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Geschichtliches
1366/68 - im "Böhmischen Salbüchlein" Kaiser Karl`s des IV. ist der Hammer zu Rosenberg erstmalig erfasst. Als Besitzer werden eine Agnes, des Trautmanns Witib, und Albrecht, Hutkappfer (ir Swoger) genannt. 2)
1387 - bei Abschluss der "Großen Hammereinung"
, siegelte ein Peter Behaimb zu Rosenberg. 2)
Die Wasserkraft des Rosenbachs war ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung des Eisenhammers. Weitere Voraussetzungen waren der Erzreichtum des gesamten Landkreises. Um die Wasserkraft vollständig zu nutzen, wurde der Rosenbach umgeleitet, so das das gesamte Anwesen vom Wasser umschlossen war. Somit konnte das Wasser reguliert werden, um die Eisenhämmer zu nutzen.
Das Hammerwesen hatte in alter Zeit für die Oberpfalz eine große Bedeutung. Bedeutende Familien unserer Geschichte lassen sich an Hand der einzelnen Übergabeurkunden belegen. Als die großen Hammerwerkfamilien waren noch die Alhart, Sauerzapf, Löneysen, Stibar, Erlbeck und Doles bis 1738 mit dem Hammer verknüpft. 2)
Auch in der Braun`schen Chronik von 1648 wird auf den Rosenberger Hammer verwiesen. So berichtet der Chronist, dass während der Landshuter Erbfolgekriege die feindlichen Amberger vom Hammer "die Blasbälg, Amboß und Hämmer, auch alles Gezeug, das sie funden" mitnahmen und nach Amberg verschleppten. Doch scheint das Hammergut nach dem Krieg wieder floriert zu haben, denn Balthasar Doles gelang es 1511, die Öde Ernsberg und 1512 die Öde Rothsricht zu erwerben. Außerdem kaufte er die Mühle zu Rosenberg am Steg in den Jahre 1525/34. Diese Güter bildeten ab diesem Zeitpunkt den lehenbaren Besitz der zum Hammergut gehörte.2)
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Grundlage des Reichtums waren die Erzgruben, insbesondere in Amberg und Sulzbach, sowie schon im 14. Jahrhundert ein ausgedehntes und technisch innovatives Netz von Eisenhämmern, die das Erz zu Halbzeug (Stahl) in Form von Eisenschienen verarbeiteten. Das Eisen konnte dank der den Donauhandel beherrschenden Reichsstadt Regensburg, sowie dank des sich rasch entwickelnden metall- verarbeitenden Gewerbes Nürnbergs leicht und mit guten Gewinnen abgesetzt werden.
Die an der Eisenerzeugung beteiligten Gruppen schlossen sich im 14. Jahrhundert zu sogenannten Hammereinungen zusammen, die Produktionsformen und Absatzmengen regelten. Besonders die berühmte "Große Hammereinung" von 1387 nahm grundlegenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Eisenerzbergbaus und der Eisenerzeugung in der Oberpfalz.
Dabei sahen die letzten Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg bereits einen schleichenden Niedergang, den insbesondere GÖTSCHMANN skizzierte: Mangelnde Innovationen eben wegen der starren Regeln der Hammereinung, selbstsüchtige Wirtschaftsgesinnung des Amberger Rats und mangelnde Strukturpolitik der kurpfälzischen Regierung führten zu einem deutlichen Rückgang der Produktion
Literatur: Die Oberpfalz – Ein Europäisches Eisenzentrum. 600 Jahre Grosse Hammereinung. Aufsatzband (= Schriftenreiche des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern in Theuern, Bd.12/1), Theuern 1987. Darin besonders die Beiträge von Sprandel und Götschmann
Info unter
Oberpfalz Europäisches Eisenzentrum |
 
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1603 - Der Vogel`sche Plan zeigt deutlich den alten Verbindungsweg Sulzbach - Rosenberger Schloss - Eisenhammer - Amberg mit den beiden Brücken am Eisen-Hammer an.
