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Bergbaupfad Schaustollen Max Bergbautechnik Spuren der Bergleute Geleucht
Bekanntmachung: 23.07. Laetissime Saltemus Kastenbauerhaus -- 19.-21.08.16.Cave Gladium Furth i.Wald -  17.-18.9.16 Stollenfest Bergbaustollen Max

Sulzbacher Bergbaupfad

Auf den Spuren der Bergleute

Auf den Pfaden des Sulzbacher Bergbaus werden die ehemaligen Tagesanlagen der Gruben verbunden, die teilweise identisch mit dem ehemaligen Wegen der Bergleute zur Arbeitsstätte sind.

  1. Zur Entstehung der Eisenerzlagerstätten

    Die Eisenerzvorkommen im Amberg-Sulzbach-Auerbacher Raum befinden sich entlang einer Störungslinie, die sich von der im Bayrischen Wald mit Quarzit ausgefüllten „Pfahl“-Spalte bis in die Gegend von Pegnitz erstreckt.
    weitere Infos auch unter: Bayerische Eisenstraße – Wikipedia

    Pfahl, Quarzgang südöstlich Schwarzenfeld, hell unten rechts

    Im Raum Sulzbach-Rosenberg ist ein Teil des Erzlagers als "Oberes Lager " abgeschnitten und über das basale Hauptlager geschoben worden. Entlang der Störungslinie liegen die Vorkommen Eichelberg, St. Georg, St. Anna (Schützenheim und Galgenberg), Karoline, Etzmannsberg, Fromm und Großenfalz.

    Die Erze wurden zu beginn der Kreidezeit vor rund 120 Mio. Jahren über dem Malmkalk des Juras abgelagert, der heute noch die Landschaft westlich der Störungslinie prägt.
    Die Erzlager sind später mit Sand und Lehmschichten zugedeckt und dadurch vor weiterer Erosion geschützt worden.
    Der Fe (=Eisen) Gehalt stammt aus der Verwitterung der Granite und Gneise des östlich gelegenen Grundgebirges. Der Fe-Transport erfolgte in Lösungen, die sich beim Auftreffen auf die Jurakalke als Brauneisen (FeOOH) absetzten. Die Ablagerungen reicherten sich in Erosionsrinnen zu Lagerstätten mit bis über 40m Mächtigkeit an. Das Fördererz enthielt durchschnittlich 45 - 47 % Fe, daneben Mangan-, Phosporverbindungen sowie Kieselsäure. Es wurde ohne Aufbereitung verhüttet. Für die damals bekannten Stahlherstellungsverfahren war das Erz wegen des Phosphorgehalts zunächst schlecht geeignet, aber seit der Einführung des Thomasstahlverfahrens 1887 gab es keine Verwendungsgrenzen mehr.

  2. Abbau und Tagesoberfläche
    Das Erz wurde um Bruchbau gewonnen, d.h. nach der Hehrausnahme des Erzes brachen die darüber liegenden Deckschichten nach. Der Abbau erfolgte in Scheiben von oben nach unten. Nach mehrmaligem Scheibenabbau senkte sich das Deckengebirge bis zur Oberfläche ab, wobei die heute noch sichtbaren Abrisse und Pingen, oft mit Wasseransammlungen "Erzhüllen", entstanden. Die Tagesanlagen von Fromm, Etzmannsberg und Karoline lagen daher viel höher als die heutige Oberfläche.


Sulzbacher Bergleute    Sulzbacher Bergleute

  1. Geschichtliches
    Schon vor zweitausend Jahren wurde im ostbayrischen Raum Eisen geschmolzen, sehr wahrscheinlich auch im Sulzbacher Gebiet. Dokumentarisch ist die Gewinnung und Verhüttung von Erzen 1305 nachgewisen, als den Sulzbachern von den Bayrischen Herzögen Rudolf und Ludwig bereits vorhandene Bergbauprivilegien bestätigt worden waren. 1348 wurden die Bürger Sulzbachs mit dem Erzberg auf dem Eichelberg belehnt. 1341 fanden sich die Städte Sulzbach und Amberg zum ersten Investitions-, Fertigungs-, Absatz- und Tarifkartel, der "Hammereinigung" zusammen, wodurch der Markt über lange Dauer beherrscht wurde.

    Karl IV., ein Gönner Sulzbachs, förderte die Erz- und Eisengewinnung durch weitere Schürf - und Zollfreiheit. 1366 wurde Friedrich Kastner das Recht verliehen auf einer Holzmühle in Rosenberg einen Eisenhammer zu errichten und die "Rosen" als Warenzeichen zu führen. dieser "Hammer Philipsburg" produzierte bis 1783.

