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Sulzbach-RosenbergZeitreise durch die EpochenSulzbach-Rosenberg. (cog) Es ist ein verwinkeltes Gebäude, die so genannte Alte Lateinschule am Pfarrplatz. Immer wieder wurde an- und umgebaut, und bei der Auflösung des Simultaneums das ganze Haus geteilt. Der Kirchenvorstand der Christuskirche inspizierte jetzt die evangelische Hälfte des Gebäudes, wo der Archäologe Dr. Matthias Hensch bei Ausgrabungen bedeutende Funde getan hat. Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz, Dekan Karlhermann Schötz und
Pfarrer Wolfgang Bruder führten die Kirchenvorsteher durch das Haus. Im
Erdgeschoss, im zukünftigen Wohnzimmer der Pfarrwohnung, hat der Archäologe
etwa 50 cm unter Niveau des alten Fußbodens die Reste eines mittelalterlichen
Brunnenturms entdeckt, der die Bedeutung der Stadt Sulzbach im Mittelalter
belegt. Kein Schatz gefundenIn einem Kellerraum hat man eine Vase entdeckt, in der man im Mittelalter nach einer Niederkunft die Nachgeburt vergraben hatte, ein heidnischer Brauch, der sich lange hielt. Bei den Grabungen tauchten auch einige Knochen auf - aber (bisher) leider noch kein Schatz. Einige Räume haben historische Holzdecken, ein Zimmer im ersten Stock besitzt sogar eine prächtig geschnitzte Bohlen-Balken-Decke. Vorstand der Christuskirche inspiziert Pfarrplatz-Baustelle - Wertvolle Balkendecke"Dies ist die schönste Bohlen-Balken-Decke der Stadt", so
Dekan Schötz, "sogar noch wertvoller als die im Rathaus." Er wies auf
geschnitzte Ornamente hin. Auch ein Drudenfuß oder Pentagramm ist zu erkennen,
außerdem ein Salomonsknoten. Die Decke wird restauriert, sie soll offen
bleiben. Die Mitglieder des Kirchenvorstands waren beeindruckt. Vertrauensmann Günter Schultheiß fasste seinen Eindruck zusammen: "Wir haben mit der Lateinschule ein echtes Juwel. Bald wird es wieder in voller Schönheit erstrahlen." Dekan Schötz und Stadtpfarrer Kurz erinnerten daran, dass noch dringend Spenden für die Sanierung des historischen Gebäudes benötigt werden.
Sulzbach-RosenbergFrühe fränkische Groß-Burganlage?Neue überraschende archäologische Erkenntnisse in der Neustadt: Ein dritter Graben entdecktSulzbach-Rosenberg. Schwere Baumaschinen graben die Sulzbacher Neustadt um, und Archäologen wachen im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege mit Argusaugen darüber, dass nicht wertvolle historische Befunde vor ihrer genauen Untersuchung und Dokumentation zerstört werden. Dr. Mathias Hensch blättert im Erdreich sozusagen wie in einem Buch: In den vergangenen Tagen hat er einen dritten, diesmal frühmittelalterlichen Befestigungsgraben freigelegt. Bereits im Sommer hatten die Archäologen bei ihren Grabungen im Zuge der
Sanierung der Sulzbacher Neustadt in Höhe Christuskirche/Buchhandlung
Volkert die Befestigungsmauern der frühesten Sulzbacher Burgsiedlung
erfasst. Vorgelagert wurden zwei Gräben gefunden, von denen der innere im
13., der äußere vermutlich im 14. Jahrhundert wieder verfüllt wurde. Jetzt stießen Mathias Hensch und seine Mitarbeiterinnen Ines Buckel und
Jeannine Bruse von der Firma Arcteam auf einen dritten Graben, der etwa in
Höhe Foto Neuber (Hausnummern Neustadt 8/9) die heutige Straße quert. Dieser
Graben wurde teilweise sogar in anstehenden Fels eingeschlagen. Und
eindeutige Brandspuren weisen darauf hin, dass die Erbauer dieser
Befestigung das harte Dolomitfelsgestein mit Hilfe von gezielt gelegtem
