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Pestsagen Pestsäulen Pestheilige Pestkreuze
Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

Pestkreuze Pestamulette 

Tau-Kreuze 

Seit dem Altertum gilt das Tau als Schutzmittel. Es hat die Form des 18. Buchstaben des griechischen Alphabets. Es wurde auf zahlreichen Pestblättern und Pestsegen abgebildet. 
Die Antoniter, ein Orden der sich vor allem der Pflege der Pestkranken widmete, trugen ein Tau an der Spitze eines Stabes. In ihrer Kleidung trugen sie über schwarzem Chorkleid einen schwarzen Mantel mit hellblauem T-Kreuz. (1065, als LAIENBRUDERSCHAFT gegründet, 1776/77 von den Johannitern inkorporiert.) 

Das Tau in einem Ring wurde auch als Rochussiegel bezeichnet, der hl. Franz von Assisi gebrauchte es häufig zum Zwecke der Andacht. "Er verehrte dieses Zeichen und war ihm sehr zugetan, er empfahl es oft im Gespräch; mit ihm leitete er seine Handlungen ein und er schrieb es eigenhändig unter die Schriftstücke, die er aus Liebe verschickte " (DrGLeg 2, 9; 1347).

   

Caravaca-Kreuz - Drei Balken 

 
 
die Reliquie, echte Partikeln des Kreuz Christ,  wird in einem doppelarmigen Brustkreuz aufbewahrt, das den Namen "Vera Cruz", "Wahres Kreuz", trägt, um es von den vielen "falschen" Reliquien zu unterscheiden, die in der Zeit der Pilgerfahrten in Hülle und Fülle auftauchten, Caravaca ist Wallfahrtsort, seit 1998 fünfte Heilige Stadt der Welt.
 
Das aus dem spanischen Caravaca stammende Doppelkreuz war besonders in Süddeutschland geschätzt, es besteht aus einem längeren Querbalken und einem kürzeren jeweils oberhalb und unterhalb des langen Balken. 

Die schützende Wirkung wurde durch die Verdoppelung des Querbalkens und durch Segensformeln, die man am Kreuz anbrachte noch erhöht. 

Im 16. Jahrhundert wird es als "spanisches Kreuz" zum Missionskreuz. 

Im Volksglauben wird es zum Wetterkreuz: Während sonst die Reliquie in Caravaca von Priestern dem Sturm entgegengehalten wurde, erscheint sie 1591 während eines furchtbaren Unwetters von selbst über dem Dach des Kirchturms. 

Ein dreibalkiges Kreuz, das im Sommer 1988 in Schwarzenberg durch ein neues ersetzt wurde, wurde im Volksmund als "Pest, Hungersnot und Kriegskreuz " bezeichnet, ein Wandel vom Pestkreuz zum Wetterkreuz ist anzunehmen. 

 

Das Schwedenkreuz von Dechantsees 
-
auch Caravaca-Kreuz genannt

 

 

Auf dem Giebel der Hl.-Kreuz-Kapelle befindet sich ein großes, eisernes Doppelkreuz (originalgetreue Kopie ziert  den First und das verwitterte Original wird im Kircheninnern aufbewahrt). Es geht die Sage, die Schweden wollten es einst im "Heilingbrunnen" versenken, es sei jedoch immer wieder hoch gekommen. 

Chronogramm von 1626 - mit Benediktussegen: 
Crux Sancti Patris Benedicti Crux Sacra Sit Mihi Lux Non Draco Sit Mihi Dux Vade Retro Satanas Nunquam Suade Mihi Vana Sint Mala quae....

Das Kreuz des heiligen Vaters Benedikt Das Kreuz sei mir Licht; nicht der Drache/Teufel sei mein Führer. Weiche zurück Satan; niemals rate mir nichtige Taten. Sei es auch Schlimmes, was du trinkst.....

 

Scheyern-Kreuz -  langer und kurzer Querbalken 

 

 
 
Das Scheyern-Kreuz, ein kreuz mit einem längeren und einem kürzeren Querbalken sollte von "Pest, Hagel, Feuer, Donner, bösen Nachstellungen und allem Übel" befreien. 

Sie hießen im Volksmund "Schauerkreuze" und sollten offensichtlich den Hagel abwehren. Zahlreiche Flurkreuze werden von einem Scheyern-Kreuz gekrönt. 

Aber auch auf vielen Pestschutzbriefen waren Scheyern-Kreuze zu finden. 

Schutzbriefe waren im Volk weit verbreitet. Es wurde ihnen eine große Macht zugeschrieben. Jeder der einen solchen Brief bei sich trug sollte von Unheil verschont bleiben

Zacharias Segen 

- Schutzbrief 

 

Z.
D.J.A.
B.
H.G.F.J.Z.B.F.R.S.
S.
A.
B.
Z.

  http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1981/hjb1981.56.htm 

Caravacakreuz mit dem Zachariassegen 
als Anhängekreuz aus Bronze. 
17./18. Jhd.

