Grabungsbericht: 09.02.2000 Petra Zirngibl (Auszüge)
Fundort: Ehemaliges Plasterzoohaus, Hagtor 8
Grabungsablauf........bei Sanierungsarbeiten im Bereich des
Pflasterzollhauses sind unter dem Fußboden Mauerreste zutage getreten. eine
Befundaufnahme sollte am 8.02.2000 von Janne Schmidt, wissenschaftliche Angestellte und
Petra Zirngibl, Grabungsassistentin durchgeführt werden. Ebenfalls vor Ort war Herr
Faltenbacher vom Historischen Verein und Architekt Herr Dittmann.
Innerhalb des Zollhäusels traten unter dem Fußboden Mauern, vermutlich des
Vorgängerbaues und weitere zutage. Unter der SO-Außenwand (M 12) ziehen zwei
Ziegeltonnengewölbe (G 8 + G 9) durch, die ca. 0,50 m innerhalb des Raumes an eine
parallel verlaufene Mauer (M 5) enden. Die Gewöbe sind von außen durch einen Keller
zugänglich und ähneln Nischen. Die unter dem Fußboden erkennbaren Mauern wurden
mindestens 30cm tieg freigelegt. In den Zwischenräumen befand sich mit Scherben, Glas,
Eisengegenständen und Knochen durchsetztes, schwarzbraunes, humoses Erdreich.
Mauer 1: 45er Bruchsteinfundament, 3,50 m lang, im Verband mit Mauer 2 und 7 (SW)
Mauer 2: 30er Bruchsteinfundament, nach SO stärker (45cm), 2,70 lang
Mauer 3: 35er Bruchsteinfundament, Außenkante im Nordostbereich auf 2m länge von
angesetzer Mauer 4 verdeckt; im Verband mit Mauer 2
Mauer 7: nur schwer einsehbar im NW-Bereich Bruchsteinmauer, Mauerstärke nicht faßbar
M 1-M 3 und M 7: sitzen auf anstehenden lehmigen Sand, Material kleinteilige
Kalkbruchsteine, vereinzelt Ziegelbruchstücke, Mörtel: hart, weißlich, viel Kalk,
Buntsandstein, wenig Kies
Mauer 4: 25er Bruchsteinmauer, gegen M 3 gesetzt, Mauerkopf im SW und NO
Ziegelboden: 24 x 24 cm, 6 cm dick quadratisch, Fußbodenplatten und Estrichbettung
Mauer 5: 65er Bruchsteinfundament, läuft zwischen M 11 und M 13 durch,5,75 lang
Thesen:
Laut Angaben des Architekten war der Dachstuhl ursprünglich ca. 50cm schmäler als das
heutige Haus. Er ging davon aus, daß ursprünglich M 1 die Hausaußenmauer war. Uns
erscheint es wahrscheinlicher M 5 als Fundament der ursprünglichen Außenwand zu sehen,
die mit dem Kellerausbau und diversen anderen Veränderungen um ca. 0,50cm nach außen
gesetzt wurde. An M 13 zu M 5 ist eien Ecksetzung im oberen Fundamentbereich faßbar.
Außgenommen M 12 stehen die Außenmauern M 10, 11 und 13 auf Bruchsteinfundamenten, deren
Tiefe nicht ergraben wurde, die aber vom Mörtel her mit dem oberen Bereich von M 5
korrespondieren.
Funktion von M4 ist fraglich, ragt über das Ziegelbodenniveau hinaus, eventuell
Kaminfundament.