Feuer zersprengt haben. Auch dieses Befestigungssystem sollte die Burg und
Vorburg Sulzbach offensichtlich vor allem gegen Reiterangriffe aus Norden
und Nordosten schützen. In der Merowinger-Zeit"Wenn wir wirklich feststellen sollten, dass wir hier Keramik aus der Zeit vor dem 8. Jahrhundert haben, dann wäre das ein Siedlungsnachweis für die Merowinger-Zeit", so Dr. Hensch. Und damit wiederum wäre ein zeitlicher Zusammenhang hergestellt mit dem fränkischen Königshof Lauterhofen. Weitere drei bis fünf C 14-Datierungen des Fundmaterials, deren Finanzierung Bürgermeister Gerd Geismann bereits zugesagt hat, sollen hier Klarheit schaffen. Infolinks: http://www.schauhuette.de/blog/archives/117 Dr. Hensch http://www.kulturwanderungen.de/bistum/84%20lauterhofen/lauterho.htm http://de.wikipedia.org/wiki/Lauterhofen http://www.lauterhofen.de/infos/geschichte/lauterhofen_aelteste_siedlung.pdf
Sulzbach-RosenbergWie ein "Hochsicherheitstrakt"Archäologen untersuchen Vorburg SulzbachsSulzbach-Rosenberg. Die Vorburg erstreckte sich von der eigentlichen Kernburg auf dem Felsrücken über dem Erlbach in Richtung des heutigen Luitpoldplatzes und der Neustadt. Hier lebten Handwerker, hier hauste das Burggesinde, stand Vieh in den Ställen und hier hatte wohl auch die militärische Burgbesatzung ihre Unterkünfte. Die Vorburg war das Versorgungs- und Logistikzentrum der frühmittelalterlichen Herren von Sulzbach. Ein massiv befestigter "Hochsicherheitstrakt" dehnte sich hier aus. So könnte man mit heutigen Worten sagen, wenn man jüngsten Ergebnisse der archäologischen Forschungen in der Sulzbacher Neustadt betrachtet. Vermutungen bestätigtDr. Mathias Hensch, der mit seinem Grabungsteam nun schon seit mehreren
Wochen parallel zur bereits gestarteten Oberflächensanierung der Neustadt
den Untergrund nach geschichtlichen Zeugnissen durchforstet, hatte recht
mit seinen Vermutungen. Quer zur Christuskirche verlief hier etwa in Höhe
Buchladen Volkert die frühmittelalterliche Befestigungsanlage und die
spätere Stadtmauer des 14. Jahrhunderts. Archäologen untersuchen Vorburg SulzbachsZehn Meter breit und mehrere Meter tief stellte schon
der erste Graben außerhalb der Mauer für Angreifer ein schwer lösbares
Problem dar. Wollten sie bis zu diesem Hindernis vordringen, mussten sie
jedoch zuvor schon ein weiteres vorgesetztes Doppelgraben-System mit einer
Palisadenwand aus Holz oder Flechtwerk überwinden. "Sehr dicke Luft"Mit Sicherheit kann Archäologe Dr. Mathias Hensch anhand zahlreicher Funde sagen, dass der innere Graben im 14. Jahrhundert wieder verfüllt wurde. Dazu dienten auch große Mengen von Verhüttungsschlacken, was auf Eisenverhüttung in großem Stil schließen lässt. Ob die alten Sulzbacher ihr Eisen mit Rennöfen oder bereits mit der fortschrittlicheren Hochofentechnik gewannen, müsste erst noch durch labortechnische Untersuchung der Schlacken ermittelt werden. Aber eines ist klar: Die Menschen am "Eisenhütten-Standort Sulzbach" des 14. Jahrhunderts hatten sehr dicke Luft einzuatmen.
Sulzbach-RosenbergVorburg gut beschütztArchäologen legen in der Neustadt Grabensystem freiJede Menge Keramik, Verhüttungsschlacke, Tierknochen - alles in allem
Fundstücke, die sich für den Experten zu einem klaren Bild zusammenfügen. Quer
über die Straße Neustadt in Höhe der heutigen Christuskirche verlief die erste
groß angelegte frühmittelalterliche Befestigung der damaligen Sulzbacher
Vorburg.
