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Sulzbacher Bergbaupfad
Auf den Spuren der Bergleute
Auf den Pfaden des Sulzbacher Bergbaus werden die ehemaligen
Tagesanlagen der Gruben verbunden, die teilweise identisch mit dem ehemaligen
Wegen der Bergleute zur Arbeitsstätte sind.
- Zur Entstehung der Eisenerzlagerstätten
Die Eisenerzvorkommen im Amberg-Sulzbach-Auerbacher
Raum befinden sich entlang einer Störungslinie, die sich von der im Bayrischen
Wald mit Quarzit ausgefüllten „Pfahl“-Spalte bis in die Gegend von Pegnitz
erstreckt.
http://www.iaag.geo.uni-muenchen.de/sammlung/Pfahl.html -
http://www.euregio-wald.com/geo/geosites/pfahl/pfahl.htm

Im Raum Sulzbach-Rosenberg ist ein Teil des Erzlagers als
"Oberes Lager " abgeschnitten und über das basale Hauptlager geschoben
worden. Entlang der Störungslinie liegen die Vorkommen Eichelberg, St.
Georg, St. Anna (Schützenheim und Galgenberg), Karoline, Etzmannsberg, Fromm
und Großenfalz.
Die Erze wurden zu beginn der Kreidezeit vor rund 120 Mio.
Jahren über dem Malmkalk des Juras abgelagert, der heute noch die Landschaft
westlich der Störungslinie prägt.
Die Erzlager sind später mit Sand und Lehmschichten zugedeckt und dadurch
vor weiterer Erosion geschützt worden.
Der Fe (=Eisen) Gehalt stammt aus der Verwitterung der Granite und Gneise
des östlich gelegenen Grundgebirges. Der Fe-Transport erfolgte in Lösungen,
die sich beim Auftreffen auf die Jurakalke als Brauneisen (FeOOH) absetzten.
Die Ablagerungen reicherten sich in Erosionsrinnen zu Lagerstätten mit bis
über 40m Mächtigkeit an. Das Fördererz enthielt durchschnittlich 45 - 47 %
Fe, daneben Mangan-, Phosporverbindungen sowie Kieselsäure. Es wurde ohne
Aufbereitung verhüttet. Für die damals bekannten Stahlherstellungsverfahren
war das Erz wegen des Phosphorgehalts zunächst schlecht geeignet, aber seit
der Einführung des Thomasstahlverfahrens 1887 gab es keine
Verwendungsgrenzen mehr.
- Abbau und Tagesoberfläche
Das Erz wurde um Bruchbau gewonnen, d.h. nach der Hehrausnahme des Erzes
brachen die darüber liegenden Deckschichten nach. Der Abbau erfolgte in
Scheiben von oben nach unten. Nach mehrmaligem Scheibenabbau senkte sich das
Deckengebirge bis zur Oberfläche ab, wobei die heute noch sichtbaren Abrisse
und Pingen, oft mit Wasseransammlungen "Erzhüllen", entstanden. Die
Tagesanlagen von Fromm, Etzmannsberg und Karoline lagen daher viel höher als
die heutige Oberfläche.

