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Pestkreuze Pestamulette
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Tau-Kreuze
Seit dem Altertum gilt das Tau als Schutzmittel. Es hat die
Form des 18. Buchstaben des griechischen Alphabets. Es wurde auf zahlreichen
Pestblättern und Pestsegen abgebildet.
Die Antoniter, ein Orden der sich vor allem der Pflege der Pestkranken widmete,
trugen ein Tau an der Spitze eines Stabes. In ihrer Kleidung trugen sie über
schwarzem Chorkleid einen schwarzen Mantel mit hellblauem T-Kreuz. (1065, als
LAIENBRUDERSCHAFT gegründet, 1776/77 von den Johannitern inkorporiert.)
Das Tau in einem Ring wurde auch als Rochussiegel bezeichnet,
der hl. Franz von Assisi gebrauchte es häufig zum Zwecke der Andacht.
"Er verehrte dieses Zeichen und war ihm sehr zugetan, er empfahl es oft im
Gespräch; mit ihm leitete er seine Handlungen ein und er schrieb es
eigenhändig unter die Schriftstücke, die er aus Liebe verschickte " (DrGLeg
2, 9; 1347).
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Caravaca-Kreuz - Drei Balken
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die Reliquie, echte Partikeln des Kreuz
Christ, wird in einem doppelarmigen Brustkreuz aufbewahrt, das den
Namen "Vera Cruz", "Wahres Kreuz", trägt, um es von
den vielen "falschen" Reliquien zu unterscheiden, die in der
Zeit der Pilgerfahrten in Hülle und Fülle auftauchten, Caravaca ist
Wallfahrtsort, seit 1998 fünfte Heilige Stadt der Welt.
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| Das aus dem spanischen Caravaca stammende Doppelkreuz war besonders in
Süddeutschland geschätzt, es besteht aus einem längeren Querbalken und einem
kürzeren jeweils oberhalb und unterhalb des langen Balken. Die schützende Wirkung wurde durch die Verdoppelung des
Querbalkens und durch Segensformeln, die man am Kreuz anbrachte noch
erhöht.
Im 16. Jahrhundert wird es als "spanisches Kreuz"
zum Missionskreuz.
Im Volksglauben wird es zum Wetterkreuz: Während sonst die
Reliquie in Caravaca von Priestern dem Sturm entgegengehalten wurde, erscheint
sie 1591 während eines furchtbaren Unwetters von selbst über dem Dach des
Kirchturms.
Ein dreibalkiges Kreuz, das im Sommer 1988 in Schwarzenberg
durch ein neues ersetzt wurde, wurde im Volksmund als "Pest, Hungersnot und
Kriegskreuz " bezeichnet, ein Wandel vom Pestkreuz zum Wetterkreuz ist
anzunehmen.
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Das Schwedenkreuz von Dechantsees
- auch Caravaca-Kreuz genannt
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| Auf dem Giebel der
Hl.-Kreuz-Kapelle befindet sich ein großes, eisernes Doppelkreuz
(originalgetreue Kopie ziert den First und das verwitterte Original
wird im Kircheninnern aufbewahrt). Es geht die Sage, die Schweden wollten
es einst im "Heilingbrunnen" versenken, es sei jedoch immer wieder hoch
gekommen. Chronogramm von 1626 - mit
Benediktussegen:
Crux Sancti Patris Benedicti Crux Sacra Sit Mihi Lux Non Draco Sit Mihi
Dux Vade Retro Satanas Nunquam Suade Mihi Vana Sint Mala quae....
Das Kreuz des heiligen Vaters Benedikt Das Kreuz sei mir
Licht; nicht der Drache/Teufel sei mein Führer. Weiche zurück Satan; niemals
rate mir nichtige Taten. Sei es auch Schlimmes, was du trinkst.....
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Scheyern-Kreuz - langer und kurzer Querbalken
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| Das Scheyern-Kreuz, ein kreuz mit einem längeren und einem
kürzeren Querbalken sollte von "Pest, Hagel, Feuer, Donner, bösen
Nachstellungen und allem Übel" befreien. Sie hießen im Volksmund "Schauerkreuze" und sollten
offensichtlich den Hagel abwehren. Zahlreiche Flurkreuze werden von einem
Scheyern-Kreuz gekrönt.
Aber auch auf vielen Pestschutzbriefen waren Scheyern-Kreuze
zu finden.
Schutzbriefe waren im Volk weit verbreitet. Es wurde ihnen
eine große Macht zugeschrieben. Jeder der einen solchen Brief bei sich trug
sollte von Unheil verschont bleiben
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Zacharias Segen
- Schutzbrief
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http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1981/hjb1981.56.htm |
Caravacakreuz mit dem Zachariassegen
als
Anhängekreuz aus Bronze.