    Im 15. und 16. Jahrhundert war die Oberpfalz ein reiches Land, waran das Montanwesen einen bedeutenden Anteil hatte. Zeugen des Wohlstandes sind die Stadtpfarrkirche St. Marien und das spätgotische  Rathaus. Der 30-jährige Krieg (1618 -1648) vernichtete das Montanwesen fast gänzlich. Eine zusätzliche Schwächung erfolgte durch die Abwanderung protestantischer Hammerherren und Fachleuten des Berg- und Hüttenwesens. Da die allgemeine Verarmung durch private Initativen nicht mehr aufgehalten werden konnte, waren nur die Landesfürsten zu einer Wiederbelebung der Wirtschaft in der Lage. So wurde im Herzogtum Sulzbach 1717 ein Hochofen nach Weiherhammer verlegt, der den Grundstock für die heute noch existierende Hütte bildet.
    Auch private Initiativen erwachten wieder. 1722 wurden mehrere Jahre ein Erzstollen bei der Schwedenmühle betrieben. Durchschlagende Erfolge ergaben sich jedoch nicht. Erst als Mitte des 18. Jahrhunderts von England die umwälzenden Neuerungen des Kockshochofens, der Dampfmaschine und des Eisenwalzens das Festland eroberten, kam nach und nach die Wende zu neuer Blüte. Der Bau der Eisenbahn, verbunden mit erheblichem Bedarf an Schienen und beginnenede Industralisierung erforderten einen wesentlich höheren Eisenbedarf. Voraussetzungen waren ergiebige Gruben mit höherer Erzförderung. Die damals betriebenen Eisensteinzechen St. Anna und Etzmannsberg belieferten 1845 - 1866 34 oberpfälzische und böhmische Hütten mit Erz.   eine Konzentration der Sulzbacher Erzgruben ergaben sich, als sie der Kgl. Kammerherr Graf von Poninsky 1856 erwarb.
  2. Maxhüttengründung
    Auch die 1853 gegründete "Maxhütte" brauchte sichere und ergiebige   Erzvorkommen. Sie schloß zunächst mit dem Grafen einen Liefervertrag und erwarb 1859 den gesamten Grubenbesitz.
    Es folgten weitere Aufschlüsse und der Ausbau der Gruben. Auf "Etzmannsberg" nahm 1871 ein neuer Schacht die Förderung auf. ein weiterer folgte folgte auf "Karoline". Seit 1883 wurden die Erze beider Gruben mit einer Seilbahn zum Hochofen transportiert, später auch die Erze aus dem Feld "Fromm", das 1895 durch einen Schacht erschlossen worden ist. Weitere Nachweise großer Erzmengen führten 1910 zum Niederbringen des 125 m tiefen "Klenzeschachtes" auf Karoline, der zum erstenmal bis ins Liegende, d.h. unter die Basis der Lagerstätte geteuft wurde. Nachdem die Schachtanlagen Fromm und Etzmannsberg mit dem Klenzeschacht durch eine unterirische Förderstrecke (125 m Sohle) verbunden war, wurde die Erzförderung aud Karoline konzentriert.
    Der übertägige Seilbahnbetrieb Etzmannsberg und Fromm konnte entfallen. Außerdem waren dadurch die Voraussetzungen geschaffen worden, die blockierten Erzmengen in den Sicherheitspfeilern der Schachtanlage abzubauen.
    Die gleiche Verfahrensweise galt für die Grube Karoline, deren Erzsicherheitspfeiler ab 1962 zurückgebaut wurde. Voraussetzung war die Inbetriebnahme des St. Annaschachtes, der Ende 1958 die Förderung aufnahm. Der übertägige Seibahntransport begann dann ab St. Anna. Auch die Förderung aus dem Grubenfeld Großenfalz, erschlossen durch den Wetterschacht (Nähe ehem. Gashaus Koller/Wagner), wurde durch eine fast 4 km lange Strecke an den Annaschacht angebunden.
    Der untertägige Transport erfolgte mit Elektrolokomotiven. Die Schachtanlage St. Anna wurde über erzfreien Schichten angelegt, so daß es keine  Sicherheitspfeilererze gab. Als 1974 die Erzvorkommen ausgebeutet waren, wurde die Schachtanlage St. Anna stillgelegt und der Schacht verfüllt.
    Lediglich die Grube Eichelberg. die 1967/68 durch einen Förderschacht und ein Wetterführungsbohrloch aufgeschlossen war, förderte noch bis 1977. Dann lieferte nur noch die Grube Leonie in Auerbach heimisches Erz.
    Die Sulzbacher Gruben lieferten ab 1860 an die Hütte über 24 Mio. Tonnen Erz. Die höchste Jahresförderung betrug 1959 über 600.000 t, die maximale Belegschaftsstärke wurde 1958 mit 1.100 Mitarbeitern erreicht.

Stahlwerk    Hochofenabstich

Text aus der Bergbaubroschüre: Sulzbacher Bergbaupfad, 
erstellt durch: Bergwerksdirektor Eugen Kirschock und Bergassessor Wolfram Koslar, ehemalige leitende Mitarbeiter der Sulzbacher Gruben.

 

Weitere  Information finden Sie unter:

150 Jahre Maxhütte ".... eine wahrhafte Schmiede des Vulkan"
Band 18 der Schriftenreihe des Stadtmuseums und Stadtarchivs Sulzbach-Rosenberg  ISNB: 3-9807612-1-5   ©2003 Sulzbach-Rosenberg

in der Publikationsreihe des Heimatkundlichen Kreises Amberg-Sulzbach im Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg. Er enthält heimatkundliche Beiträge aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach (erhältlich im Buchhandel)
www.der-eisengau.de

z.B. Band 1 BIERSACK, Albert
        Die Entstehung der Oberpfälzer Eisenerzlager

Grubenarchäologischen Gesellschaft
Plattformen -  für die montanhistorische Forschung in Mitteleuropa und als kompetente Informationsquelle für Untertage-Themen.
http://www.untertage.com

Bahn-Express - Magazin für Werkbahnfreunde

http://www.bahn-express.de Inhalt Datenbank für Lokomotiven 
auch die Grubenlok am Schaustollen Max enthalten.

 

 
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Stand: 25. April 2016     

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