Pl.3084 Staatsarchiv Amberg von Christoph Vogel und M. Stang “Tabella Chorographica deß Fürstlichen Pfaltzgrävischen Landtgerichts Sultzbach” 1)
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| Durch den Tod des letzten erwachsenen Doles 1631 und die Wirren des 30jährigen Krieges, wurde der Hammer von Kanzlern aus Pfalz-Neuburg verwaltet und nach jahrelangem Streit um das lehenbare Hammergut von Pfalzgraf Christian August zu Sulzbach erworben. 2)
1656 - Der Pfalzgraf ließ seinen neuen Besitz wieder instandsetzen und so wurde das "baufällig Haus und der zugrund gerichte Hammer" repariert und fortan als herrschaftliches Gebäude geführt und Hammerphillipsburg genannt. Namengeber war wahrscheinlich der Bruder Philipp des Pfalzgrafen, der das Hammerschloss auch bewohnt haben soll.
1737 -1755 (1733 -1754? 4)
) Besitz des sulzbachischen Kanzlers Johann Georg von Korb. Die Gebäude des Hammers müssen zu dieser Zeit ziemlich baufällig gewesen sein und konnten kaum noch bewohnt werden. Der Wasserbau, die Hammerhütte, das Schmelzerhäusl, der Kohlenstadel und die ehemaligen Stallungen waren eingegangen, nur der Teil mit dem neuerrichteter Zainhammer und ein Brennofen konnte genutzt werden. 2)
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| Im 18. Jh. wurde das Hammergut unter anderem als Porzellanmanufaktur genutzt. Von der Sulzbacher Fayencenmanufaktur, gegründet unter Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz (5.07.1752-1.07.1770), steht z.B. eine Wappenkanne im Bayerischen Nationalmuseum - München und mehrere Objekte im Reiß-Museum in Mannheim. 3)
Am 1.07.1790 wurde die Administration der fürstlichen Privatgüter durch die Verwaltungsveränderungen umgestellt und dem Landrichteramt, Hofkastenamt, Oberforstamt und Obersteueramt Sulzbach unterstellt.
1789 wurde das Gut um 1300 Gulden dem Papiermacher Anton Kaspar verliehen. Er erbaute, an stelle des verfallenen Eisenhammers 1790 eine Papiermühle am Rosenbach und nutze die Böden des Schlößchens zum Trocknen des Papiers. Betrieben mit unterschiedlichen Besitzern bis 1874.
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In den 50er Jahren des 20. Jh. wurde die alte Brücke im Zuge von Straßenbauarbeiten zugeschüttet.
Da am 25. Januar 1967 die Ostseite des baufälligen Herrenhauses einstürzte, wurde im Jahre 1968 die Philippsburg abgerissen. So ist die Brücke das letzte bauliche Zeugnis vom mittelalterlichen Hammer in Rosenberg. |
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Register:
1) 100 Jahre Eisenwerksgesellschaft Maximilianshütte - 1853 - 1953
2) Eisenerz und Morgenglanz -
Die Geschichte der Stadt Sulzbach-Rosenberg
3) Führer für Sammler von Porzellan und Fayencen -
Klinkhardt & Biermann
4) Der Papier-Fabrikant Heft 37 |
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Ein kleiner Scherz am Rande
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Dienstag, 1. April 2003
Münzähnliche Fundstücke geben Rätsel auf
Bei
den Grabungen am Rosenberger "Hammer"-Brückerl entdeckt -
Germanisches Nationalmuseum eingeschaltet
Sulzbach-Rosenberg. (srz) Die historische Gruppe
Stiber-Fähnlein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historisch bedeutende
Brücke bei der Hammerphilippsburg wieder freizulegen und zu restaurieren. In
enger Zusammenarbeit mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg und dem Landesamt für
Denkmalpflege soll dieses Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert schon bald wieder ein
Blickfang am Ortseingang von Rosenberg werden.
Als bei den Erdabraumarbeiten unter der Brücke, die sehr
sorgfältig von Hand ausgeführt wurden, neben vielen Tonscherben eine kleine
Kiste entdeckte wurde, mit 27 münzähnliche Exponaten, verständigte man sofort
das Landesamt für Denkmalpflege.
