oher kommt der Name "Stiber-Fähnlein"?
Es begab sich im Jahre 1504.
In Bayern wütete der sogenannte Landshuter Erbfolgekrieg.
Man stritt sich um das Erbe von Herzog
Georg des Reichen von Landshut (1455 - 1503),
der, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, gestorben war.
Sowohl der Schwiegersohn des Verstorbenen,
Ruprecht
von der Pfalz,
als auch Herzog Albrecht IV, der
Weise von Bayer-München (Wittelsbach), erhoben Anspruch auf das reiche Erbe.
Da man sich nicht einigen konnte, griff man zu den Waffen um das Kriegsglück entscheiden
zu lassen.

In unserer Heimat standen sich auch die
beiden Eisenstädte Amberg und Sulzbach feindlich gegenüber.
Sulzbach, das zu dieser Zeit dem Münchner Herzog Albrecht untertänig war, wurde von den
Ambergern, die dem Pfalzgrafen zugehörig waren, bekriegt.
Nach anfänglichen Scharmützeln - man brannte sich gegenseitig die Dörfer nieder und
trieb den Bauern das Vieh davon -
kam es zu ernsthaften Auseinandersetzungen. So kam es, dass sich 3000 Amberger und 6000
angeworbene Böhmen
auf den Höhen von Sulzbach versammelten,
dort ihr Lager aufschlugen und die Stadt mit schweren Geschützen beschossen und sie auch
berannten.

Die Stadt wurde damals vom Stadthauptmann und Pfleger Albrecht Stiber, und seinen Söhnen Sebald und Sebastian, tapferen Rittern aus dem fränkischen Geschlecht der
"Stiber" oder "Stiebar" von Buttenheim verwaltet.
Stammtafel der Stiebar von Armin Binder

Wiederholt forderten die Feinde Hauptmann
Stiber zur Übergabe auf. Doch dieser dachte nicht daran, die Stadt aufzugeben. Er ließ
die Mauern verstärken und die Tore verrammeln. Vor den Mauern ließ er alle Gebäude
abbrennen und Bäume fällen, um dem Feind keine Deckungsmöglichkeit zu bieten und um
freie Bahn für die Kugel der eigenen Geschütze zu haben. So begann eine gewaltige
Kanonade.
Doch die Sulzbacher ließen sich, trotz einiger gewaltige Einschläge von Kanonenkugeln (
man kann in manchen Teilen der Stadtmauer noch steinerne Kugeln sehen) nicht
klein kriegen
und erwiderten das feindliche Feuer, das schwächer und schwächer wurde und bald gar
verstummte. Die Stiber aber mobilisierten die Bürger und machten mit
ihnen, Ausfälle und sie brachten
den Feinden gar manche Schlappe bei.
Langsam machte sich aber in der Stadt Lebensmittelknappheit bemerkbar und bei den Bürgern
griff bereits Verzagtheit um sich. Da kam ein Gerücht den Sulzbachern zu Hilfe. Kaiser
Maximilian wolle von Nürnberg her den Bürgern mit einem großen Heere zu Hilfe eilen.
Darüber erschraken die Feinde so stark, dass sie spontan die Hand zum Friede boten.

Die Sulzbacher waren natürlich froh darüber und mit
einem Festmahl, bei Fisch und Wein, auf den Wällen der Stadt wurde der Frieden besiegelt.

Albrecht Stiber, der tapfere Verteidiger unserer Stadt, Lehnsherr
von Rosenberg verstarb im Jahre 1504 und wurde in der St. Johanniskirche in Rosenberg begraben, ebenso wie sein Sohn Wolf und seine Frau Veronika.
Die Sulzbacher haben diese schwere Zeit, in der sie und ihre Vaterstadt, so schwer in
Bedrängnis kamen, bis heute nicht vergessen. Ebenso blieben Albrecht Stiber und seine Söhne den Sulzbachern in dankbarer Erinnerung.

Zum Andenken an diese Zeit gründete
der Stadtheimatpfleger Karl Grünthaler 1992
die Stadtgarde und Historische Gruppe Stiber-Fähnlein
Der Name Stiber wurde als Synonym für Bürgereinsatz
und die Bezeichnung Fähnlein,
die im mittelalterlichen Sprachgebrauch eine militärische Einheit bezeichnete,
als Sinnbild für - die Gemeinschaft die stark macht- gewählt.