Die Legende über das Aufkommen und die Herkunft des Zachariassegens als "Mittel wider die Pest und andere ansteckende Krankheiten"
Als während des Konzils zu Trient (mit Unterbrechungen von 1545 bis 1563) im Frühjahr 1547 ein Fleckfieber ausbrach, auf dem Segensblatt "die grausamste Pest" genannt, dem über 20 Konzilsväter zum Opfer fielen (und weshalb das Konzil vorübergehend nach Bologna verlegt wurde), hätten 
"die Väter des h. Kirchenrath

- nach einigen Berichterstattern auf Rat des Patriarchen Leonhard von Antiochien, nach anderen auf den des spanischen Bischofs Franziskus Solarius - 
einige Characteres¹
 das sind einige Buchstaben in Form eines Kreuzes, von dem heiligen Zacharias, Bischof zu Jerusalem, gesammelt; in Prozessionen während der Pestzeit, mit frommer Andacht und Gebet und Gesang durch die Stadt getragen, und als dies zweimal geschehen, hörte die Pest gänzlich auf"

(¹ Charaktere nannte man magische Zeichen und Schriftzüge auf Zauberpapyri, Amuletten, Schutzbriefen usw.,  Aus gr./ lat. character = eingeprägtes (Schrift-)Zeichen.), 

Das Aufkommen des Zachariassegens als Pestsegen wird legendenhaft so von verschiedenen Autoren ziemlich übereinstimmend mitgeteilt.

 

Breverl  - Holzschnitt auf Brief ("Bayerischer Medizinbeutel")

   
Breverl in Schutzhülle 
Inhalt 8 Kupferstiche und verschiedene Amulette: Sebastianipfeil, Benedictusmünze, Früchte und Samen, Palmkätzchen, doppelbalkiges Kreuz. (Fundort: Dölsach bei Lienz, Osttirol, Volkskunde- museum Graz)
Breverl mit verschiedenen Wallfahrtsorten (z. B. Maria Zell, Maria Adelwang, MariaTaferl) auf der Vorderseite, auf der Rückseite ein Segen. Ursprünglich in einer Zinnfassung gewesen; wurden anfangs nicht nur als Wallfahrtsandenken verkauft, sondern von Franziskanermönchen beim Betteln verteilt. Verschiedene kleine Dinge wurden ebenfalls eingeklebt: einzelne Medaillen oder Blumen und Kräuter.
Die gleiche Funktion wie ein Schutzbrief hatten die "Breverl". Dabei handelte es sich um Kupferstiche oder Holzschnitte des 16.-18. Jahrhunderts, die in Briefform zusammengefaltet in Hüllen aus Leder, Seide oder Metall an einer Schnur um den Hals getragen wurden. 

Das Tragen von magischen Schutzbriefen, beschriebenen oder bemalten Zetteln, zur Abwehr von Krankheit und Gefahr ist seit der Antike bekannt. Auch die bayerischen und südtiroler Breverl (lat. breve = Brief) sind in dieser Tradition zu sehen. 

Obwohl es sehr individuell gestaltete Breverl gegeben hat, zeigen viele der erhaltenen Exemplare doch einen typischen Aufbau. Nach dem Öffnen und Auseinanderfalten erkennt man acht Kupferstiche mit Heiligendarstellungen um ein nochmals mittels eines Faltzettels verdecktes zentrales Feld mit diversen Gegenständen und Pflanzenteilen angeordnet. 

Schon der erste Blick auf das zentrale Feld weist das Breverl als eine Art "geistliche Hausapotheke" aus, welche die für die Volksmedizin typische Vermischung von Religiosität, Kräuterwissen und Pflanzenmagie erkennen läßt. 

Regelmäßig in den Breverl aufgeführte sakrale und magische Gegenstände sind: Nepomukszunge, Sebastianspfeil, geweihte Medaillen - Benediktuspfennige, Schluckbildchen, Miniaturkreuze und Schabfiguren. Häufig findet man auch rote Filzfleckchen (rot= dämonenfeindlich), Holzsplitter oder Mineralien (häufig von Wallfahrtsorten). 

Eine große Rolle spielen getrocknete Kräuter und Samen, die in eine schwarze Wachspaste eingedrückt werden: Raute, Weihrauch, Wacholder, Gewürznelke, Kardobenediktensamen, Steinsame und Moose sind im Breverl vertreten. 

Ihre Auswahl ist nicht zufällig, sondern Ausdruck einer uralten Tradition überlieferten Kräuterwissens in der Volksmedizin. 

Museen, in denen Breverl zu bestaunen sind : 

Bezirksmuseum Dachau, 

Diözesanmuseum Freising, 

Wallfahrtsmuseum Altötting, 

Bayer. Nationalmuseum, Außenstelle Straubing (Sammlung R. Kriss) 

Heimatmuseum Kastl, 

http://de.wikipedia.org/wiki/Breverl

     

 

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Stand: 25. April 2016     

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