- Geschichtliches
Schon vor zweitausend Jahren wurde im ostbayrischen Raum Eisen geschmolzen,
sehr wahrscheinlich auch im Sulzbacher Gebiet. Dokumentarisch ist die
Gewinnung und Verhüttung von Erzen 1305 nachgewisen, als den Sulzbachern von
den Bayrischen Herzögen Rudolf und Ludwig bereits vorhandene
Bergbauprivilegien bestätigt worden waren. 1348 wurden die Bürger Sulzbachs
mit dem Erzberg auf dem Eichelberg belehnt. 1341 fanden sich die Städte
Sulzbach und Amberg zum ersten Investitions-, Fertigungs-, Absatz- und
Tarifkartel, der "Hammereinigung" zusammen, wodurch der Markt über lange Dauer
beherrscht wurde.
Karl IV., ein Gönner Sulzbachs, förderte die Erz- und Eisengewinnung durch
weitere Schürf - und Zollfreiheit. 1366 wurde Friedrich Kastner das Recht
verliehen auf einer Holzmühle in Rosenberg einen Eisenhammer zu errichten und
die "Rosen" als Warenzeichen zu führen. dieser "Hammer Philipsburg"
produzierte bis 1783.
Im 15. und 16. Jahrhundert war die Oberpfalz ein reiches Land, waran das
Montanwesen einen bedeutenden Anteil hatte. Zeugen des Wohlstandes sind die
Stadtpfarrkirche St. Marien und das spätgotische Rathaus. Der 30-jährige
Krieg (1618 -1648) vernichtete das Montanwesen fast gänzlich. Eine zusätzliche
Schwächung erfolgte durch die Abwanderung protestantischer Hammerherren und
Fachleuten des Berg- und Hüttenwesens. Da die allgemeine Verarmung durch
private Initativen nicht mehr aufgehalten werden konnte, waren nur die
Landesfürsten zu einer Wiederbelebung der Wirtschaft in der Lage. So wurde im
Herzogtum Sulzbach 1717 ein Hochofen nach Weiherhammer verlegt, der den
Grundstock für die heute noch existierende Hütte bildet.
Auch private Initiativen erwachten wieder. 1722 wurden mehrere Jahre ein
Erzstollen bei der Schwedenmühle betrieben. Durchschlagende Erfolge ergaben
sich jedoch nicht. Erst als Mitte des 18. Jahrhunderts von England die
umwälzenden Neuerungen des Kockshochofens, der Dampfmaschine und des
Eisenwalzens das Festland eroberten, kam nach und nach die Wende zu neuer
Blüte. Der Bau der Eisenbahn, verbunden mit erheblichem Bedarf an Schienen und
beginnenede Industralisierung erforderten einen wesentlich höheren
Eisenbedarf. Voraussetzungen waren ergiebige Gruben mit höherer Erzförderung.
Die damals betriebenen Eisensteinzechen St. Anna und Etzmannsberg belieferten
1845 - 1866 34 oberpfälzische und böhmische Hütten mit Erz. eine
Konzentration der Sulzbacher Erzgruben ergaben sich, als sie der Kgl.
Kammerherr Graf von Poninsky 1856 erwarb.
- Maxhüttengründung
Auch die 1853 gegründete "Maxhütte" brauchte sichere und ergiebige
Erzvorkommen. Sie schloß zunächst mit dem Grafen einen Liefervertrag und
erwarb 1859 den gesamten Grubenbesitz.
Es folgten weitere Aufschlüsse und der Ausbau der Gruben. Auf "Etzmannsberg"
nahm 1871 ein neuer Schacht die Förderung auf. ein weiterer folgte folgte auf
"Karoline". Seit 1883 wurden die Erze beider Gruben mit einer Seilbahn zum
Hochofen transportiert, später auch die Erze aus dem Feld "Fromm", das 1895
durch einen Schacht erschlossen worden ist. Weitere Nachweise großer Erzmengen
führten 1910 zum Niederbringen des 125 m tiefen "Klenzeschachtes" auf
Karoline, der zum erstenmal bis ins Liegende, d.h. unter die Basis der
Lagerstätte geteuft wurde. Nachdem die Schachtanlagen Fromm und Etzmannsberg
mit dem Klenzeschacht durch eine unterirische Förderstrecke (125 m Sohle)
verbunden war, wurde die Erzförderung aud Karoline konzentriert.
Der übertägige Seilbahnbetrieb Etzmannsberg und Fromm konnte entfallen.
Außerdem waren dadurch die Voraussetzungen geschaffen worden, die blockierten
Erzmengen in den Sicherheitspfeilern der Schachtanlage abzubauen.
Die gleiche Verfahrensweise galt für die Grube Karoline, deren
Erzsicherheitspfeiler ab 1962 zurückgebaut wurde. Voraussetzung war die
Inbetriebnahme des St. Annaschachtes, der Ende 1958 die Förderung aufnahm. Der
übertägige Seibahntransport begann dann ab St. Anna. Auch die Förderung aus
dem Grubenfeld Großenfalz, erschlossen durch den Wetterschacht (Nähe ehem.
Gashaus Koller/Wagner), wurde durch eine fast 4 km lange Strecke an den
Annaschacht angebunden.
Der untertägige Transport erfolgte mit Elektrolokomotiven. Die Schachtanlage
St. Anna wurde über erzfreien Schichten angelegt, so daß es keine
Sicherheitspfeilererze gab. Als 1974 die Erzvorkommen ausgebeutet waren, wurde
die Schachtanlage St. Anna stillgelegt und der Schacht verfüllt.
Lediglich die Grube Eichelberg. die 1967/68 durch einen Förderschacht und
ein Wetterführungsbohrloch aufgeschlossen war, förderte noch bis 1977. Dann
lieferte nur noch die Grube Leonie in Auerbach heimisches Erz.
Die Sulzbacher Gruben lieferten ab 1860 an die Hütte über 24 Mio. Tonnen
Erz. Die höchste Jahresförderung betrug 1959 über 600.000 t, die maximale
Belegschaftsstärke wurde 1958 mit 1.100 Mitarbeitern erreicht.

Text aus der Bergbaubroschüre: Sulzbacher Bergbaupfad,
erstellt durch: Bergwerksdirektor Eugen Kirschock und Bergassessor Wolfram
Koslar, ehemalige leitende Mitarbeiter der Sulzbacher Gruben.
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| Weitere Information finden Sie unter:
150 Jahre Maxhütte ".... eine wahrhafte Schmiede des
Vulkan"
Band 18 der Schriftenreihe des Stadtmuseums und Stadtarchivs Sulzbach-Rosenberg
ISNB: 3-9807612-1-5 ©2003 Sulzbach-Rosenberg
in der Publikationsreihe des
Heimatkundlichen Kreises Amberg-Sulzbach im Historischen Verein für
Oberpfalz und Regensburg. Er enthält heimatkundliche Beiträge aus der Stadt
Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach (erhältlich im Buchhandel)
www.eisengau.de
z.B. Band 1 BIERSACK, Albert
Die Entstehung der Oberpfälzer
Eisenerzlager
Grubenarchäologischen Gesellschaft
Plattformen - für die montanhistorische Forschung in Mitteleuropa und als
kompetente Informationsquelle für Untertage-Themen.
http://www.untertage.com
Bahn-Express - Magazin für Werkbahnfreunde
http://www.bahn-express.de Inhalt Datenbank für
Lokomotiven
auch die Grubenlok am Schaustollen Max enthalten.
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