthält eine geschnitzte Marienstatue mit einem Ziergitter, die rückwärtige Nische ist vermauert. Bilder: Ehenfeld S4 (3) 

Massenricht -
 
Im Volksmund Pestmarterl genannt, jedoch nicht nachweislich benannt, gedrungene Bauweise, zu finden am Ortsausgang. 
Vorderseite mit Bildernische und Statue. 

Grafenwöhr 
a
us dem 16. Jhd. stammt die Pestsäule auf dem Marktplatz von Grafenwöhr. Als Stadtheiliger genießt St. Sebastian hier eine besondere Verehrung. In Auerbach wütete die Pest zweimal besonders schlimm: im Jahre 1349 starb ein Viertel der Bevölkerung, von 1627 bis 1635 starben etwa 1700 Personen, "Pestheilige" waren der Heilige Sebastian und der Heilige Rochus. 

Auerbach
Barbara Merkel stiftete im Jahre 1661 die "Pestsäule" an der Michelfelder Straße zum Dank dafür, dass sie von der Pest verschont blieb. 
Eingemeisselt sind Geißelungen, Kreuzigungen, Auferstehung und ein Spruch:
"So du da gehest hin und her, nicht achtest Kreuz noch Bild. Hie eine stet Erinnerung ist der bitteren Marter Jesu Christ. Es sollen Seuchen nit. Ist wegen Contagion aufgericht. (engl. Seuche oder Ansteckung)
Durch Barbara Merkel gestiftet. 1661"


Ebenso baute ihr Sohn Georg Merkel im Jahre 1690 zum Dank die Kirche auf dem Gottvaterberg.

Totentanz Bilderreigen

Unter dem Eindruck der Pest von 1348/50 entstand in Frankreich und Deutschland die Totentanzdichtung: Der Tod, der als Spielmann den Toten aufspielt und niemanden schont: weder Papst noch Kaiser und König - keinen. 

Der Schrecken des vielfachen Todes hat seine Spuren eindrucksvoll hinterlassen. Die Vision der Menschen aller Stände, die in einer Nacht in den Reigen der armen Seelen hineingezogen werden, ist die Vision eines Massensterbens. 

Der Totentanz spiegelt das schnelle, unbußfertige Sterben wieder und sollte dem Zuhörer und Zuschauer die Gefahr des jähen Todes vor Augen halten und ihn zu rechtzeitiger Buße aufrufen. 

Der Totentanzgedanke fand in Deutschland weite Verbreitung, Dominikaner und Franziskaner wurden die Hauptträger dieser Bewegung. 

Bald wurden Totentanztexte bildlich umgesetzt. Bilderbögen dienten als Vorlage. Neben der Mahnung an einen guten Tod (memento mori) war es für den kleinen Mann wohl auch tröstlich, dass die Mächtigen der Seuche und dem Tod nicht entkommen konnten. 

In der Barockzeit, mit ihrem Gegensatz von überschwänglicher Lebensfreude und immer wiederkehrenden Todesgedanken, lebte der Totentanz wieder auf. 

Einige Totentänze in der Oberpfalz stammen aus der Barockzeit, andere sind spätmittelalterlichen Ursprungs.

Wondreb 

Der berühmteste Totentanz in der Oberpfalz befindet in Wondreb. 

Ein Bilderbogen mit Kupfern der Wiener Totentanzkapelle bildete wahrscheinlich die Vorlage. Abraham a Sancta Clara, der große Barockprediger, hatte zur Pestepidemie von 1679 in Wien die berühmte Pestpredigt "Mercks Wien" verfasst und die Ausmalung der Loretokapelle veranlasst und zwar mit Totentanzmotiven. Davon gefertigte Kupferstiche bildeten die Vorlage für zahlreiche andere Totentänze. 

Der Schrecken der drohenden Pest von 1713/14 dürfte der Auslöser für die Ausmalung der Wondreber Friedhofskapelle gewesen sein. Der Maler ist unbekannt geblieben. Der Totentanz "grau in grau" gemalt, könnte durch einen Maler aus dem nahen Kloster Waldsassen ausgeführt worden sein. 

Das der Tod auf einigen Bildern mit dem Attribut des (Pest-) Pfeils dargestellt ist und nicht, wie in der Vorlage von Santa Clara, mit dem Stundenglas, ist ein Beleg, dass dieser Totentanz angesichts der drohenden Pestgefahr gemalt wurde und sich damit auf die Entstehungszeit 1713-1715 festlegen lässt. 

Unter der Kappelledecke befinden sich 28 Tafeln, in je 7 Reihen zu je vier Tafeln. Über jeder Szene ist ein Bibeltext angebracht, darunter ein kurzer deutscher Reim: 

z.B. Bauer gehe mit du g`hörst in mein Schnitt. 

Geld und Gut / nichts helfen tut. (Kaufmann zählt Geld) 


 

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre über den Wondreber Totentanz. ISBN Nr. Ebenfalls erhältlich in der Pfarrkirche zu Wondreb. 

Mitterteich 

- Friedhofskapelle Maria-Hilf - Totentanzfresko 

Das Baudatum der Kapelle von 1780 legt die Entstehung der 4 Fresken fest: 
Tod mit Säugling, mit einem Schützen, mit einem Mädchen und mit einer Matrone, Deckengemälde mit Sensenmann

 

weitere Totentanzmotive in Bayern sind erhalten in 

Roding 

St. Anna Kapelle auf dem Friedhof. 
Wandmalerei, um 1660. 

Furth 

- Zenching Friedhofskapelle 
8 Ölgemälde, 1908. 

Altötting 

Schatzkammer. 
Holzreliefs von Meister D.K 

Straubing 

Gottesackerkapelle St. Peter. 
Totentanz mit 36 Paaren, Wandmalerei, 1763. 

Straubing, 

St. Veit. 
15 Tafelbilder, 19. Jahrhundert. 

Viechtach, 

St. Anna, 
ehemalige Friedhofskapelle. 
Deckenmalerei, um 1600.

Umfassende Informationen über Europäische Totentänze finden Sie unter: http://www.totentanz-online.de/ 

Einordnung der Totentanzdarstellungen 1400 - 1550 in die Tanzformen dieser Zeit - hat uns besonders interessiert, da wir über den Totentanz begonnen haben unsere Tanzgruppe aufzubauen

 
Fragen oder Kommentare
zu dieser Website an: 
Webmaster
powered-by.gif (1894 Byte)
Copyright © 2001-05
HG Stiber Faehnlein
Stand: 25. April 2016     

ST3
ST2

  Stiber-Fähnlein auf Facebook            

      

 

 
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.