Nach erster in Augenscheinnahme könnte man die Fundstücke,
die sich in einem sehr guten Zustand befinden, auf Anfang 16. Jahrhundert
datierten. Die Fundstücke bestehen aus Messing oder Bronze und wurden
höchstwahrscheinlich auf dem sogenannten "Hammer" zu Rosenberg
geschlagen.
Rätsel gibt noch die Form auf, da sich an den
"Münzen" eine "Öse" befindet. Ebenfalls noch keine klare
Erkenntnis hat man über die Bildnisse, die sich auf den beiden Seiten der
münzenähnlichen Objekte befinden.
Die Vorderseite zeigt einen Männerkopf, die Rückseite eine
Eule oder einen Uhu mit den Initialen "AOE" . Die Exponate wurden zur
genauen Bestimmung über Herkunft und Alter dem Germanischen Nationalmuseum in
München übergeben.
Exemplar zu besichtigen.
Ein Exemplar wurde der Historischen Gruppe für Nachforschungen überlassen, und
kann ab heute im Schaufenster der Bäckerei Fischer in Rosenberg begutachtet
werden. Die Bevölkerung ist aufgerufen das Rätsel mit zu entschlüsseln,
vielleicht erinnert sich jemand an die Abkürzung der Buchstaben. Ist es ein
alter Hausname oder ein weiteres Hammerzeichen neben der Rose, das Balthasar
Doles nach der Übernahme des Hammers 1637 eingeführt hat?
Sollte jemand neue Erkenntnisse haben, bitten wir diese,
versehen mit Name und Adresse und einer kurzen Schilderung bei der Bäckerei
Fischer abzugeben. Wir hoffen, dass die Befunduntersuchungen bis zur 750
Jahrfeier in Rosenberg abgeschlossen sind, um die gesamten Fundstücke der
Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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Mittwoch, 2. April 2003
Keine Drachmen in Rosenberg
SRZ-Meldung
vom rätselhaften Münzfund mit Verfallsdatum 1. April.
Sulzbach-Rosenberg. (lö) Wie kommen altgriechische Münzen
nach Rosenberg? ein Rätsel, das gestern nicht nur den Durchschnitts-Leser der
SRZ bewegte, sondern auch echte Experten der Heimatgeschichte und der
griechischen Münzkunde auf den Plan rief. Wesentlich zur Aufklärung konnte
indes die SRZ-Redaktion beitragen, die darauf hinwies, doch einen Blick in den
Kalender zu werfen. 1. April, ja verflixt nochamal!
Die Idee zu unserem SRZ-Aprilscherz hatte Stiber-Vorsitzender
Klaus Faltenbacher, und er lieferte auch gleich den Flaschenöffner dazu, den
wir dank seiner Gestaltung mit einem echten alt-griechischen Münz-Motiv zur
rätselhaften Münze umfunktionierten, die bei den Grabungen am Hammer-Brückerl
gefunden worden sei.
Es lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, erklärte gestern
Heimatgeschichtler Armin Binder dem Rosenberger Bäckermeister Alfred Fischer,
"wie diese antiken Münzen nach Rosenberg kamen", eine nähere
Untersuchung werde ergeben, ob die Münzen echt oder nachgeprägt seien. Die
Lochung deute darauf hin, dass diese Münzen eventuell als Schmuckanhänger
dienten.
Der Numismatik-Experte Dr. Angelos Gountidoudis erläuterte
bei einem Besuch in der Redaktion, es handle sich um die griechische
Tetradrachme aus dem 5. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Die abgebildete Eule
sei das Symbol der Weisheit und das heilige Tier Athens, die Kombination der
drei griechischen Buchstaben daneben bedeute "Athene, Göttin der Weisheit
von Griechenland".
Die echten Tetradrachmen sind wertvolle Münzen in Bronze (je
nach Erhaltungszustand zwischen 100 und 2000 Euro Wert.) Silber (Wert zwischen
400 und 10 000 Euro) oder Gold. Von den goldenen gibt es weltweit nur noch
sieben Stück, fünf davon in USA. Ein Exemplar ist drei Millionen Euro wert. so
kostbar ist unser Aprilscherz-Flaschenöffner nicht. Nix für ungut!
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