|
| |
Sanierung Pflasterzollhaus
|
Bauabschnitte
|
|
|
 | Mai 2001
Fertigstellung und Einweihung
|
 | Innenausbau musealer Raum und Jugendvereinsheim |
 | 13.05.2000
Hebmahl |
 | 2000 Sanierung
schreitet fort,
Stiber-Arbeitsgruppe leistet über 4 000 Arbeitsstunden in Eigenleistung |
 | Winter 99/00
Ausgrabungen im Bodenbereich,
Freilegung der Grundmauern, Grabungsbericht
ca. 10 verschiedene Bauphasen |
 | Notdach wird
errichtet - das alte Balkendach aus dem 16. Jahrhundert wird saniert, morsche Teile werden
ergänzt |
 | enge
Zusammenarbeit mit Stadtbaumeister Dieter Rebhahn und Hans Falk vom Stadtbauamt |
 | Architekturbüro
Meiller und Dittmann übernimmt die Planung und Beaufsichtigung des Projektes |
 | 1999 Stadt
Sulzbach-Rosenberg kauft das Anwesen, ohne Klärung der Eigentumsfrage keine umfassende
Sanierung möglich |
 | 1997 erste
Ausräumarbeiten und Untersuchungen durch das Landesamt für Denkmalpflege
(dendrochronolodische Untersuchung Mai 1997) |
 | 19.09.1996
Pachtvertrag mit Eigentümer Fam. Wiesand - die HG Stiber-Fähnlein wollte das kleine
Gebäude restaurieren und als Vereinsheim nutzen |
 | 1935 kaufte der
Sattlermeister Hans Wiesand das Anwesen und richtete darin seine Sattlerwerkstatt ein |
 | 1934 kaufte der
Photograf Otto Müller das Zollhäuschen von der Stadt |
|
Historisches
|
|
Die letzen Zolleinnehmer waren von 1906 bis 1920 der "alte Hertel",
unterstützt von seiner Tochter Retti, die das Zollhäuschen auch bewohnten. Die Gebühren
betrugen damals z.B. 2,00 Mark für ein Auto, 20 Pfennige für ein Ochsengespann, 2
Pfennige für eine Schubkarre usw.
Der allerletzte Zolleinnehmer am Haagtor war der "Hegner Schuster" der sein Amt
bis zur Abschaffung 1931 ausübte. Da von den kargen Einkünften (von 100,-- Mark
Einnahmen erhielt der Zöllner 25,-- Mark, wobei oft ein Jahr verging ehe die Summe voll
war) des Zolleinnehmers kaum eine Familie leben konnte, übte traditionell der
Zöllner noch ein Handwerk aus. Der letzte Zöllner war Schuster und deshalb wurde eine
alte Schusterwerkstatt originalgetreu wieder in den renovierten Räumen errichtet.
In früheren Zeiten füllten Brücken- und Pflasterzoll die Stadtkassen. Auch in
Sulzbach befanden sich an allen 4 Stadttoren Zolleinnahmestellen. Das einzige davon noch
erhaltene Gebäude ist das vor dem Haagtor. Nachweislich wurde in Sulzbach bis zum 31.
März 1931 Pflasterzoll erhoben.
|
|
|
|
Abbildung des Zollhäusels um 1940 |
Umbau durch Firma Wiesand (Eigentümer bis 1996) |
|
|
|
Stadtplan Sulzbach (Aichingerplan 1775) - älteste
bekannte Abbildung des Zollhäusels (siehe Pfeil) |
|
Als die Stadt Sulzbach 1504 belagert wurde, ließ der damalige
Stadthauptmann Albrecht Stiber vor dem Haagtor Bäume fällen und Gebäude abreißen um
freies Schußfeld zu haben. Darunter befand sich neben dem Siechenhaus, mit hoher
Wahrscheinlichkeit, auch das damalige Zollhaus.
Das jetzige Gebäude wurde ca. 1530 wieder
aufgebaut, wie die dendrochronologische Untersuchung, der Balken-Bohlendecke, des
Dachstuhles und des östlichen Fachwerkgiebels, aus dem letzen Jahr ergeben hat.
Fälldatum der Kiefern ist der Winter 1529/1530. Der älteste Baum wurde gar im Jahre 1505
geschlagen.
|
|