Sulzbach-RosenbergEr holt Geschichte aus dem BodenForschungsarbeiten des Archäologen Dr. Mathias Hensch erhellen Sulzbachs frühe PhaseSulzbach-Rosenberg. Am späten Montag Abend ist die Grabungsstelle in der Neustadt trotz Abdeckung mit Planen in sintflutartigen Gewitterfluten abgesoffen - der Wettergott meint es nicht gut mit den Archäologen. Dennoch stand Dr.Mathias Hensch gestern pünktlich 10 Uhr in der halbwegs trockenen Grube, um zahlreiche interessierte Sulzbach-Rosenberger über seine momentanen Forschungen zu unterrichten. "Die älteste Geschichte von Sulzbach ist, wie könnte es
auch anders sein, im Boden versteckt. Umso wichtiger sind solche Grabungen
im Vorfeld von Baumaßnahmen, um mit der Zeit etwas Licht ins Dunkel zu
bringen", erläuterte der Archäologe eingangs die Bedeutung seiner aktuellen
Arbeit. INFOLINK Ermhof http://www.schauhuette.de/blog/archives/6 Stützpunkt der FrankenSulzbach war im Frühmittelalter noch keine Stadt, dafür aber ein offenbar sehr bedeutender Burgort: Mit einer wohl im 8. Jahrhundert auf Initiative der fränkischen Könige entstandenen Kernburg (am Standort des heutigen Herzogsschlosses) und einer sehr ausgedehnten Vorburg, die sich über den Luitpoldplatz bis fast hinauf zur Christuskirche erstreckte. Diese Vorburg muss man sich als das wirtschaftliche Herz der Burganlage denken, mit Landwirtschaft, handwerklichen Werkstätten usw. Anfänge der StadtErst im 12./13. Jahrhundert entstand nach neueren Erkenntnissen, die
großteils auf den archäologischen Forschungen von Hensch basieren, aus der
Burg die Stadt Sulzbach, die dann sehr bald (im 14. Jahrhundert unter Kaiser
Karl IV.) um die Neustadt erweitert wurde. Wo liegt der Graben?Da die Archäologen nördlich dieser Stadtmauer einen breiten Graben vermuten (auf der natürlichen Geländekuppe in Höhe des Eingangs der Christuskirche), konzentrieren sich in den kommenden Wochen die Grabungen darauf, diesen Befestigungsgraben zu finden. "Es handelt sich hier", so Dr. Mathias Hensch bei dem Ortstermin für die interessierte Bürgerschaft, "um einen hochsensiblen Bereich, der uns über die Sulzbacher Stadtgeschichte eminent viel zu sagen hat."
Sulzbach-RosenbergHat Heinrich IV. Sulzbach berannt?Denkmalpflege spricht von wissenschaftlich "hoch brisanten" Befunden in der NeustadtSulzbach-Rosenberg. Hat Kaiser Heinrich IV. oder einer seiner Heerführer bei den kriegerischen Auseinandersetzungen mit seinem Sohn Heinrich V. Sulzbach belagert und Feuer an die Stadtmauer gelegt? Nur eine von vielen spannenden Fragen, die sich stellen angesichts der Befunde, die Archäologe Dr. Mathias Hensch mit seinem Grabungsteam im Vorfeld der Oberflächensanierung der Sulzbacher Neustadt aus dem Dunkel der Geschichte ans Licht bringt. Oberkonservatorin Dr. Silvia Codreanu-Windauer ließ sich
gestern über den aktuellen Stand der Grabung informieren und fand schnell
zum Superlativ: "Einfach kollosal, das sind Funde von überregionaler