17./18. Jhd. |
Die Legende über das Aufkommen und die Herkunft des
Zachariassegens als "Mittel wider die Pest und andere ansteckende
Krankheiten":
Als während des Konzils zu Trient (mit Unterbrechungen
von 1545 bis 1563) im Frühjahr 1547 ein Fleckfieber ausbrach, auf dem
Segensblatt "die grausamste Pest" genannt, dem über 20
Konzilsväter zum Opfer fielen (und weshalb das Konzil vorübergehend nach
Bologna verlegt wurde), hätten
"die Väter des h. Kirchenraths
- nach einigen Berichterstattern auf Rat des Patriarchen Leonhard von Antiochien,
nach anderen auf den des spanischen Bischofs Franziskus Solarius -
einige Characteres¹ das sind einige Buchstaben in Form eines
Kreuzes, von dem heiligen Zacharias, Bischof zu Jerusalem, gesammelt; in Prozessionen während der Pestzeit, mit frommer Andacht und Gebet
und Gesang durch die Stadt getragen, und als dies zweimal geschehen, hörte die
Pest gänzlich auf". (¹ Charaktere nannte man magische Zeichen und Schriftzüge auf Zauberpapyri,
Amuletten, Schutzbriefen usw., Aus gr./ lat. character =
eingeprägtes (Schrift-)Zeichen.),
Das Aufkommen des Zachariassegens als Pestsegen wird legendenhaft so
von verschiedenen Autoren ziemlich übereinstimmend mitgeteilt.
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Breverl - Holzschnitt auf Brief ("Bayerischer
Medizinbeutel")
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Breverl in Schutzhülle
Inhalt 8 Kupferstiche und verschiedene Amulette: Sebastianipfeil,
Benedictusmünze, Früchte und Samen, Palmkätzchen, doppelbalkiges Kreuz.
(Fundort: Dölsach bei Lienz, Osttirol, Volkskunde- museum Graz) |
Breverl mit verschiedenen Wallfahrtsorten (z.
B. Maria Zell, Maria Adelwang, MariaTaferl) auf der Vorderseite, auf der
Rückseite ein Segen. Ursprünglich in einer Zinnfassung gewesen; wurden
anfangs nicht nur als Wallfahrtsandenken verkauft, sondern von
Franziskanermönchen beim Betteln verteilt. Verschiedene kleine Dinge
wurden ebenfalls eingeklebt: einzelne Medaillen oder Blumen und Kräuter. |
| Die gleiche Funktion wie ein Schutzbrief hatten die "Breverl".
Dabei handelte es sich um Kupferstiche oder Holzschnitte des 16.-18.
Jahrhunderts, die in Briefform zusammengefaltet in Hüllen aus Leder, Seide oder
Metall an einer Schnur um den Hals getragen wurden. Das Tragen von magischen Schutzbriefen, beschriebenen oder
bemalten Zetteln, zur Abwehr von Krankheit und Gefahr ist seit der Antike
bekannt. Auch die bayerischen und südtiroler Breverl (lat. breve = Brief) sind
in dieser Tradition zu sehen.
Obwohl es sehr individuell gestaltete Breverl gegeben hat,
zeigen viele der erhaltenen Exemplare doch einen typischen Aufbau. Nach dem
Öffnen und Auseinanderfalten erkennt man acht Kupferstiche mit
Heiligendarstellungen um ein nochmals mittels eines Faltzettels verdecktes
zentrales Feld mit diversen Gegenständen und Pflanzenteilen angeordnet.
Schon der erste Blick auf das zentrale Feld weist das Breverl
als eine Art "geistliche Hausapotheke" aus, welche die für die
Volksmedizin typische Vermischung von Religiosität, Kräuterwissen und
Pflanzenmagie erkennen läßt.
Regelmäßig in den Breverl aufgeführte sakrale und magische
Gegenstände sind: Nepomukszunge, Sebastianspfeil, geweihte Medaillen -
Benediktuspfennige, Schluckbildchen, Miniaturkreuze und Schabfiguren. Häufig
findet man auch rote Filzfleckchen (rot= dämonenfeindlich), Holzsplitter oder
Mineralien (häufig von Wallfahrtsorten).
Eine große Rolle spielen getrocknete Kräuter und Samen, die
in eine schwarze Wachspaste eingedrückt werden: Raute, Weihrauch, Wacholder,
Gewürznelke, Kardobenediktensamen, Steinsame und Moose sind im Breverl
vertreten.
Ihre Auswahl ist nicht zufällig, sondern Ausdruck einer
uralten Tradition überlieferten Kräuterwissens in der Volksmedizin.
Museen, in denen Breverl zu bestaunen sind :
Bezirksmuseum
Dachau,
Diözesanmuseum Freising,
Wallfahrtsmuseum Altötting,
Bayer.
Nationalmuseum, Außenstelle Straubing (Sammlung R. Kriss)
Heimatmuseum Kastl,
http://de.wikipedia.org/wiki/Breverl
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