Bedeutung". Kernburg und VorburgAb dem 8. Jahrhundert dürfte sich dann ein Burgort Sulzbach entwickelt haben, mit der Kernburg im Westen (heutiger Schlossbereich) und einer ausgedehnten, ebenfalls befestigten Vorburg, die östlich vorgelagert war (heutiger Bereich Luitpoldplatz). Hensch: "Aus dieser Vorburg entwickelte sich erst im späten 12. oder im beginnenden 13. Jahrhundert das, was man Stadt Sulzbach nennen kann. Die erste kleine Sensation der aktuellen Grabung in der Neustadt zwischen Bruckner-Anwesen und Neustadt 4: Die Archäologen haben Reste der drei Meter mächtigen Befestigungsmauer dieser frühmittelalterlichen Vorburg gefunden. Die demnächst erfolgende C 14-Datierung der unter dieser Mauer entdeckten Holzkohlepartikel wird noch genauere Angaben über das Alter des Bauwerks ermöglichen. Die erste StadtmauerWenige Meter oberhalb dieses Fundes (in Richtung Christuskirche) stießen die
Wissenschaftler auf einen weiteren Mauerrest von rund eineinhalb Metern
Dicke, der später außenseitig noch einmal um rund 40 Zentimeter Mauerwerk
verstärkt wurde: Die erste Sulzbacher Stadtmauer aus der Zeit des
Hochmittelalters. Dieses Bild würde sich nahtlos in die Geschichtsschreibung einfügen, denn man weiß, dass sich der damals sehr einflussreiche Reichsgraf Berengar von Sulzbach auf die Seite des rebellierenden Kaisersohnes Heinrich V. geschlagen hatte. Das TorwärterhausInnerhalb der ersten Stadtmauer Stadt lag an dieser Stelle wohl auch ein Torhaus. Reste des Stadttores zur späteren Neustadt hin (sie entstand erst unter Karl IV. im 14. Jahrhundert) stecken im Haus Neustadt 4, und direkt davor haben Dr. Mathias Hensch und seine Mitarbeiterinnen Ines Buckel M.A. und Anna Mühlbauer M.A. eine kleine Fläche Feuersteinpflaster freigelegt - die Innenraum-Pflasterung des Torwärterhauses.
Sulzbach-RosenbergNeues aus der "Unterwelt"Historischer Keller in der Neustadt: Es wird spannend, meint Dr. Mathias HenschWo immer im historischen Stadtkern von Sulzbach aufgegraben wird, ist der
Archäologe Dr. Mathias Hensch nicht weit: So auch momentan in der Neustadt,
wo schon bei den ersten Arbeiten zur Oberflächensanierung wieder auf
wichtige Spuren unserer Stadtgeschichte stieß. Die Archäologen Dr. Mathias Hensch und Ines Buckel M.A. sind noch diese
und nächste Woche in der Neustadt zugange: "Das ist jetzt eine eminent
wichtige und spannende Phase", so Mathias Hensch. Im 14. Jahrhundert gab es
nämlich just im momentanen Grabungsbereich ein Stadttor zur Neustadt hin.
Eine der Torwangen dürfte noch im Gebäude Neustadt 4 stecken.
Sulzbach-RosenbergStartschuss für ein "Jahrhundertprojekt"Sanierung der Neustadt hat begonnen - Granitpflaster, höhengleiche Gehsteige und sieben BäumeDer Anfang ist gemacht: Mit vereinten Kräften gingen die Verantwortlichen
um Bürgermeister Gerd Geismann am Montag in der Frühe zu Werke, um mit einem
Spatenstich ein "Jahrhundert-Projekt" zu eröffnen. Das Stadtviertel, 1353 von
Kaiser Karl IV. angelegt, wird in den Bereichen Neustadt, in Teilbereichen der
Pfarrgasse, Kunst-Fischer-Gasse und Neutorgasse neu gestaltet: Wasserleitung,
Kanal, Straßenbeleuchtung, Oberfläche und Bepflanzung entstehen unter
städtebaulich-denkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Rund 1,3 Millionen wird
die Maßnahme kosten, die sich in vier Bauabschnitte aufgliedert. Etwa 300 000
Euro davon müssen die Anlieger tragen. Dafür erhalten sie eine mit
Granitpflaster und Bäumen dem Luitpoldplatz angeglichene Straße ohne erhöhte
Gehsteige auf 320 Metern Gesamtlänge, vom Anwesen Bruckner bis zur Einmündung
An der Allee.
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